Niedersachsens Ministerpräsident kritisiert Wahl von Imam in Ditib-Vorstand

ditib

Die Wahl eines von der Türkei entsandten Imams in den Vorstand des muslimischen Landesverbandes Ditib in Niedersachsen sorgt für Irritationen bei der Landesregierung. Auch der Ditib-Vorsitzende Yilmaz Kilic hält die Personalie für problematisch.

evangelisch.de

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die Wahl eines von der Türkei entsandten Imams in den Vorstand des muslimischen Ditib-Landesverbandes kritisiert. „Die Landesregierung könnte nicht akzeptieren, wenn nun auch die Vorstandsstrukturen von Ditib Niedersachsen aus der Türkei kontrolliert werden sollten“, schreibt Weil in einem Brief an den Ditib-Vorsitzenden Yilmaz Kilic, der dem epd vorliegt. Auch Kilic will den am vergangenen Wochenende in den Vorstand gewählten Imam wieder loswerden. „Wir wollen ein neutraler und unabhängiger Ansprechpartner für die Landesregierung sein“, sagte er am Freitag dem epd.

weiterlesen

Advertisements

Kirchen in Frankfurt: Priester werden knapp

Pastoralreferent Markus Feldes ist künftig in vier weiteren Gemeinden aktiv. Foto: Christoph Boeckheler
Pastoralreferent Markus Feldes ist künftig in vier weiteren Gemeinden aktiv. Foto: Christoph Boeckheler
Der Limburger Bischof Georg Bätzing weiht St. Marien in Frankfurt als siebte Großpfarrei ein. Die „Pfarreien neuen Typs“ sind die Antwort auf den Personal- und Bedarfsschwund.

Von Patrick Jütte | Frankfurter Rundschau

Pastoralreferent Markus Feldes ist seit 14 Jahren das Gesicht der katholischen Pfarrei Christ-König in Praunheim. „Als unser Pfarrer in den Ruhestand ging, wurde ich zum ersten Ansprechpartner“, sagt er. Ob Kommunionsvorbereitung, Kita-Plätze oder Wortgottesdienste: Der Referent füllt die Lücke, die entsteht, weil die Pfarrer für mehrere Gemeinden zuständig sind. „Die Zeiten, in denen jede Gemeinde ihren eigenen Pfarrer hatte, sind lange vorbei“, sagt Andrea Krawinkel, Vorsitzende des Pfarrgemeinderats der neuen Großpfarrei St. Marien.

weiterlesen

Terroristen und Rebellen nutzen vermehrt Roboterwaffen

Ferngesteuertes deutsches Sturmgewehr StG-44 von FSA. Bild: heise.de/tp
Ferngesteuertes deutsches Sturmgewehr StG-44 von FSA. Bild: heise.de/tp
Computertastatur gegen Sprengstoffweste – so ungefähr lässt sich die vorherrschende Wahrnehmung der seit 2001 ausgetragenen bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellen und staatlichen Armeen beschreiben.

Von Hans-Arthur Mariske | TELEPOLIS

Der von den USA ausgerufene „Global War on Terror“ gilt als „asymmetrischer Konflikt“: Während die eine Seite den menschlichen Körper mehr und mehr aus der Kampfzone zurückzieht und verstärkt Roboter einsetzt, ist er für die andere Seite in Gestalt von Selbstmordattentätern eine sehr wirksame Waffe. Doch diese Asymmetrie muss nicht für immer bestehen. Eine Studie der US Army zeigt, dass auch Rebellen die Vorzüge bewaffneter Roboter zu schätzen wissen.

Robert J. Bunker und Alma Keshavarz, Politikwissenschaftler an der Claremont Graduate University, haben für das Foreign Military Studies Office (FMSO) der US Army aus öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen, wo in den letzten Jahren von Rebellengruppen ferngesteuerte Waffen eingesetzt wurden. Ihre Studie „Terrorist and Insurgent Teleoperated Sniper Rifles and Machine Guns“ listet 21 Beispiele auf.

