NSU-Komplex: Uwe Böhnhardt und der Tod eines neunjährigen Jungen


 Uwe Böhnhardt im Herbst 1996 in Erfurt. Etwa zwei Jahre zuvor untersuchte die Polizei seine mögliche Verbindung zu einem Kindermord in Jena Quelle: ddp images/dapd/privat
Uwe Böhnhardt im Herbst 1996 in Erfurt. Etwa zwei Jahre zuvor untersuchte die Polizei seine mögliche Verbindung zu einem Kindermord in Jena Quelle: ddp images/dapd/privat
Bis heute ist Uwe Böhnhardts Rolle beim Mord an dem neunjährigen Bernd Beckmann in Jena ungeklärt. Wie schon oft im NSU-Komplex zeigen Aktenfunde: Ermittler verfolgten wichtige Spuren schlichtweg nicht.

Von Dirk Laabs | DIE WELT

Uwe Böhnhardt, mutmaßlich eines der Kernmitglieder der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), geriet 1994 in das Visier einer Jenaer Mordkommission. Die versuchte damals, den Mord an dem neunjährigen Bernd Beckmann aufzuklären. Aus Ermittlungsakten, die der „Welt“ vorliegen, geht hervor, dass Böhnhardt für die Tat kein Alibi hatte und das als konkrete Spur in dem Fall bearbeitet wurde.

Die Polizei nahm ihm damals Haarproben ab, um sie mit DNA-Spuren am Fundort der Kindesleiche abzugleichen. Die Ermittlungen in Richtung Böhnhardt, auch das wird aus den Akten klar, wurden damals jedoch nicht gründlich genug geführt. Bisher war öffentlich nur bekannt, dass ein Freund des Rechtsradikalen lange als einer der Hauptverdächtigen in dem Fall galt. Dass Böhnhardt selber kein Alibi für die Tat hatte, ist neu.

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