Der Trumpismus, seine Claqueure und Gegner


Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Protestierende haben sich angekettet, um einen Eingang zu blockieren. Bild: DisruptJ20
Eins hat der Präsident der USA schon geschafft. Obwohl er noch gar nicht im Amt war, wurde bereits eine Politikform nach ihm benannt. Der Begriff des Trumpismus wurde in vielen Medien seziert. Dabei wusste niemand so genau, was dieser Trumpismus eigentlich sein soll.

Von Peter Nowak | TELEPOLIS

„Ist es fair, Donald Trump aus der Ferne zu analysieren?“, fragte denn auch Die Zeit. Damit wird das Problem des Trump-Diskurses der letzten Wochen auf den Punkt gebracht. Da Trump als rechter Populist immer das sagt, was das jeweilige Publikum seiner Zielgruppen von ihm hören will, kann es auch keine Definition des Trumpismus geben. Auch da kann jeder etwas Anderes rein interpretieren.

Das erklärt, warum autoritäre Linke wie Rainer Rupp durchaus Hoffnung in Trump setzen. Ausgerechnet vor einem Bild von Karl Marx, der die Globalisierung zu den Positiva der historischem Rolle des Kapitalismus zählte, lobt Rupp den angeglichen Globalisierungsgegner Trump. Besonders erfreut ist der Putin-Freund Rupp darüber, dass Trump mit Russland gut kooperieren will.

Nun könnte man dem ehemaligen Nato-Spion Rupp viel Spaß bei seiner Reise zum „Magazin für Souveränität“, Compact, wünschen. Doch es gibt im Lager der autoritären Traditionslinken durchaus mehr Sympathie für Trump, die aber bisher eher leise geäußert wird, weil viele noch unsicher sind, ob Trump seine Ankündigen überhaupt ernst meint. Doch sollte er sich mit Putin verständigen, könnte sich die Querfront zwischen Trumpisten und Teilen der autoritären Linken noch deutlicher manifestieren. Da wird wieder ein Lagerdenken bedient.

weiterlesen