Neben einem in Libyen gesichteten Spielzeugauto mit darauf montiertem Maschinengewehr, über das die Daily Mail bereits im Juni 2011 berichtete, zählen dazu auch ein auf einem Stativ montiertes automatisches Gewehr, das über Kabel aus sicherer Deckung ferngesteuert wird, oder ein in Homs gebautes Maschinengewehr, ausgestattet mit einer Zielkamera und auf einem Stativ sowohl vertikal als auch horizontal ausrichtbar, das von den Autoren als eines der „fortgeschritteneren Stücke von Rebellenarmeen“ bezeichnet wird. Bemerkenswert ist auch das mit einer Laserzielvorrichtung versehene mobile Maschinengewehr, das von der Rebellengruppe Jaysh al-Sunna entwickelt wurde.

weiterlesen

Papstkritische Plakate aufgetaucht

© AP Überall in Rom wurden am Samstag Plakate gegen Papst Franziskus aufgehängt.
© AP Überall in Rom wurden am Samstag Plakate gegen Papst Franziskus aufgehängt.
Unbekannte haben in der italienischen Hauptstadt Dutzende Plakate aufgehängt, auf denen Papst Franziskus kritisiert wird. Einen Hinweis auf die Urheber gibt es nicht, aber einen Verdacht.

Frankfurter Allgemeine

In Rom sind am Samstag Dutzende papstkritische Plakate aufgetaucht. Auf ihnen ist Papst Franziskus abgebildet, mit einem besonders düsteren Gesichtsausdruck. Unter dem Bild steht in römischem Dialekt: „Franziskus, du hast Kongregationen unter kommissarische Leitung gestellt, Priester entlassen, den Malteserorden und die Franziskaner der Immakulata enthauptet, Kardinäle ignoriert, aber wo bleibt deine Barmherzigkeit?“ Nach Angaben der italienischen Nachrichtenagentur ANSA waren die professionell gedruckten Plakate über die ganze italienische Hauptstadt verteilt worden.

weiterlesen

Greg Graffin

Bad Religion

Der Gründer der Punkband „Bad Religion“ hatte nie etwas gegen Gott. Und auch jetzt als Evolutionsbiologe wartet er auf Beweise für die Existenz Gottes.

Von Jan Stremmel | Süddeutsche.de

Als ich meine Band Bad Religion gründete, waren die USA in einer ganz ähnlichen Situation wie heute. Es war 1980, Ronald Reagan kandidierte gerade bei der Wahl zum Präsidenten. Hinter sich versammelte er die denkbar schlimmsten Spinner aus dem ultrarechten Lager, bis hin zu den komplett verrückten evangelikalen Fernsehpredigern. Die verdienten damals Millionen damit, ihren Glauben als den einzig wahren zu verkaufen und nebenbei gutgläubigen Rentnern ihre Altersversorgung abzuschwatzen. Diese Koalition der Erzkonservativen gewann damals die Wahl – und wir gründeten eine Punkband mit dem durchgestrichenen Kreuz als Logo. Wir waren 15, und es war eine naheliegende Provokation.

weiterlesen

„Maria keine Jungfrau“: Nonne erhielt Todesdrohungen

Die spanische Ordensfrau Lucia Caram: Josef und Maria waren „normales Paar“. Bild: APA/AFP/Josep Lago
Die spanische Ordensfrau Lucia Caram: Josef und Maria waren „normales Paar“. Bild: APA/AFP/Josep Lago
Die spanische Ordensfrau Lucia Caram hat mit ihrer Aussage, Maria sei nicht zeit ihres Lebens Jungfrau gewesen, für Wirbel gesorgt. Obwohl sie sich bei ihren Kritikern entschuldigte, erhielt sie Morddrohungen.

religion.ORF.at

Die aus Argentinien stammende Caram ist in Spanien ein Medien- und Twitter-Star und tritt oft in Kochsendungen auf, meldet sich aber auch regelmäßig politisch zu Wort. In der am Sonntag ausgestrahlten spanischen Fernsehsendung „Chester in Love“ sagte die Dominikanerin, sie glaube, dass Maria in Josef verliebt gewesen sei und dass die beiden ein „normales Paar“ gewesen seien. „Und Sex zu haben ist eine normale Sache“, so die Nonne.

