Gedenken an Hrant Dink: Weil er von Völkermord sprach


© EPA Reverenz an Hrant Dink im Gorki Theater: Can Dündar (Mitte) singt mit zwei Schauspielern
© EPA Reverenz an Hrant Dink im Gorki Theater: Can Dündar (Mitte) singt mit zwei Schauspielern
Vor zehn Jahren wurde der türkisch-armenische Journalist Hrant Dink ermordet. Im Berliner Gorki-Theater erinnert Can Dündar an seinen Freund, den die Nationalisten hassten.

Von Karen Krüger | Frankfurter Allgemeine

Wer mit liberal gesinnten Türken über den im Jahr 2007 ermordeten Journalisten Hrant Dink spricht, dem begegnen stets drei Worte: Behutsamkeit, Menschlichkeit und Mut. Mutig war Hrant Dink, weil er am Tabu des Genozids an Armeniern rührte – niemals anklagend und fordernd, sondern immer behutsam und um Versöhnung bemüht. Der armenisch-türkische Journalist war davon überzeugt, dass der Schrecken des Genozids auch für die türkische Bevölkerung eine traumatische Erfahrung war, die nur mit Dialog und Menschlichkeit geheilt werden kann.

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