Eucharistie für Wiederverheiratete wahrscheinlich

jesus_schaukelDie Teilnahme an der Eucharistie wird auch für wiederverheiratete Geschiedene immer wahrscheinlicher. Das jedenfalls ist die unmissverständliche Botschaft der deutschen Bischöfe, die dem Papst damit den Rücken stärken.

Von Lothar Schröder | RP ONLINE

„Im Umgang mit den wiederverheiratet Geschiedenen muss deutlich werden, dass sie zur Kirche gehören, Gott ihnen seine Liebe nicht entzieht und sie gerufen sind, die Gottes- und Nächstenliebe zu praktizieren und echte Zeugen Jesu Christi zu sein“, heißt es im gestern veröffentlichten Dokument, mit dem sich die Bischöfe auf das Apostolische Schreiben „Amoris laetitia“ von Papst Franziskus beziehen.

Zwar könne es eine generelle Zulassung zu den Sakramenten nicht geben, zumal die betroffenen Personen mit dem Zerbrechen einer Ehe schwere Schuld auf sich geladen hätten. Doch dürfe dies keineswegs zum „kategorischen und irreversiblen Ausschluss von den Sakramenten“ führen, heißt es. In gewissen Fällen, so die deutschen Bischöfe, soll es mit Hilfe kirchlicher Begleitung die Möglichkeit des Sakramenten-Empfangs geben.

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Terror in Düsseldorf: Neonazi mit Täterwissen

Am 27. Juli 2000 explodierte am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn ein Sprengsatz mit Fernzünder. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. (Foto: Christian Ohlig/dpa
Am 27. Juli 2000 explodierte am Düsseldorfer S-Bahnhof Wehrhahn ein Sprengsatz mit Fernzünder. Jetzt hat die Polizei einen Verdächtigen festgenommen. (Foto: Christian Ohlig/dpa
  • Die Polizei hat den bekannten Rechtsradikalen Ralf S. festgenommen: Sie verdächtigt ihn, im Jahr 2000 in Düsseldorf eine Bombe gezündet und zehn Menschen verletzt zu haben.
  • Auf die Spur kamen ihm die Behörden, weil S. im Gefängnis geprahlt haben soll, er habe an einem Bahnhof „die Kanaken weggesprengt“.
  • S. hatte damals einen Militaria-Laden in Düsseldorf und soll sich über die osteuropäischen Sprachschüler in der Nachbarschaft geärgert haben, die sich von den Provokationen durch Neonazis nicht einschüchtern ließen.

Von Hans Leyendecker | Süddeutsche.de

Ralf S., 50, aus Ratingen im Rheinland ist ein ausgewiesener Rechtsradikaler. Am Telefon bezeichnet er Ausländer schon mal als „Scheiß-Kanaken- Drecksäcke“. Am liebsten würde er sie mit einer 357er-Magnum erschießen: „Schwangere werden zuerst erschossen.“

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Warum Theologen Atheisten nicht verstehen

Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. (imago / epd-bild /Rolf Zoellner )
Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. (imago / epd-bild /Rolf Zoellner )
Christina Aus der Au, Präsidentin des Evangelischen Kirchentages, sprach in Erfurt über die Vereinbarkeit von Glauben und Wissenschaft. Am liebsten wäre sie mit Atheisten ins Gespräch gekommen, doch die gaben sich nicht zu erkennen.

Von Henry Bernhard | Deutschlandfunk

Christina Aus der Au möchte sich nicht langweilen. Als Theologin und Präsidentin des diesjährigen evangelischen Kirchentages ist sie es gewohnt, zu den bereits Getauften und Bekehrten zu predigen. Auf die Frage aber, vor welchem Publikum sie es aufregender findet, über das Grenzgebiet zwischen Glaube und Wissen zu referieren, muss sie in ihrer Eigenschaft als Philosophin gestehen:

„Ich glaube, ich würde sagen: vor Atheisten! Weil, meine Erfahrung ist, dass Christinnen und Christen, die nicken relativ schnell, die finden sich relativ schnell wieder. Atheisten, Atheistinnen müssen sich auf dieses Verständnis von Glauben einlassen, was sie ja selber gar nicht kennen. Und von daher: Wenn es überzeugend ist, dann müsste es auch vor Atheisten überzeugend sein. Fände ich spannender.“