„Es ist schwer zu glauben und zu akzeptieren“, sagte die Ordensfrau, die auf Twitter 180.000 Follower hat, weiter. „Wir sind in den Regeln gefangen, die wir erfunden haben, ohne zur wahren Botschaft gelangt zu sein.“ Caram, die in einem katalanischen Orden lebt, war im Alter von 27 aus Argentinien nach Spanien emigriert. Sie äußerte sich bereits mehrmals zum Thema Sexualität, wie der britische „Guardian“ am Donnerstag in seiner Onlineausgabe berichtete.

weiterlesen

UNO streicht den „Schlächter von Kabul“ von der Sanktionsliste

Gulbuddin Hekmatyar gilt als
Gulbuddin Hekmatyar gilt als „Schlächter von Kabul“ – AFP (SHAH MARAI)
Gulbuddin Hekmatyar gilt als „Schlächter von Kabul“. In den 1980er Jahren war er der von Saudi-Arabien und den USA bestfinanzierte Mujaheddin-Anführer im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan. Seiner Rückkehr nach Kabul steht nichts mehr im Wege.

Die Presse.com

Die Vereinten Nationen haben den berüchtigten afghanischen Kriegsherrn Gulbuddin Hekmatyar von ihrer Sanktionsliste gestrichen. In einer in der Nacht auf Samstag im Internet veröffentlichten Meldung des UNO-Sicherheitsrats heißt es, dass der Anführer der radikalislamischen Rebellengruppe Hezb-i-Islami ab sofort keinen Einschränkungen mehr unterliegt.

Hekmatyar (etwa 69) ist auch bekannt als der „Schlächter von Kabul“. In den 1980er Jahren war er der von Saudi-Arabien und den USA bestfinanzierte Mujaheddin-Anführer im Kampf gegen die Sowjets in Afghanistan. Im folgenden Bürgerkrieg zwischen seiner Fraktion und anderen Mujaheddin um die Herrschaft in Kabul wurde er für den Tod von Tausenden Zivilisten verantwortlich gemacht. Später wurde Hezb-i-Islami eine der größten Widerstandsgruppen gegen die neue afghanische Regierung und internationale Truppen. Punktuell hat Hekmatyar auch mit Al-Kaida und den Taliban zusammengearbeitet.

weiterlesen

‚Ich komme, um den Ungläubigen Allahs Botschaft zu verkünden‘

islam_christentum

„Ich komme im Namen des Propheten, um den Ungläubigen die Botschaft Allahs zu verkünden.“ Mit diesen Worten unterbrach ein Mann im fränkischen Schnaittach die Traueransprache des Pfarrers.

kath.net

Darüber berichtete die „Welt“. Pfarrer Wilfried Römischer versuchte, auf den Störer mäßigend einzureden und bot ihm an, nach der Trauerfeier für ein Gespräch mit ihm zur Verfügung zu stehen. Daraufhin setzte sich der Mann in eine der hinteren Kirchenbänke und begann, arabische Verse vorzulesen, „ich vermute, dass es sich um Koransuren gehandelt hat“, erläuterte der Pfarrer. Der Mann verließ die Kirche erst, als der evangelische Pfarrer eine Mitarbeiterin des Bestattungsunternehmens um Anruf bei der Polizei gebeten hatte.

weiterlesen

US-Bundesrichter stoppt Trumps Einreiseverbot

– AFP (BRENDAN SMIALOWSKI)
– AFP (BRENDAN SMIALOWSKI)
US-Bundesrichter James Robart gab einer einstweiligen Verfügung des Bundesstaates Washington statt und stoppte damit das umstrittene Einreiseverbot von Präsident Donald Trump.

Die Presse.com

In den USA hat ein Bundesrichter das von Präsident Donald Trump erlassene Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten gestoppt. Das US-Präsidialamt kündigte wenige Stunden später am Freitagabend Widerspruch gegen die Entscheidung von Richter James Robart aus Seattle an. Die Grenzschutzbehörde gab Airlines aber bereits grünes Licht für den Transport der betroffenen USA-Reisenden.

