Austritt aus der Kirche: Weg vom Glauben

Bild: tilly
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Der Kirchenaustritt wird bald erleichtert. Es reicht der Gang zur Gemeindeverwaltung. Das hat vor allem steuerliche Gründe. Die Kirchen sind trotzdem nicht gerade begeistert und freuen sich über jeden Einzelnen, der wieder eintritt.

Von Olaf Kern | Frankfurter Neue Presse

Es war der späte Dienstagabend vergangene Woche, als im Hessischen Landtag eine nur in der Öffentlichkeit wenig beachtete, aber weitreichende Entscheidung gefällt wurde. Künftig wird es leichter, aus der Kirche auszutreten. Den Hessen wird der Gang zum Amtsgericht erspart bleiben. Stattdessen müssen sie zur Gemeindeverwaltung. Die Gründe sind rein verwaltungstechnischer Natur. Die Wege für die Bürger werden kürzer, weil jede Gemeinde eine Verwaltung hat, aber nicht jede ein Amtsgericht. Hinzu kommen die steuerlichen Regelungen.

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23.000 Atome auf einen Streich

Die Atom-Tomografie zeigt die Position der 6.569 Eisenatome (rot) und 16.627 Platinatome im Nanopartikel © Colin Ophus/ Florian Nickel
Die Atom-Tomografie zeigt die Position der 6.569 Eisenatome (rot) und 16.627 Platinatome im Nanopartikel © Colin Ophus/ Florian Nickel
Nanopartikel durchleuchtet: Forscher ist es erstmals gelungen, die genaue Position aller Einzelatome in einem Nanopartikel abzubilden. Ihre Atom-Tomografie zeigt genau, wo die 23.000 Atome sitzen und zu welchem Element sie gehören. Eine solche atomgenaue Strukturanalyse ist ein wichtiger Fortschritt, denn sie liefert entscheidende Informationen über die Eigenschaften des Materials, wie die Forscher im Fachmagazin „Nature“ berichten.

scinexx

Die Eigenschaften eines Materials hängen nicht nur von seiner chemischen Zusammensetzung ab. Auch die Position und Anordnung der einzelnen Atome in der Substanz spielt eine entscheidende Rolle. So bestimmen Lücken oder eingestreute Fremdatome im Atomgitter die elektrischen und optischen Eigenschaften von Kristallen, bei Legierungen beeinflussen Atomstruktur und Grenzflächen das magnetische Verhalten.

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Architekturexperte tritt wegen Garnisonkirche aus Kirche aus

Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Bild: Potsdam ohne Garnisonskirche/FB
Weil ihn der Umgang mit der Geschichte der Garnisonkirche und dem Wiederaufbau gestört hat, ist Philipp Oswalt, ehemaliger Direktor der Bauhaus-Stiftung, aus der Kirche ausgetreten. Die Garnisonkirchen-Stiftung weist die Vorwürfe zurück.

Von Yvonne Jennerjahn | POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN

Der frühere Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, ist wegen der Potsdamer Garnisonkirche aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Er sei seit Anfang 2017 nicht mehr Mitglied der Kirche, sagte der Architekt dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Mittwoch in Berlin. Ausschlaggebend für den Kirchenaustritt sei der Umgang mit der Geschichte der 1945 zerstörten und 1968 abgerissenen Garnisonkirche und dem geplanten Wiederaufbau innerhalb der evangelischen Kirche gewesen. Mit dem Projekt werde eine „Verfälschung der Geschichte“ betrieben, sagte Oswalt.

[…]

Der Wiederaufbau habe „keine substanzielle zivilgesellschaftliche Basis“, sondern werde „von den politischen und kirchlichen Eliten herbeigeführt“, schreibt Oswalt weiter. Der Umgang mit dem Thema Garnisonkirche habe sein „generelles Unbehagen an einer zu eng mit dem Staat verbundenen Kirche“ bestätigt. Mit dem Potsdamer Projekt sei für ihn nun „eine rote Linie überschritten“ gewesen.