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Kabinett beschließt Fußfessel für islamistische Gefährder

Ein Mitarbeiter der IT-Stelle der hessischen Justiz veranschaulicht am 11.01.2017 in Bad Vilbel (Hessen), wie eine elekronische...Foto: dpa
Ein Mitarbeiter der IT-Stelle der hessischen Justiz veranschaulicht am 11.01.2017 in Bad Vilbel (Hessen), wie eine elekronische…Foto: dpa
Durch den Beschluss zu erleichterten Voraussetzungen für elektronische Fußfesseln bei verurteilten Straftätern, soll islamistische Gefährder besser überwacht werden können.

DER TAGESSPIEGEL

Islamistische Gefährder, von denen jederzeit ein Anschlag droht, sollen künftig mit elektronischen Fußfesseln überwacht werden können. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch in Berlin eine entsprechende Änderung des Gesetzes über das Bundeskriminalamt (BKA). Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) hatten sich vor wenigen Wochen auf Konsequenzen aus dem Terroranschlag von Berlin verständigt. Die erleichterten Voraussetzungen für elektronische Fußfesseln bei verurteilten Straftätern und Gefährdern sind Teil des Maßnahmenpakets.

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Urzeitliches „Schildkrötenschwein“ entdeckt

So könnte der Bulbasaurus ausgesehen haben. Seine Schnauze ähnelte dem Schnabel einer Schildkröte, hatte aber große Eckzähne. © Matt Celeskey
So könnte der Bulbasaurus ausgesehen haben. Seine Schnauze ähnelte dem Schnabel einer Schildkröte, hatte aber große Eckzähne. © Matt Celeskey
Skurriler Fund: In Südafrika haben Paläontologen ein ungewöhnliches Fossil entdeckt. Sein Kopf ähnelt dem einer riesigen Schildkröte mit gewaltigen Hauern. Trotz dieses furchterregenden Aussehens war das rund 250 Millionen Jahre alte Reptil jedoch ein Pflanzenfresser und gehört zu frühen Vorfahren der Säugetiere. Die neu entdeckte Art, Bulbasaurus phylloxyron, füllt nun eine entscheidende Lücke in der Evolution dieser Tiergruppe.

scinexx

Im Perm, vor rund 260 Millionen Jahren entwickelten sich Reptilien, die in manchem erstaunlich säugetierähnlich waren: Die Beine der Therapsiden waren nicht mehr seitlich abgespreizt wie bei frühen Echsen, am Hals und im Lendenbereich besaßen sie keine Rippen mehr. Einige von ihnen trugen schon ein Fell und bauten sogar komplexe Wohnhöhlen wie heute die Erdmännchen. Tatsächlich entwickelten sich aus den Nachfahren dieser Tiergruppe später die Säugetiere.

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Hamburgische Bürgerschaft: Debatte um Islam-Staatsvertrag

Der Staatsvertrag Hamburgs mit den muslimischen Verbänden steht heute im Zentrum einer Aktuellen Stunde der Hamburgischen Bürgerschaft. Wegen anti-israelischer und anti-christlicher Bekundungen einzelner islamischer Gruppen sowie Geheimdienstvorwürfen gegen die Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion (Ditib) fordern FDP und AfD die Kündigung des Vertrags.

NDR.de

Die CDU verlangt eine Aussetzung des Regelwerks allein mit Ditib. Die rot-grüne Koalition lehnt das jedoch ab. Ihre Haltung: Kritik ja, aber keine Kündigung des Vertrags. Diesen aufzulösen würde die Fronten verhärten und den Zusammenhalt in der Gesellschaft schwieriger machen. SPD und Grüne wollen den Senat stattdessen in einem Antrag auffordern, Gespräche mit den kritisierten Verbände aufzunehmen. Angesichts der Vorwürfe soll das gemeinsame Verständnis der in diesen Verträgen niedergelegten gemeinsamen Wertegrundlagen geklärt werden, heißt es.