US-Bundesrichter Robart gab einer einstweiligen Verfügung des Bundesstaates Washington statt, der als erster gegen das von Trump erlassene befristete Einreiseverbot für Bürger aus sieben muslimischen Staaten geklagt hatte. Dieser Klage hatte sich der Bundesstaat Minnesota angeschlossen.

weiterlesen

Lombardi zu „Vatileaks“: „Es könnte wieder passieren“

Vati-Leaks-logo

Trotz erhöhter Vorsichtsmaßnahmen könnten auch heute noch vertrauliche Dokumenten aus dem Vatikan an die Öffentlichkeit gelangen. Das sagte am Donnerstag der ehemalige Direktor des vatikanischen Presseamtes, Federico Lombardi, bei der Vorstellung seines neuen Buches über die „Vatileaks-II-Affäre“.

Radio Vatikan

Der Jesuit hoffe, dass es nicht mehr zum Geheimnisverrat im Vatikan komme, aber es würde ihn nicht wundern, wenn es wieder passieren würde. Das Risiko sei bei Spannungen und heftigen Diskussionen besonders hoch.

Lombardi war von 2006-2016 Pressesprecher des Papstes. Gemeinsam mit dem Radio-Vatikan-Journalisten Massimiliano Menichetti veröffentlichte er das Buch „Vatikleaks II: Der Vatikan in der Bewährungsprobe durch die Justiz und die Menschen“. Im Jahr 2015 hatte ein Kurienmitarbeiter vertrauliche Dokumente einer mit der Untersuchung von Vatikanfinanzen betrauten Kommission an Journalisten weitergeben. Schon 2011 und 2012 hatte der Kammerdiener des damaligen Papstes Benedikt XVI. vertrauliche Dokumente an die Öffentlichkeit weitergegeben.

 

Muslimische Söhne: Beschneidung – kleiner Eingriff, große Fragen

 Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Beschneidungen sind legal, wenn sie unter Vollnarkose vom Arzt vorgenommen werden. (Foto: Bradley Secker/laif)
Vielen deutsch-türkischen Paaren geht es wie Katrin und Mesut. Sie müssen sich entscheiden: Soll unser Sohn beschnitten werden?

Von Ines Lutz | Süddeutsche.de

Eine junge Frau und ein junger Mann lieben sich. Katrin* ist christlich getauft, aber nicht religiös. Mesut* ist Muslim und stammt aus einer weltoffenen, türkischen Einwandererfamilie. Beide respektieren die Kultur des anderen. Sie heiraten und beschließen, eine moderne Ehe zu führen. Die Frau bringt einen Sohn zur Welt. Ein europäisches Kind soll er sein, seine Religion darf er sich später selbst aussuchen. Die Mutter spricht mit ihm deutsch, der Vater türkisch. Die Familie feiert Weihnachten, aber auch Ramadan. Das Beste aus beiden Kulturen wollen sie ihrem Sohn mitgeben, doch eine Frage löst fast schon Verzweiflung aus: ob der Junge beschnitten werden soll. Katrin hat Angst davor, für Mesut ist es ein Teil seiner kulturellen Identität. Beide wollen die Sorgen des anderen respektieren, können aber keine Zugeständnisse machen.

weiterlesen

Muslimbruderschaft breitet sich in Sachsen weiter aus

muslimbrotherhood

Fehlende Angebote für Muslime in Sachsen soll die radikal-islamische Muslimbruderschaft nutzen. Durch Organisationen soll sie Begegnungsstätten bauen und Gebetsräume anbieten. Der Verfassungsschutz warnt.

DIE WELT

Das Sächsische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) beobachtet mit Sorge einen zunehmenden Einfluss der radikal-islamischen Muslimbruderschaft in Sachsen.