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Erdogans verbale Ohrfeige für Kanzlerin Merkel

 Angela Merkel und Recep Tayyipp Erdogan treten in Ankara gemeinsam vor die Presse Quelle: AP
Angela Merkel und Recep Tayyipp Erdogan treten in Ankara gemeinsam vor die Presse Quelle: AP
Merkel versuchte beim Türkei-Besuch eine schwierige Gratwanderung: Nicht wie ein Steigbügelhalter wirken und dabei Erdogan nicht provozieren. Doch der war auf Krawall aus. Es kam zum Schlagabtausch auf offener Bühne.

Von Boris Kálnoky | DIE WELT

Es gab Zeiten, da sahen Besuche hochrangiger deutscher Politiker in der Türkei ungefähr so aus: Die deutsche Seite mahnte die Türkei – sanft und gewürzt mit Lob der historisch engen bilateralen Beziehungen –, sich alles in allem zu bessern.

Inzwischen läuft es andersherum: Die Türkei, genauer gesagt der regierungsnahe Medienapparat und zweitrangige deutschsprachige AKP-Politiker, deren Aufgabe es ist, in Richtung deutscher Medien Sprechblasen abzusondern, nutzen hohe Besuche aus Berlin, um Deutschland an den Pranger zu stellen und türkische Stärke zu demonstrieren.

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Migrantenschreck: „Ich will ja keine Flüchtlinge töten. Es geht um einen Denkzettel“

 Der
Der „Antifaschreck“-Revolver feuert mit 125 Joule Mündungsenergie. Ohne Waffenschein sind 7,5 Joule erlaubt. Die Geschosse können Menschen töten. (Foto: SZ / Motherboard)
  • Hunderte Menschen in Deutschland haben Schusswaffen beim illegalen Online-Shop „Migrantenschreck“ bestellt.
  • Die Webseite hat Gewehre, Pistolen, Revolver und Armbrüste zum Schutz vor „Merkels vergewaltigenden Invasoren“ verkauft.
  • Die Kunden kommen aus allen politischen und gesellschaftlichen Milieus.
  • Der Betreiber von Migrantenschreck ist in Deutschland untergetaucht, gegen die Waffenkäufer laufen Ermittlungen und Razzien.

Von Max Hoppenstedt, Simon Hurtz, Daniel Mützel | Süddeutsche.de

Am Abend des 5. Oktober begeht Alexander Haase* eine Straftat. Seine Praxis hat bereits geschlossen, als der Allgemeinmediziner noch einmal seinen Browser öffnet und das gewünschte Produkt in den Warenkorb legt. Um 21:10 Uhr* schließt er die Bestellung mit der Nummer 1z61tg034243f* ab und überweist 590,99 Euro* auf ein ungarisches Bankkonto. Einige Wochen später bringt ihm ein DHL-Fahrer ein unscheinbares Paket aus braunem Karton. Darin ist ein Revolver. Haase besitzt keine Waffenerlaubnis. (*Namen und Details der Bestellung geändert)

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Hochspannung zwischen Griechenland und der Türkei

Türkische SOldaten – (c) REUTERS (ALKIS KONSTANTINIDIS)
Türkische SOldaten – (c) REUTERS (ALKIS KONSTANTINIDIS)
Ankara fordert die „sofortige“ Auslieferung von türkischen Militärs, die Asyl beantragt haben – und warnt Athen vor „Provokation“.

Die Presse.com

Unmittelbar vor Beginn des Türkei-Besuchs der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel warnt die Regierung in Ankara den EU-Partner Griechenland vor Provokationen. Die Türkei fordert sowohl von Deutschland als auch von Griechenland die Auslieferung von türkischen Militärs, die Asyl beantragt haben.

