Die wichtigsten Reformatoren: Erasmus von Rotterdam (1466-1536)


Porträt des Erasmus von Hans Holbein dem Jüngeren (1523). Bild: wikimedia.org/PD
Porträt des Erasmus von Hans Holbein dem Jüngeren (1523). Bild: wikimedia.org/PD

Der niederländische Humanist und Kosmopolit setzte sich für Reformen in der katholischen Kirche ein – und wurde zugleich zu einem scharfen Kritiker von Martin Luthers radikalen Thesen.

Von Benjamin Dürr | evangelisch.de

Aus Versehen hilft Erasmus bei der Spaltung der Kirche. Es ist 1516 und Desiderius Erasmus veröffentlicht ein weiteres Buch: „Novum Instrumentum omne“, die erste Ausgabe des Neuen Testaments auf Griechisch.

Schon das Titelblatt sorgt für Aufsehen. Erasmus und sein Basler Verleger Johann Froben haben „Testamentum“ durch „Instrumentum“ ersetzt – also „Neues Werk“ statt „Neuer Bund“. Für sie ist es ein Ausdruck von Modernisierung. Der Text soll dem Wort Jesu näher sein als die damals gebräuchliche lateinische Version.

Text-Analyse der Heligen Schrift

Erasmus wendet die Text-Analyse auf die Heilige Schrift an, wie es seine Kollegen bei antiken Schriften tun. Eine unerhörte Idee. Auch unter seinen Weggefährten sind seine Methoden umstritten, gefährden sie doch die traditionelle Auslegung, den Glauben und die Stabilität der Kirche. Mit seinem Basler Verleger aber setzt er sich durch.

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