Der Liberalismus als Humanismus: Der Mensch als Zweck und nicht als Mittel


Der Wert des Menschen ist das Ziel, dem alle gesellschaftlichen Verhältnisse zweckdienlich sein müssen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
Der Wert des Menschen ist das Ziel, dem alle gesellschaftlichen Verhältnisse zweckdienlich sein müssen. (Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone)
Die illiberalen Tendenzen, welche die westliche Welt heimsuchen, sind durch einen Liberalismus mitverschuldet, der sich den Systemen unterworfen hat. Es gilt, wieder auf den Menschen zu fokussieren.

Von Martin Booms | Neue Zürcher Zeitung

Im Schoss der freiheitlich-offenen Gesellschaften braut sich Unheil zusammen: Zunehmend aggressive und autoritäre Kräfte polemisieren gegen die etablierten Strukturen von Politik und Gesellschaft. Einfache Erklärungsmuster, binäre Freund-Feind-Schemata und polarisierende Standpunkte werden gegen die mühevollen Prozesse pluralistischen Austarierens und politischen Ausgleichens in Stellung gebracht.

Der demokratisch eingehegte Streit um Meinungen und Macht wird umgedeutet zum Kampf um Wahrheit und Herrschaft. Die westliche Welt scheint kopfzustehen: Greift eine neue, gegen die liberale Ordnung gerichtete Form eines autoritären Irrationalismus um sich? Der Grund der gegenwärtigen, freiheitsbedrohlichen Entwicklungen könnte in einer kaum reflektierten, aber umso tiefer empfundenen Enttäuschung liegen – einer Enttäuschung über das nicht eingehaltene liberale Versprechen illiberale Tendenzen der westlichen Moderne selbst.

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