Inkompetenz: Erzapostel im Zölibat und Homosexualität

Bischof Heiner Koch (2013). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0/Martin Rulsch
Bischof Heiner Koch (2013). Bild: wikimedia.org/CC-by-sa 4.0/Martin Rulsch

Berliner Erzbischof: Für die Kirche ist es „Ehe“, „wenn Mann und Frau sich versprechen, ein Leben lang zusammenzubleiben. Und wenn sie offen sind für Nachkommen, wenn sie sagen: Wir wollen Vater und Mutter eigener Kinder werden.“

kath.net

„Ehe ist für uns, wenn Mann und Frau sich versprechen, ein Leben lang zusammenzubleiben. Und wenn sie offen sind für Nachkommen, wenn sie sagen: Wir wollen Vater und Mutter eigener Kinder werden.“ Dies betonte der Berliner Erzbischof Heiner Koch im Interview mit der linksorientierten „taz“. Allerdings habe sich dieser Ehebegriff weitgehend geändert, erläuterte Koch, der auch der Familienbischof der Deutschen Bischofskonferenz ist. „Für die einen muss die Ehe nicht ein ganzes Leben dauern, anderen ist die Offenheit für Kinder nicht wichtig, und für wieder andere müssen nicht Mann und Frau die Treue versprechen.“ Auf die Frage der „taz“, ob es nicht auch „Familie und eine gewisse Form von Ehe“ sei, wenn „zwei Homosexuelle verpartnert sind und in irgendeiner Weise zu einem Kind gekommen sind“ sind, antwortete der Erzbischof: „Es ist keine Ehe, denn in einer homosexuellen Partnerschaft sind Vater und Mutter der Kinder – je nach Konstellation – jemand anderes.“

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Trump gegen Merkel, die USA gegen Deutschland?

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
Nach einem Trump-Berater beutet Deutschland andere EU-Länder und die USA aus, ein Brief von EU-Ratspräsident Tusk zeigt die Angst vor dem Zerfall durch Trump, nicht durch Russland

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Möglicherweise zielt Donald Trump nicht auf einen Handelskrieg mit China – und auch nicht mit Mexiko, vor dem er die USA auch durch eine „materielle Mauer“ schützen will. In einem beachtenswerten Beitrag für die Financial Times erklärte Trumps höchster Handelsberater Peter Navarro, der Leiter des Nationalen Handelsrats im Weißen Haus, dass Deutschland zumindest im Ziel steht. Deutschland nämlich würde den stark unterbewerteten Euro einsetzen, um seine Handelspartner in Europa und den USA „auszubeuten“. Das ließ den Euro gleich noch einmal gegenüber dem Dollar herunterrauschen.

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Kanada: Mehrfacher Mord an Muslimen hat rechten Hintergrund

Der Tatverdächtige von Québec wird als „Internet-Troll“ bezeichnet. Wie sieht eine „pro-aktive“ Prävention rechter Terrorakte aus?

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Die Tat selbst ist noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Feststeht, dass der Täter sechs Männer tötete, womit er 17 Kinder zu Halbwaisen machte, und mehrere Besucher eines Gebetsraums zum Teil schwer verletzte, fünf befanden sich in einem kritischen Zustand. Der junge Mann hatte am Sonntagabend zur Stunde des Abendgebets das Centre Culturel Islamique de Québec betreten und laut Augenzeugen sofort das Feuer eröffnet. Den betenden Männern wurde in den Rücken geschossen.

Der Schütze rief später die Polizei an, ließ sich festnehmen und gestand die Tat ein. Gestern wurde er von einem kanadischen Gericht des Mordes in sechs Fällen und des versuchten Mordes in fünf Fällen angeklagt und in Untersuchungshaft verbracht. Ob Anklage wegen einer Tat im Zusammenhang mit Terrorismus eröffnet wird, steht noch aus. Der Angeklagte wird noch viele Fragen beantworten müssen.

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Ist das Universum eine Holografie?