Über Organisationen wie die Sächsische Begegnungsstätte SBS nutzte sie den Mangel an Gebetsstätten für die im Zuge des Flüchtlingszustroms gekommenen Muslime, um Strukturen aufzubauen und ihre Vorstellung eines politischen Islams zu verbreiten, sagte LfV-Präsident Gordian Meyer-Plath in Dresden.

Mit Salafismus oder islamistischem Terror habe dies aber nichts zu tun. „Das ist jenseits des Dschihadismus“, sagte Meyer-Plath. „Ziel der Muslimbrüder ist die Scharia in Deutschland“.

weiterlesen

Ist Religion Kitt oder Keil?

coexist

Muslime, Katholiken, Juden und Atheisten: Sie alle diskutierten mit Bundesinnenminister Thomas de Maizière über Religion. Genauer gesagt: Darüber, ob die Religion die Gesellschaft zusammenhalte oder spalte. Und über das Verhältnis vom Islam zum Grundgesetz.

Von Markus Kremser | katholisch.de

„Die Zuneigung zu Kirchen hat abgenommen, die Abneigung gegen Islam oder Kirchen hat zugenommen. Woher kommt diese Angst?“, fragt Bundesinnenminister Thomas de Maizière zum Auftakt des Werkstattgespräches in Leipzig. Unter dem Titel „Wie hältst Du’s mit der Religion? Glauben als Kitt oder Keil unserer Gesellschaft?“ diskutierten am Freitag 150 Menschen mit dem Politiker und Religionsvertretern. De Maizière betonte, dass Leipzig eine große und christliche Tradition habe. Auch wenn in Leipzig 82 Prozent der Einwohner konfessionslos seien, wie in vielen anderen Gegenden Ostdeutschlands, habe Religion eine Bedeutung.

Die katholische Theologin Dagmar Mensink sagte bei dem Bürgerdialog, Religion gebe meinem Leben einen Rahmen. „Antwort auf die Frage nach dem Wohin und Woher“, so das Mitglied des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken. Dabei sei ihr Verhältnis zur Kirche mitunter auch spannungsvoll. „Mein Glaube gibt mir Sicherheit, dass nicht vergeblich ist, was ich tue.“ Die Berliner Rabbinerin Gesa S. Ederberg sprach auch das Handeln an: Für sie sei das „Tun wichtiger als der Glaube“. Dazu gehörten für sie jüdische Rituale wie koscheres Essen, Einhaltung von Regeln und Gebete. „Das findet alles auf deutsch und in Berlin statt“, sagte Ederberg. Sie sei zuerst Jüdin, „alle anderen Identitäten kommen hintenan“.

weiterlesen

Jürgen Roth: „Da ist diese Hinwendung zum Führerprinzip“

foto: privat In seinem Buch
foto: privat In seinem Buch „Schmutzige Demokratie“ (Ecowin-Verlag) kommt Jürgen Roth zu dem Befund, dass sich die vielbeschworene europäische Wertegemeinschaft in Wirklichkeit durch große soziale Ungerechtigkeit, rigide Abschottung und nationalistische Hybris auszeichne.
Den europäischen Demokratien geht die Sowjetunion als Gegenpol zum Neoliberalismus ab, sagt der deutsche Autor

Interview Conrad Seidl | derStandard.at

STANDARD: Sie kommen in Ihrem jüngsten Buch zum Befund: Die Bonzen werden geschont, den Kleinen wird bei einem Weinfest Sekt über den Kopf geschüttet, den Hartz-IV-Beziehern wird nahegelegt, wegen 1,87 Euro die Wohnung zu wechseln. Wie würde sich eine demokratische Gesellschaft dagegen wehren?

Roth: Durch Zivilcourage. Durch das, was wir früher unter „Gemeinwesen“ verstanden haben – das Prinzip der Solidarität in einer Gesellschaft.

STANDARD: Das Gemeinwesen zu organisieren ist heute aber vor allem eine Angelegenheit, die dem Staat überantwortet wird.