„Wenn die Situation eskaliert, was Gott verhüten möge, falls es
zu einem ungewollten Zwischenfall kommt, denn wird es keinen Weg
zurück geben“, sagte Außenminister Mevlüt Cavusolgu der Zeitung
„Hürriyet“ vom Donnerstag ohne konkreter zu werden. Merkel wird am
Donnerstag in Ankara erwartet. Sie telefonierte am Mittwochabend mit
dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras, um ihre Ankara-Reise
vorzubereiten.

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KI mit emotionaler Intelligenz

The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex
The Terminator films envisage a future in which robots have become sentient and are at war with humankind. Ray Kurzweil thinks that machines could become ‘conscious’ by 2029 but is optimistic about the implications for humans. Photograph: Solent News/Rex
Call-Center wollen ihre menschlichen Mitarbeiter nicht abschaffen, aber leistungsfähiger machen. Dabei helfen zunehmend Systeme, die den Verlauf von Gesprächen in Echtzeit analysieren und Hinweise dazu geben.

Von Will Knight | Technology Review

Wenn Sie das nächste Mal bei der Kundenbetreuung anrufen, kann es sein, dass die Person am anderen Ende der Leitung beim Gespräch mit Ihnen von emotional intelligenter KI-Software unterstützt wird. Manche Call-Center-Mitarbeiter bekommen inzwischen in Echtzeit Hinweise von Software, die ihre Sprache und die Art ihrer Dialoge mit Kunden analysiert. Beispielsweise kann die Software empfehlen, langsamer zu reden oder seltener zu unterbrechen, oder darauf hinweisen, dass ein Gesprächspartner ärgerlich zu sein scheint.

Solche Anwendungen sind eine faszinierende Vorschau auf die Art und Weise, wie Künstliche Intelligenz und Menschen in Zukunft immer stärker zusammenarbeiten könnten. Reichlich Routinearbeit in Call-Centern und anderen Büros wird zunehmend automatisiert, doch die direkte Interaktion mit Menschen dürfte davon noch lange Zeit verschont bleiben. Aber auch so kann KI-Software in einer beratenden Funktion beeinflussen, wie menschliche Mitarbeiter mit Kunden interagieren.

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Das Kreuz sei ein säkulares, abendländisches Symbol

DerverzweifelteJesus„Das Kreuz im öffentlichen Raum und das Kopftuch sind religiöse Symbole. Darf man sie unterschiedlich behandeln? Ich sage ja, aus folgenden Gründen…“ Gastkommentar der Wiener Landtagsabgeordneten Gudrun Kugler

Von Gudrun Kugler | kath.net

Nach wochenlanger Diskussion über religiöse Bekleidungsvorschriften in Österreich gibt es nun ein Ergebnis: Ein Verhüllungsverbot kommt: 150 Euro Strafe. Ein Kopftuchverbot halten weder der Justizminister (z.B. bei Richterinnen) noch der Innenminister (z.B. bei Polizistinnen) derzeit für notwendig. In beiden Fragen gab es viele gute Argumente dafür und dagegen. Den nun festgelegten österreichischen Weg halte ich für gut.

Es bleibt allerdings eine wichtige Frage zu beantworten: Hätte ein Kopftuchverbot notwendigerweise ein Verbot der Kreuze in den Gerichtssälen, eventuell sogar ein Schulkreuzverbot zur Folge? SPÖ-Staatssekretärin Duzdar will das nun besprechen. Der frühere UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit, Heiner Bielefeldt, meinte: „Christliche Symbole zu privilegieren ist ein Verstoß gegen die Gleichheit“ (kathPress). Dem kann ich nicht zustimmen!

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Der Liberalismus als Humanismus: Der Mensch als Zweck und nicht als Mittel

Der Wert des Menschen ist das Ziel, dem alle gesellschaftlichen Verhältnisse zweckdienlich sein müssen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
Der Wert des Menschen ist das Ziel, dem alle gesellschaftlichen Verhältnisse zweckdienlich sein müssen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
Die illiberalen Tendenzen, welche die westliche Welt heimsuchen, sind durch einen Liberalismus mitverschuldet, der sich den Systemen unterworfen hat. Es gilt, wieder auf den Menschen zu fokussieren.