LIGO/Aurore Simonnet/Sonoma State University
LIGO/Aurore Simonnet/Sonoma State University
Konkurrenz für das kosmologische Standardmodell? Unser dreidimensionales Universum könnte durch ein zweidimensionales Quantenfeld erschaffen sein und damit nur eine Art Holografie – so eine Theorie. Ob dieses Modell zu den Beobachtungsdaten passt, haben Physiker nun anhand der Messdaten des Planck-Satelliten überprüft. Ihr Fazit: Das Holografie-Modell steht bei der Beschreibung der Prozesse im frühen Kosmos dem Standardmodell kaum nach.

scinexx

Was in der Frühzeit des Universums geschah und wie sich aus diesem extremen Urzustand unser heutiger Kosmos entwickelte, ist noch immer rätselhaft. Einer gängigen Hypothese nach gab es eine Phase der kosmischen Inflation, die das Ur-Universum in Sekundenbruchteilen auf gewaltige Dimensionen ausdehnte. Doch bisher gibt es keinen Beleg dafür. Weitgehend unbekannt ist auch, welche Prozesse und Gesetzmäßigkeiten zur Inflation geführt haben könnten.

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Kopfhaube kann Gedanken von gelähmten Patienten lesen

 Mithilfe dieser besonderen Kopfhaube haben Forscher vollständig gelähmten Patienten wieder Kommunikation ermöglicht. Vier Betroffene konnten über die Computer-Gehirn-Schnittstelle mit Ja und Nein auf Fragen antworten Quelle: dpa
Mithilfe dieser besonderen Kopfhaube haben Forscher vollständig gelähmten Patienten wieder Kommunikation ermöglicht. Vier Betroffene konnten über die Computer-Gehirn-Schnittstelle mit Ja und Nein auf Fragen antworten Quelle: dpa
Vollständig gelähmte Patienten können mithilfe einer neu entwickelten, intelligenten Kopfhaube Ja- und Nein-Antworten geben. Wissenschaftler berichten von Erleichterung bei betroffenen Familien.

Von Lena Müssigmann | DIE WELT

Mithilfe einer besonderen Kopfhaube haben Forscher vollständig gelähmten Patienten wieder eine Kommunikation ermöglicht. Vier Betroffene konnten über diese Computer-Gehirn-Schnittstelle mit Ja und Nein auf Fragen antworten. Die Technik präsentieren der emeritierte Hirnforscher der Universität Tübingen, Professor Niels Birbaumer, 71, und Kollegen im Fachmagazin „Plos Biology“.

Das internationale Team bringt zwei Möglichkeiten, Hirnaktivität zu messen, zusammen – sogenannte Nahinfrarotspektroskopie und Elektroenzephalografie. Dabei wird von außen unter anderem die Veränderung des Sauerstoffgehalts im Blut des Gehirns gemessen, die ein Zeichen für die Aktivität der jeweiligen Hirnregion ist.

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„Die Unternehmen entziehen sich jeglicher Gerichtsbarkeit“

 Ein Arbeiter vor einem Minenzugang in Kalana, Mali (Foto: Reuters)
Ein Arbeiter vor einem Minenzugang in Kalana, Mali (Foto: Reuters)
Niemand weiß, wo die Rohstoffe in unseren Elektrogeräten genau herkommen. Die Politik muss das ändern, fordert der Geograf Michael Reckordt.

Interview von Christian Endt | Süddeutsche.de

Es ist kaum durchschaubar, welche Rohstoffe in Elektrogeräten stecken und wo sie herkommen. Michael Reckordt ist Diplom-Geograf und kümmert sich bei der Organisation PowerShift um Rohstoffpolitik und fordert, Produzenten und Hersteller müssten offen legen, woher sie ihre Materialien beziehen – und die Verantwortung für durch die Förderung entstandene Umweltschäden übernehmen.

SZ.de: Wenn ich als Verbraucher Kaffee oder Kakao kaufe, kann ich auf Fairtrade-Siegel achten. Wie aber kann ich nachvollziehen, was in meinem neuen Handy steckt?

