„ACAB“ ist keine persönliche Beleidigung für Polizisten


 Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
Drei Polizisten nahmen Christian B. vom Fröttmaninger Stadion mit auf die Wache. (Foto: Alexander Hassenstein/Bongarts/Getty)
  • Beamte hatten die Jogginghose mit der Aufschrift „ACAB“ (alle Polizisten sind Bastarde) 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern entdeckt und den Besitzer angezeigt.
  • Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte.
  • Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

Von Susi Wimmer | Süddeutsche.de

Es war ein Sachse, der die bayerische Polizei eines Besseren belehrt hat: Der 33-jährige Leiharbeiter Christian B. aus der Kleinstadt Mügeln bei Leipzig ging sogar bis vors Bundesverfassungsgericht, kämpfte vier Jahre lang – und wurde nun vom Landgericht München frei gesprochen. Der Richter stellte – gestützt auf das Urteil der Verfassungsrichter – fest, dass die Hose des Angeklagten, auf dessen Hinterteil die Buchstaben „ACAB“ prangten, nicht automatisch eine persönliche Beleidigung für Polizisten darstelle. „ACAB“ steht für „all cops are bastards“ („alle Polizisten sind Bastarde“). Beamte eines Unterstützungskommandos (USK) hatten die Jogginghose 2012 bei einem DFB-Spiel des FC Bayern vor der Fröttmaninger Arena entdeckt und den Mann angezeigt. Zu Unrecht, wie sich jetzt herausstellte. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte für die bayerische Polizei richtungsweisend sein.

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