Von Martin Booms | Neue Zürcher Zeitung

Im Schoss der freiheitlich-offenen Gesellschaften braut sich Unheil zusammen: Zunehmend aggressive und autoritäre Kräfte polemisieren gegen die etablierten Strukturen von Politik und Gesellschaft. Einfache Erklärungsmuster, binäre Freund-Feind-Schemata und polarisierende Standpunkte werden gegen die mühevollen Prozesse pluralistischen Austarierens und politischen Ausgleichens in Stellung gebracht.

Der demokratisch eingehegte Streit um Meinungen und Macht wird umgedeutet zum Kampf um Wahrheit und Herrschaft. Die westliche Welt scheint kopfzustehen: Greift eine neue, gegen die liberale Ordnung gerichtete Form eines autoritären Irrationalismus um sich? Der Grund der gegenwärtigen, freiheitsbedrohlichen Entwicklungen könnte in einer kaum reflektierten, aber umso tiefer empfundenen Enttäuschung liegen – einer Enttäuschung über das nicht eingehaltene liberale Versprechen illiberale Tendenzen der westlichen Moderne selbst.

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Wie machbar ist ein Flug zu Alpha Centauri?

Im Rahmen des Starshot-Projekts soll ein winziges Raumschiff, angetrieben von einem riesigen quadratischen Photonensegel, in das Sternsystem Alpha Centauri fliegen. © Breakthrough Starshot
Im Rahmen des Starshot-Projekts soll ein winziges Raumschiff, angetrieben von einem riesigen quadratischen Photonensegel, in das Sternsystem Alpha Centauri fliegen. © Breakthrough Starshot
Ehrgeizige Visionen: Die Breakthrough-Starshot-Initiative plant, Nanoraumsonden zu entwickeln, die innerhalb von nur 20 Jahren das Sternsystem Alpha Centauri erreichen können. Lichtsegel und Laserstrahlen sollen die winzigen Sonden antreiben. Wie realistisch dieser Plan ist und wo es noch hapert, haben nun zwei deutsche Astrophysiker untersucht. Sie sehen vor allem bei der Ankunft am Nachbarstern die größten Probleme.

scinexx

Seit letztem Jahr ist klar, dass unser nächster stellarer Nachbar, der Stern Proxima Centauri, einen erdähnlichen Planeten besitzt. Dieser potenzielle Erdzwilling liegt nur rund vier Lichtjahre von uns entfernt und kreist noch dazu in der habitablen Zone seines Sterns. Zwar ist noch unklar, ob auf diesem Planeten Leben existieren könnte, doch Proxima Centauri b wäre in jedem Fall ein naheliegendes erstes Ziel für eine interstellare Raumsonde.

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Türkei untersucht Besuch Fethullah Gülens im Vatikan

"Es gibt viele Verschwörungs-Theorien um Fethulla Gülen"Medien am Bosporus hatten 2016 spekuliert, der Muslim Gülen sei von Johannes Paul II. zum Kardinal „in pectore“ ernannt worden

kath.net

Bei den Untersuchungen des Putschversuchs in der Türkei geht es offenbar auch um ein Treffen des Predigers Fethullah Gülen mit Papst Johannes Paul II. (1978-2005). Am 9. Februar 1998 empfing der Papst Gülen im Vatikan. Laut einem Bericht des vatikanischen Pressedienstes Fides befasst sich die Untersuchungskommission des türkischen Parlaments in diesen Tagen mit dem Besuch. Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan macht die Bewegung des Predigers, der im US-amerikanischen Exil lebt, für den Putschversuch verantwortlich.