Michael Reckordt: In einem Smartphone sind 40 bis 60 verschiedene Rohstoffe aus hunderten von Minen verarbeitet. Sie haben als Konsument keine Möglichkeit, das bis zum fertigen Produkt zu verfolgen. Das Sinnvollste ist, insgesamt weniger zu kaufen, das Handy vielleicht auch mal drei oder vier Jahre lang zu benutzen. Und ansonsten müssen Sie an die Politik herantreten und sagen: Ich will mit meinem Geld keine Produkte kaufen, die woanders Menschenrechte verletzen.

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Sexueller Kindesmissbrauch: „Mein Vater sagte zu mir, ich könnte jetzt schwanger werden“

Bild: WAZ
Bild: WAZ
Um das Thema Kindesmissbrauch in die Mitte der Gesellschaft zu bringen, werden erstmals Opfer öffentlich befragt.

Von Ricarda Breyton | DIE WELT

  • Experten gehen davon aus, dass in Deutschland rund eine Million Kinder von sexueller Gewalt betroffen sind.
  • Die persönlichen Schilderungen ihres Leides sind für die meisten Opfer sehr schmerzhaft – aber auch befreiend.

Als Sabrina Tophofen mit ihren Eltern nach Duisburg zieht, beginnt für sie ein neues Leben. Die Gegend ist schön und die neue Wohnung auch. Doch bald ist für das Mädchen klar: Aus dem hübschen Häuschen wird ein Horrorhaus. Denn kurz nach dem Umzug beginnt der Vater damit, Tophofen und ihre Geschwister sexuell zu missbrauchen. „Es fing an mit Anfassen und endete mit Vergewaltigung. Mit dem Wissen meiner Mutter, die das alles gesehen hat.“

Die zierliche Frau schluchzt und zittert. Sie sitzt vor über 100 Menschen, eingeladen hat die „Unabhängige Aufarbeitungskommission Kindesmissbrauch“, die vor einem Jahr ihre Arbeit aufgenommen hat. Das Expertengremium rund um die Sozialpädagogin Sabine Andresen hat das Ziel, Strukturen und Ausmaß des sexuellen Missbrauchs in Deutschland aufzudecken – und zwar nicht nur in Institutionen wie Schule oder Kirche, sondern auch in der Familie.

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Über 100 Weltnaturerbe-Stätten sind in Gefahr

Der Mensch zerstört durch seine Aktivitäten einzigartige Biotope - wie hier im Nationalpark Kahuzi-Biéga im Kongo. © AJ Plumptre
Der Mensch zerstört durch seine Aktivitäten einzigartige Biotope – wie hier im Nationalpark Kahuzi-Biéga im Kongo. © AJ Plumptre
Bedrohte Schätze der Natur: Mehr als 100 Weltnaturerbe-Stätten werden durch menschliche Aktivitäten zunehmend in Mitleidenschaft gezogen, warnen Forscher. Tourismus, Landnutzung und Urbanisierung haben den eigentlich geschützten Biotopen in den vergangenen zwei Jahrzehnten demnach merklich zugesetzt. Auch berühmte Reservate wie der Yellowstone Nationalpark sind davon betroffen.

scinexx

Ob das Great Barrier Reef, der Yellowstone-Nationalpark oder die Galapagosinseln: Sie alle sind ein UNESCO Weltkulturerbe und gehören damit zu den bedeutendsten und einzigartigen Biotopen unseres Planeten – und sie alle sind akut bedroht. Schuld daran trägt wie so oft der Mensch. Denn er baut Straßen durch diese Stätten, nutzt das Land für den Ackerbau, errichtet dort Gebäude und fällt Bäume.

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Zahl der britischen Einbürgerungsanträge steigt

Doppelpass. Das ist das Ziel der Briten, die noch vor dem Brexit deutsche Staatsbürger werden wollen. Seit dem Volksentscheid sind...Foto: AFP
Doppelpass. Das ist das Ziel der Briten, die noch vor dem Brexit deutsche Staatsbürger werden wollen. Seit dem Volksentscheid sind…Foto: AFP
Nach dem Brexit wollen immer mehr Briten in Berlin Deutsche werden. Bis der Brexit vollzogen ist, werden sie sich nicht zwischen den beiden Nationalitäten entscheiden müssen.

