Die Greifswalder Kirche und ihre Stasi-Verbindungen


„Es wird verdrängt, es wird geleugnet“, sagt Anne Drescher, Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Mecklenburg-Vorpommern. (dpa / Jens Büttner)
Zu DDR-Zeit hat die evangelische Nordkirche im Kreis Pommern eng mit dem Staat kooperiert: Allein fünf Kirchenleitende waren Inoffizielle Mitarbeiter der Stasi. Nach der Wende blieben sie im Amt. Bis heute tut die Kirche sich mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit schwer.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandradio Kultur

Vom Greifswalder Landesbischof Horst Gienke über den Präses der Synode bis hin zu drei Mitgliedern des Konsistoriums: In den 1980er-Jahren waren insgesamt fünf Kirchenleitende als Inoffizielle Mitarbeiter der Staatssicherheit registriert. Die enge Kooperation zwischen Staat und Kirche prägte den sogenannten „Greifswalder Weg“.

Sichtbarer Höhepunkt: der Besuch von Erich Honecker am 11. Juni 1989 zur Wiedereinweihung des evangelischen Domes St. Nikolai in Greifswald. Sozialismus und Kirche kamen zusammen. Der Rundfunk der DDR berichtete live über das ungewöhnliche Ereignis.

Während sich 1989 in zahlreichen Kirchengemeinden Ausreisewillige oder Friedensgruppen trafen und der Gegensatz zwischen Kirche und Staat zunehmend spürbar wurde, erklärte Horst Gienke im Radio der DDR überall seien „in unserer Republik gute Erfahrungen im Miteinander von Marxisten und Christen, von Staat und Kirche gesammelt worden“.

weiterlesen

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s