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Ditib-Generalsekretär vergleicht Religionsbehörde mit Vatikan

ditib

Alboga: Diyanet fungiere laut Satzung ausschließlich als «Schlichtungsstelle in religiösen Fragen» – innerinstitutionelle Ermittlungen wegen Spionagevorwürfen werden weiter durchgeführt

islam.de

In der Debatte über die Verbindungen zwischen dem deutsch-türkischen Moscheeverein Ditib und den Behörden in Ankara hat sich mit Bekir Alboga der Generalsekretär des Verbandes geäußert. In einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) nahm Alboga am Mittwoch Bezug auf die Ditib-Satzung.

Dort ist festgehalten, dass im Falle von Konflikten, die die Organe des Vereins nicht lösen können, die Beschlüsse des «Obersten Religionsrates des Präsidiums für Religiöse Angelegenheiten, Diyanet» Anwendung finden. Diyanet fungiere laut Satzung ausschließlich als «Schlichtungsstelle in religiösen Fragen», sagte Alboga. «Das Präsidium ist darin eine spirituelle Instanz und ein theologisches Lehramt, wie etwa der Vatikan für die katholische Kirche in Deutschland.» Zugleich unterstrich der Ditib-Generalsekretär, dass das Präsidium in dieser Funktion bisher weder angefragt, noch von sich aus aktiv geworden sei.

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Bundesregierung verteidigt Racial Profiling bei Polizeikontrollen

Polizeikontrolle (Symbolfoto) © pppspics @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Polizeikontrolle (Symbolfoto) © pppspics @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Polizeiliche Personenkontrollen aufgrund des Aussehens stellen einem Gerichtsurteil zufolge eine unzulässige Diskriminierung dar. Das sieht die Bundesregierung anders. Das Urteil sei eine „Einscheidung im Einzelfall“. Kritik kommt von der Linkspartei.

MiGAZIN

Die Bundesregierung verteidigt die Praxis, Reisende auch aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes wie Hautfarbe und ethnischer Herkunft zu kontrollieren. Es sei keine unzulässige Diskriminierung, „wenn das äußere Erscheinungsbild einer Person nur eines von mehreren Kriterien für die Durchführung einer konkreten polizeilichen Maßnahmen ist“, zitieren die Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion.

Eine Entscheidung des Koblenzer Oberverwaltungsgerichts von April 2016, wonach Kontrollen allein aufgrund der Hautfarbe eine rechtswidrige Diskriminierung darstellen, bezeichnete die Regierung dem Bericht zufolge als „Entscheidung im Einzelfall“. Dabei ging es um die Kontrolle einer dunkelhäutigen Familie in einem Regionalzug durch Beamte der Bundespolizei. Die Richter urteilten, in dem Fall sei die Hautfarbe das alleinige oder zumindest ausschlaggebende Kriterium für die Kontrolle gewesen.

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Durchsuchung Bilal-Moschee Frankfurt: Schweigen und Scherben nach Razzia

Die Bilal Moschee im Frankfurter Stadtteil Griesheim. Foto: Christoph Boeckheler
Die Bilal Moschee im Frankfurter Stadtteil Griesheim. Foto: Christoph Boeckheler
Im Zuge der Anti-Terror-Razzia im Rhein-Main-Gebiet wurde auch die Bilal-Moschee in Frankfurt-Griesheim durchsucht. Gemeindemitglieder geben sich ahnungslos ob der Gründe. Experten aber zählen die Moschee zum Kern der salafistischen Szene

Von Marie-Sophie Adeoso | Frankfurter Rundschau

Am späten Vormittag ist in der kleinen Parallelstraße der Mainzer Landstraße in Frankfurt-Griesheim wieder Ruhe eingekehrt. Die Gardinen an vielen Fenstern der Wohnhäuser sind zugezogen, die Straße ist menschenleer. Ein paar einsame Krähen hüpfen über den Basketballplatz in der Grünanlage. Nur vor dem Eingang der Bilal-Moschee stehen einige bärtige Männer in Wintermänteln, die sich als Gemeindemitglieder bezeichnen und auf die Polizei schimpfen. An einer Mauer gegenüber der Moschee drücken Graffiti es drastischer aus: „Fuck the police“.