Von Jennifer Cadd | DER TAGESSPIEGEL

Camilla Leathem sitzt in einem Café in der Nähe ihrer Neuköllner Wohnung und lächelt zufrieden. Noch eine Woche bis sie bei ihrer Einbürgerungszeremonie im Neuköllner Bezirksamt diese Worte sagen darf: „Ich erkläre feierlich, dass ich das Grundgesetz und die Gesetze der Bundesrepublik Deutschland achten und alles unterlassen werde, was ihr schaden könnte“. Dann bekommt die 31-jährige promovierte Germanistin aus Bridport in der Grafschaft Dorset eine Einbürgerungsurkunde überreicht und kann wie jeder andere deutsche Staatsbürger in Berlin ewig auf einen Termin beim Bürgeramt warten, um einen Personalausweis zu beantragen.

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„Was Sie über Aleppo hören, ist bestenfalls ein kleiner Teil der Wahrheit“

Foto: Jan Oberg
Foto: Jan Oberg
Interview mit dem Konfliktforscher Jan Oberg, der die Befreiung Aleppos als „weltgeschichtliches“ Ereignis einstuft

Von Fabian Köhler | TELEPOLIS

Nur knapp sechs Wochen sind vergangenen, seitdem kaum eine Nachrichtensendung ohne Schlagzeile zu den Ereignissen im syrischen Aleppo auskam. Unterstützt durch russische Luftangriffen eroberten Mitte Dezember Truppen der syrischen Armee den Ostteil der Stadt und beendeten damit die seit vier Jahren andauernde Kontrolle oppositioneller Milizen.

Von Massakern an der Zivilbevölkerung, einem „neuen Srebrenica“, gar „einem drohenden Völkermord“ berichteten Medien damals. Doch nur wenige Tage später verschwand das mediale Interesse am Schicksal der Menschen in der zerstörten syrischen Millionenmetropole wieder und damit auch die Deutung der Ereignisse: Befreiung oder Belagerung? Fall oder Glücksfall?

Der Konfliktforscher Jan Oberg war während der entscheidenden Tage in Aleppo und berichtet bis heute über die Ereignisse in der Stadt. Im Interview erzählt der schwedische Konfliktforscher und Leiter des Transnational Foundation for Peace and Future Research über seine Erlebnisse in der zerstörten Stadt und seine Sicht auf die westliche Medienberichterstattung.

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Wahl Dodo des Monats Januar 2017

Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR

Der Höhepunkt des Monats war die Amtseinführung, des neuen Präsidenten der USA, Donald Trump. Die Frommen jubeln und die erbosten gehen auf die Straße. Christen schicken Christen nach Syrien zurück, während sich hier die Pfaffen um die Nächstenliebe verdient machen.
Es ist völlig belanglos, ob Christen oder Muslime als Schutzsuchende kommen. Es sind Menschen. Alle anderen Attribute sind unwichtig, weil sie Menschen aus-und abgrenzen. Einem säkularen Gemeinwesen interessiert die Religiosität seiner Bürger nicht. Gültig für alle Beteiligten, wenn Pfaffen und Vorbeter nicht den Anspruch erheben würden Menschen nach ihrer Religion zu bestimmen.
Der DiTIB kann ohne seine Vorbeter in der Türkei nicht leben, die zahlen ja schließlich auch das Orchester, die Schwarzkittel der Kirchen versuchen die Frömmigkeit der Muslime fürs Herz-Jesulein-Wellness-Image zu nutzen. Der andere kann sich verbindliche Moral ohne Kirchen nicht vorstellen, da ist die Aufklärung vorbeigerutscht. Nazisprache, Mumien als Körperteilspender die man durch die Straßen tragen kann. Politik die sich zur Religions-Hure ins Bett legt.

Hier sind die Kandidaten. Die Wahl ist bis zum 07. Februar 18:00 Uhr befristet. Am folgenden Tag wird der Gewinner hier gewürdigt werden. Viel Spaß!