Roth: Das Problem ist, dass es eine kalte Bürokratie gibt, eine unmenschliche Bürokratie, die die humane Verantwortungslosigkeit permanent praktiziert. Und die Ohnmacht der Bürger steigt, wenn sie dieser unmenschlichen Bürokratie gegenüberstehen.

weiterlesen

Pastor Claims He Has Seen Aborted Fetuses Hug Jesus In Heaven

Pastor Jesse Duplantis. (Jesse Duplantis Ministries / screen grab)
Pastor Jesse Duplantis. (Jesse Duplantis Ministries / screen grab)
Pastor Jesse Duplantis is a religiot of epic proportions, on par with the likes of Kenneth Copeland and the “Godfather” of incomprehensible religiosity, Pat Robertson. One small difference makes this “pastor” even more deserving of the ridicule of those who use their brains: he claims to have been in heaven, seen everything there in detail and to have all of the answers that the mentally-disturbed faithful ask of him.

By Jen Froderman | Church and State

In fact, he is now claiming that heaven takes on all aborted babies as well as any child who dies before the “age of accountability.” Speaking on aborted fetuses, he says any child that “the world rejects, heaven accepts.” Ok, that is kinda odd, does that mean that children that the almighty does not allow to be born (and therefore, were rejected by God himself) are not accepted? That was probably just an oversight in his presentation, right?

Here is the rub, if the children who die are in the same “looking” body as they were when they died (or they wouldn’t have appeared as children hugging Jesus in heaven) then what kind of heaven is there for a fetus? Most abortions happen when fetuses are unrecognizable as humans, just basically a bunch of cells… how does a bunch of cells hug Jesus?

read more

Kellyanne Conway: Trump-Beraterin gibt Fehler bei Massaker-Behauptung zu

 Kellyanne Conway, Top-Beraterin von Donald Trump Quelle: AP
Kellyanne Conway, Top-Beraterin von Donald Trump Quelle: AP
Donald Trumps Top-Beraterin Conway, Schöpferin des Begriffs „alternative Fakten“, hat das Einwanderungsdekret mit einem Massaker von Irakern gerechtfertigt – welches nie stattfand. Jetzt rudert sie zurück.

DIE WELT

Die Trump-Top-Beraterin Kellyanne Conway hat am Freitag ihre Äußerung über ein angebliches Massaker im US-Bundesstaat Kentucky zurückgenommen. Am Vortag hatte sie das Einreiseverbot von Präsident Donald Trump für Bürger bestimmter muslimischer Staaten unter Verweis auf ein Massaker zweier Iraker in Bowling Green im Jahr 2011 gerechtfertigt.

Damals hätten die Demokraten auch ein Einreiseverbot verhängt, dies aber nicht öffentlich gemacht. Tatsächlich hat es dieses Massaker nie gegeben. In den sozialen Netzwerken war daraufhin eine Welle der Kritik losgebrochen.

weiterlesen

USA: Umfassender Schutz der Religionsfreiheit in Vorbereitung?

us_flagge_bibel_kreuz

Der Entwurf eines Erlasses der Regierung Trump sieht vor, dass religiöse Personen und Organisationen ihrem Gewissen folgen dürfen, wenn sie die ‚Homo-Ehe’, Verhütungsmittel und Abtreibungen ablehnen.

kath.net

US-Präsident Donald Trump lässt offenbar einen Erlass vorbereiten, der den umfassenden Schutz der Religionsfreiheit für Personen und Organisationen vorsieht. „Amerikaner und ihre religiösen Organisationen werden von der Bundesregierung nicht zur Teilnahme an Aktivitäten gezwungen, die gegen ihr Gewissen verstoßen“, heißt es wörtlich in einem Entwurf des Erlasses, der dem Magazin The Nation zugespielt wurde.