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Österreich: Das Kreuz bleibt im Gerichtssaal

foto: standard/corn Zwei Kerzen und ein Kreuz: die sogenannte Schwurgarnitur.
foto: standard/corn Zwei Kerzen und ein Kreuz: die sogenannte Schwurgarnitur.
Das Neutralitätsgebot betreffe nur das Tragen religiöser Symbole durch Personen, sagen die Regierungskoordinatoren

Von Lisa Kogelnik | derStandard.at

Zwei Kerzen und in der Mitte ein Kreuz: So sieht die sogenannte „Schwurgarnitur“ im österreichischen Gerichtssaal aus. Obwohl die Regierung ein „Neutralitätsgebot“ für Richter, Staatsanwälte und Polizisten plant, wird das Kreuz im Gerichtssaal bleiben. Das stellten die Regierungskoordinatoren Thomas Drozda (SPÖ) und Harald Mahrer (ÖVP) am Mittwoch klar.

Die Richtervereinigung kritisiert diese Entscheidung. „Wir fordern ein umfassenden Neutralitätsgebot“, sagt Vizepräsidentin Sabine Matejka zum STANDARD. Dies dürfe sich nicht nur auf die Kleidung der Richter beziehen, sondern müsse auch für die Räumlichkeiten gelten.

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Genschere schützt Rinder gegen Tuberkulose

Ein eingeschleustes Gen macht Kühe resistenter gegenüber der Tuberkulose - dank CRISPR/Cas9 und der Klontechnologie. © ulleo/pixabay
Ein eingeschleustes Gen macht Kühe resistenter gegenüber der Tuberkulose – dank CRISPR/Cas9 und der Klontechnologie. © ulleo/pixabay
Gen eingeschleust: Forscher haben die Genschere CRISPR/Cas9 erstmals genutzt, um Rinder resistenter gegenüber der Rindertuberkulose zu machen. Sie schleusten dafür in Zellen ein Schutzgen gegen die Tuberkulose-Infektion ein. Allerdings: Von 173 manipulierten Zellen entwickelten sich nur elf zu lebensfähigen Kälbern. Zudem funktioniert das Ganze nur in Kombination mit dem Klonen.

scinexx

Die Genschere CRISPR/Cas9 gilt als das vielversprechendste Werkzeug der modernen Gentechnik. Denn mit ihr lassen sich Gene und Genabschnitte punktgenau ins Erbgut einschleusen und so Genfehler korrigieren. Forschern gelang es damit bereits, die Sichelzellen-Anämie bei Blutzellen zu reparieren, bei Mäusen gelang die Therapie der Duchenne Muskeldystrophie. In China haben Wissenschaftler bereits erste Genabschnitte in menschliche Embryonen eingeschleust – ein hoch umstrittener Eingriff in die menschliche Keimbahn.

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Martin Schulz – der nette Populist, Ich bin der Martin, ne

 Jetzt tut er so, als sei er all die Jahre nicht dabei gewesen: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz © Michael Sohn/AP
Jetzt tut er so, als sei er all die Jahre nicht dabei gewesen: SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz © Michael Sohn/AP
Martin Schulz beschert der SPD mit seiner notorischen Volksnähe ein kräftiges Umfragehoch. Doch der Kanzlerkandidat handelt unseriös und macht eigentlich nur, was die Populisten von Sahra Wagenknecht bis Frauke Petry auch tun.

Von Tilman Gerwien | stern.de

Ach, Würselen! Erst seit ein paar Tagen ist Martin Schulz Kanzlerkandidat der SPD. Aber in diesen paar Tagen hat er es geschafft, das harmlose Kleinstädtchen, das so herrlich nach deutscher Provinz klingt und bisher nahe dem Autobahnkreuz Aachen im Schatten der Weltgeschichte vor sich hin dämmerte, zur Chiffre zu machen für seine Kampagne. „Würselen“, so will es Martin Schulz, steht für Volksnähe. Für die „einfachen Menschen im Land“. Für „die, die jeden Tag zur Arbeit gehen und sich an die Regeln halten“. Also, so meint es Schulz wohl: „Würselen“ steht für Menschen wie ihn.