  1.  Rudolf Vorderholzer, „kann nur religiös denken, alles andere ist kognitive Dissonanz.“
  2.  DiTiB, „kann ohne Türkei nicht religiös leben.“
  3.  Klett-Verlag, „Antisemitismus im Schulbuch.“
  4.  Jürgen Vorndran, „Mumienknochen abgesägt für Toten-Kult.“
  5.  Hans Zollner, „sexueller Missbrauch und Glaubensverluste.“
  6.  Ismet Yilmaz, „will Mohammed vor den Nacktaffen retten.“
  7.  Sigmar Gabriel, „hat als Außenminister das Problem Böhmermann übernommen.“
  8.  Björn Höcke, „Lehrer mit Nazi-Attitüde.“
  9.  Gregor Gysi, „Beispiel für Versagen der Aufklärung.“
  10.  Margot Käßmann, „will bestimmen, wann und ob sich Staat und Kirchen trennen.“
  11.  Volker Beck, „hat noch nicht begriffen, dass Kopftuch et al nichts mit Religion zu tun haben.“
  12.  Ekkhart Vetter, “ will seine Homophobie respektiert wissen.“

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Türkei will „Tornado“-Aufklärungsbilder erpressen

Tornado IDS der deutschen Luftwaffe. Bild: wikimedia.org/PD/Kevin J. Gruenwald
Tornado IDS der deutschen Luftwaffe. Bild: wikimedia.org/PD/Kevin J. Gruenwald
Die Türkei will die Bundeswehr nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen zwingen, deutsche Aufklärungsbilder aus Syrien und dem Irak weiterzuleiten. Davon profitieren könnte auch Russland – die Bundesregierung spricht von Erpressung.

Von Matthias Gebauer | SpON

Kurz vor der Türkei-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es zwischen Berlin und Ankara neuen Streit um die Luftwaffen-Basis Incirlik und die „Tornado“-Aufklärungsjets der Bundeswehr. Nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen versucht die Türkei durch massive Drohungen, sich direkten Zugang zu den Aufklärungsergebnissen der deutschen Jets zu verschaffen, die jeden Tag über Syrien und dem Irak fliegen.

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Donald Trump, the Religious Right’s Trojan Horse

resident Donald Trump, Melania Trump, Vice President Mike Pence and Karen Pence at the National Prayer Service on 21 January. (Photo: Al Drago / The New York Times)
President Donald Trump, Melania Trump, Vice President Mike Pence and Karen Pence at the National Prayer Service on 21 January. (Photo: Al Drago / The New York Times)
This time a year ago, leaders of the old guard religious right were determined to stop Donald J. Trump from winning the Iowa caucuses. James Dobson, the founder and former president of Focus on the Family, and Tony Perkins, the president of the Family Research Council, joined Senator Ted Cruz as he campaigned in the state.

By Michelle Goldberg | Church and State/New York Times

Prominent female anti-abortion activists released an open letter, “Pro-Life Women Sound the Alarm: Donald Trump Is Unacceptable.” It cited, among other things, Mr. Trump’s former ownership of a casino strip club.

Driving around Iowa that January, I heard Christian radio hosts rebuke Jerry Falwell Jr., the president of Liberty University, for giving his support to Mr. Trump.

“Mr. Falwell, in light of Mr. Trump’s attacks on those he happens to dislike at the moment,” asked one, Michael L. Brown, in a plaintive open letter, “How can you point to his Christlike character?”

What a difference a year makes.

Once Mr. Trump seized the Republican nomination, religious conservatives realized that their only path to federal influence lay in a bargain with this profane, thrice-married Manhattan sybarite. So they got in line, ultimately proving to be Mr. Trump’s most loyal backers.

When, last October, a recording emerged of Mr. Trump’s boasting to a TV host about grabbing women “by the pussy,” many secular conservatives urged him to step aside, but most of the religious right stayed true. Ralph Reed, the founder and chairman of the Faith and Freedom Coalition and head of Mr. Trump’s religious advisory board, argued that for people of faith, “a 10-year-old tape of a private conversation with a TV talk show host ranks pretty low on their hierarchy of their concerns.”

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