Der Entwurf sieht den Schutz der Gewissensfreiheit für alle religiösen Organisationen vor, einschließlich bestimmter profitorientierter Unternehmen, die eine religiöse Zielsetzung haben, auch wenn sie nicht ausschließlich religiöse Ziele verfolgen. Diese Bestimmung würde den genannten Unternehmen und Organisationen gestatten, keine Verhütungsmittel in die Gesundheitsversicherung ihrer Mitarbeiter aufnehmen zu müssen.

weiterlesen

NSU-Komplex: Uwe Böhnhardt und der Tod eines neunjährigen Jungen

 Uwe Böhnhardt im Herbst 1996 in Erfurt. Etwa zwei Jahre zuvor untersuchte die Polizei seine mögliche Verbindung zu einem Kindermord in Jena Quelle: ddp images/dapd/privat
Uwe Böhnhardt im Herbst 1996 in Erfurt. Etwa zwei Jahre zuvor untersuchte die Polizei seine mögliche Verbindung zu einem Kindermord in Jena Quelle: ddp images/dapd/privat
Bis heute ist Uwe Böhnhardts Rolle beim Mord an dem neunjährigen Bernd Beckmann in Jena ungeklärt. Wie schon oft im NSU-Komplex zeigen Aktenfunde: Ermittler verfolgten wichtige Spuren schlichtweg nicht.

Von Dirk Laabs | DIE WELT

Uwe Böhnhardt, mutmaßlich eines der Kernmitglieder der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), geriet 1994 in das Visier einer Jenaer Mordkommission. Die versuchte damals, den Mord an dem neunjährigen Bernd Beckmann aufzuklären. Aus Ermittlungsakten, die der „Welt“ vorliegen, geht hervor, dass Böhnhardt für die Tat kein Alibi hatte und das als konkrete Spur in dem Fall bearbeitet wurde.

Die Polizei nahm ihm damals Haarproben ab, um sie mit DNA-Spuren am Fundort der Kindesleiche abzugleichen. Die Ermittlungen in Richtung Böhnhardt, auch das wird aus den Akten klar, wurden damals jedoch nicht gründlich genug geführt. Bisher war öffentlich nur bekannt, dass ein Freund des Rechtsradikalen lange als einer der Hauptverdächtigen in dem Fall galt. Dass Böhnhardt selber kein Alibi für die Tat hatte, ist neu.

weiterlesen

AfD-Landeschef Poggenburg nutzt NS-Vokabular

© dpa André Poggenburg (links) mit AfD-Politiker Björn Höcke im Thüringer Landtag
© dpa André Poggenburg (links) mit AfD-Politiker Björn Höcke im Thüringer Landtag
Neue sprachliche Eskalation: Linksextreme nennt AfD-Mann Poggenburg „Wucherungen am deutschen Volkskörper“. Ein Grünen-Abgeordneter hält das für „Nazi-Sprache“.

Frankfurter Allgemeine

Im Landtag von Sachsen-Anhalt hat der AfD-Fraktionsvorsitzende André Poggenburg am Freitag mit völkischem Vokabular den Widerspruch der anderen Fraktionen provoziert. Poggenburg bezeichnete Linksextremisten als „Wucherungen am deutschen Volkskörper“, die es „loszuwerden gelte“. Poggenburg forderte zudem, „linksextreme Lumpen“ müssten „von deutschen Hochschulen verbannt und statt eines Studienplatzes wieder praktischer Arbeit zugeführt werden“. Poggenburg tätigte diese Äußerungen in einer Debatte, die sich auf Antrag der AfD mit den wiederholten Übergriffen von gewalttätigen Linksextremisten auf AfD-Politiker beschäftigte.

weiterlesen

Tour a Subterranean Dark Matter Lab in 360º VR

Carrying a VR camera made of 16 GoPros and a 40 pound battery pack 6,800 feet underground in a dark mine elevator wasn’t how I’d anticipated spending last Thanksgiving, but this is just what happens when you’re hanging out with Motherboard’s Canada editor Kate Lunau.

By Derek Mead | MOTHERBOARD

Thankfully, the payoff was visiting one of the coolest labs on Earth—or, perhaps better put, under the Earth.

Earlier this week we published a video about SNOLAB, an ultra-clean, high-tech laboratory in northern Ontario. It’s located inside a working nickel mine, which makes it a great place to look for mysterious subatomic particles like neutrinos and dark matter—all the rock overhead shields its experiments from the interference of cosmic rays from space.

read more