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TCM-Blödsinn brutal: Es geht Afrikas Eseln ans Fell

Die Huftiere werden zu tausenden verbotenerweise geschlachtet.Foto: imago
Die Huftiere werden zu tausenden verbotenerweise geschlachtet.Foto: imago
Reiche Chinesen sind auf die Tierhäute aus – weil sie angeblich heilende Kräfte haben. Für Schmuggler und Schwarzmarkt-Händler ist das ein Millionen-Geschäft.

Von Markus Schönherr | DER TAGESSPIEGEL

An den Berghängen in Kenias Tropenlandschaft sind die Ställe erkennbar. Von der Farm weht ein beißender Geruch über das Dorf hinab. Hier werden Esel in Massen gezüchtet, geschlachtet und verschifft. Die Huftiere sind Afrikas neuester Exportschlager. Der größte Abnehmer: China, dessen Bewohner dem Eselfell heilende Kräfte zuschreiben.

„Weshalb töten Banden unsere Esel?“, titelt die südafrikanische Wochenzeitung „Mail & Guardian“. Darunter prangt das Bild eines uniformierten Polizisten, der versucht, auf einer meterhohen Schicht aus Eselshäuten die Balance zu halten. In Benoni bei Johannesburg waren die Sicherheitskräfte auf 5000 graue Felle in einem Schiffscontainer gestoßen. Der Fund folgte der Beschwerde einer Nachbarin, die den Geruch trocknender, mit Salz eingeriebener Eselshäute nicht länger ertrug.

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Verkauf der Sonder-Bahntickets nach Wittenberg gestartet – zum Festgottesdienst

Bild: tilly
Bild: tilly
Der Ticketverkauf für die rund 260 Sonderzugfahrten der Deutschen Bahn zum Festgottesdienst am 28. Mai in der Lutherstadt Wittenberg hat begonnen. Auf den Elbwiesen in Wittenberg werden zum Höhepunkt der Feiern des 500. Reformationsjubiläums Hunderttausende Menschen erwartet.

evangelisch.de

Da am 28. Mai 2017 allein mit dem Zug mehr als 100.000 Besucher an- und abreisen werden, will die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben ein „S-Bahnnetz für einen Tag“ schaffen und Fahrzeuge aus dem gesamten Bundesgebiet nach Mitteldeutschland bringen. Insgesamt werden rund 260 Zugfahren angeboten, teilte die Bahn am Mittwoch mit.

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Wikipedia Is Being Ripped Apart By a Witch Hunt For Secretly Paid Editors

Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
Foto: Wikimedia/Robertolyra/Lizenz: CC BY-SA 3.0
With undisclosed paid editing on the rise, Wikipedians and the Wikimedia Foundation are working together to stop the practice without discouraging user participation.

By Oliver Lee Bateman | MOTHERBOARD

Wikipedia is a strange beast: a latter-day Library of Alexandria that has to work overtime to keep erasing graffiti from its walls. For a brief moment in 2014, goalkeeper Tim Howard, star of the 2014 US World Cup soccer team, was listed on the site as the „secretary of defense,“ and earlier this year House Speaker Paul Ryan found himself included on a list of invertebrates. Vandalism has plagued Wikipedia since its inception in 2001, but the site flourished in spite of these problems. But paid editors, who create and edit text to suit the needs of their clients, present a thornier challenge, since some of the work they do is permissible under Wikimedia Foundation’s terms of use as long as they disclose these conflicts of interest on their user pages. Not all paid editors make these disclosures, perhaps preferring the advantages offered by the appearance of objectivity, and those same policies that have made Wikipedia so useful—anonymity and consensus—are now at the heart of a controversy over how to prevent the alteration of the encyclopedia’s text by undisclosed paid editors.

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