„Die EU spielt in der dritten Liga“


 Wolfgang Ischinger ist Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die in diesem Jahr vom 17. bis 19. Februar stattfindet © Andreas Gebert/DPA
Wolfgang Ischinger ist Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, die in diesem Jahr vom 17. bis 19. Februar stattfindet © Andreas Gebert/DPA
Unter Druck gesetzt von Putin, steckt der Westen in einer tiefen Krise, sagt Wolfgang Ischinger, Chef der Münchner Sicherheitskonferenz und ehemaliger Botschafter in Washington und London.

Interview Katja Gloger | stern.de

Herr Ischinger, das Ende des Westens sei nah, heißt es: In den USA herrscht Donald Trump, Europa zerfällt, und überhaupt – in der Welt herrscht Chaos.
Der Westen als Idee steckt in einer handfesten Identitätskrise. Ein halbes Jahrhundert lang konnten wir davon ausgehen, dass die USA das westliche Modell vorleben würden, bei allen Fehlern und Widersprüchen, trotz Vietnam, Irak und Guantánamo.

Das Modell der „liberalen Demokratie“, das in Verruf geraten ist?
Ja, dabei geht es um Menschenwürde und Freiheitsrechte, um Rechtsstaatlichkeit und Marktwirtschaft. Mit dem Dienstantritt von Donald Trump aber scheint sich zu bestätigen, dass Amerika diese politischmoralische Führungsrolle weder weiterführen will noch kann.

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