Reliquienverehrung: Von manchen Heiligen gibt es 28 Beine


 Die Mumie des heiligen Aquilin in Mailand, bevor ihr eine Rippe entnommen wurde Quelle: dpa
Die Mumie des heiligen Aquilin in Mailand, bevor ihr eine Rippe entnommen wurde Quelle: dpa
Das Würzburger Bistum erhält aus Mailand eine Rippe des heiligen Aquilin. Doch was sind eigentlich Reliquien? Mit ihnen wird zum Teil viel Schindluder getrieben – und manche Vorstellungen sind abenteuerlich.

Von Bastian Benrath | DIE WELT

Es ist nur eine Rippe. Allerdings die Rippe eines vor 1000 Jahren gestorbenen Mannes, der in Würzburg geboren wurde, in Köln Bischof werden sollte, dies ablehnte und schließlich in Mailand gewaltsam zu Tode kam. Der Legende nach wurde er am 29. Januar vermutlich des Jahres 1017 frühmorgens auf dem Weg zur Basilika des heiligen Ambrosius heimtückisch überfallen und mit einem Messerstoß in den Hals ermordet.

Blutüberströmt soll der Leichnam den ganzen Tag auf der Straße gelegen haben, bis er am Abend von Gepäckträgern aufgefunden und zur Mailänder Basilika San Lorenzo Maggiore gebracht wurde. Dort ruht der auch nach Jahrhunderten fast unverweste, mumifizierte Leichnam Aquilins bis heute in einem Reliquienschrein aus Silber und Bergkristall.

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