TV-Doku: „Krebs wird es immer geben“


 Die Chirurgie war die erste moderne Krebstherapie. Sie ging allerdings oft unnötig radikal vor. (Foto: © Harvard Medical School)
Die Chirurgie war die erste moderne Krebstherapie. Sie ging allerdings oft unnötig radikal vor. (Foto: © Harvard Medical School)
Zwischen Fortschrittsglaube und Demut: Arte zeigt die Verfilmung des hochgelobten Krebs-Sachbuchs „Der König aller Krankheiten“.

Von Berit Uhlmann | Süddeutsche.de

In einer nebligen Nacht 1917 gingen in Belgien Senfgas-Granaten über britischen Truppen nieder. Tagelang hing das Gift über dem Schlachtfeld, bis auch die Toten nach Senf rochen. Bei den wenigen Männern, die den Angriff überlebten, machten Pathologen später eine verblüffende Entdeckung. Das Gift hatte nicht blind in den Körpern gewütet, sondern bestimmte blutbildende Zellen im Knochenmark vernichtet und andere verschont. Könnte man auf diese Weise gezielt die entarteten Zellen von Blutkrebs-Patienten angreifen?

Senfgas erwies sich nicht als Lösung, dennoch war der Fund ein Meilenstein in der Entwicklung moderner Chemotherapien. Es sind solche Episoden, mit denen es der US-Onkologe und Buchautor Siddhartha Mukherjee schaffte, dass sich Menschen von einem Geschehen faszinieren lassen, das sie normalerweise aus ihren Köpfen zu verbannen suchen: dem unkontrollierten Wuchern von Zellen.

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