Mehr als 47.000 Opfer von Genitalverstümmelung in Deutschland

Symbolbild. Migration bringt auch das Problem der Genitalverstümmelung nach Europa. – (c) APA/AFP/FRANCOIS NASCIMBENI (FRANCOIS NASCIMBENI)
Symbolbild. Migration bringt auch das Problem der Genitalverstümmelung nach Europa. – (c) APA/AFP/FRANCOIS NASCIMBENI (FRANCOIS NASCIMBENI)
Eine Studie des deutschen Familienministeriums zeigt, dass viele Töchter von Migranten von Genitalverstümmelung bedroht sind. Deutsches Recht verbietet diese Tortur auch im Ausland.

Die Presse.com

In Deutschland leben schätzungsweise rund 47.300 Opfer weiblicher Genitalverstümmelung. Das geht aus der ersten Studie zur nationalen Verbreitung dieses Phänomens hervor, die das deutsche Familienministerium am Montag vorgestellt hat. Ihre Zahl stieg im Zuge der Aufnahme zahlreicher Flüchtlinge seit Ende 2014 um etwa ein Drittel, wie aus der Untersuchung hervorgeht.

Laut der Studie sind in Deutschland zwischen 1558 und 5684 Töchter von Migranten von Genitalverstümmelung bedroht. Nach deutschem Recht ist diese Tortur auch dann strafbar, wenn sie im Ausland vorgenommen wird. Verbreitet ist diese Praxis etwa in Ägypten, Eritrea, Somalia, Äthiopien, Mali und dem Irak. Dabei wird die Klitoris ganz oder teilweise amputiert. In einigen Ländern werden auch die Schamlippen abgetrennt.

weiterlesen

Advertisements

Eine kleine Philosophie-Geschichte des Masochismus

Wer hat die Peitsche in der Hand. eher die Frau, der Mann? Darüber lässt sich trefflich philosophieren. (B1861_Lehtikuva_Oy)
Wer hat die Peitsche in der Hand. eher die Frau, der Mann? Darüber lässt sich trefflich philosophieren. (B1861_Lehtikuva_Oy)
„Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“, sagte Friedrich Nietzsche einst. Er ließ offen, wer wen damit verhauen sollte – andere Philosophen aber hatten sehr feste Vorstellungen von der masochistischen Rolle der Frau, die vom Mann beherrscht werden müsse.

Von Catherine Newmark | Deutschlandradio Kultur

„Oh! es soll eben nie ein Ende nehmen“, rief ich erregt, ja heftig, „nur der Tod soll uns trennen. Wenn du nicht mein sein kannst, ganz mein und für immer, so will ich dein Sklave sein, dir dienen, alles von dir dulden, nur stoß mich nicht von dir.“

Das ist die Urszene. „Heftig erregt“ unterwirft sich Severin der von ihm angebeteten Wanda. 1870 war das, im Roman „Venus im Pelz“ des galizischen Autors Leopold Ritter von Sacher-Masoch. Der Erfolgsschriftsteller war bekannt für seine etwas abseitigeren sexuellen Phantasien. Von Zeitgenossen wurden sie ihm gerne als „slawische Romantik“ ausgelegt. Bis, ja bis sie in die Fänge der Sexualpsychiatrie gerieten.

Auftritt Richard von Krafft-Ebing, seines Zeichens Psychiater und Rechtsmediziner in Graz. Flugs wird aus dem Namen eines ehemals verehrten Autors ein Synonym für eine sexuelle Perversion:

„Das Gegenstück des Sadismus ist der Masochismus. Während jener Schmerzen zufügen und Gewalt anwenden will, geht dieser darauf aus, Schmerzen zu leiden und sich der Gewalt unterworfen zu fühlen.“

weiterlesen

 

NRW verleiht „Zeugen Jehovas“ den Rechtsstatus einer Kirche

Themenbild.
Themenbild.

Als letztes Bundesland hat NRW der Religionsgemeinschaft die Rechte einer „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ verliehen: Die umstrittene Gemeinschaft dürfte nun Religionsunterricht in öffentlichen Schulen abhalten, Kirchensteuer erheben und beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk mitsprechen – wenn sie wollte.

Von Ulli Tückmantel | Westdeutsche Zeitung

Im vergangenen Herbst gab Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) den jahrzehntelangen Widerstand des Landes auf: Im Oktober leitete sie dem Landtag den Entwurf einer entsprechenden Verordnung zu. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, unterrichtete Landtagspräsidentin Carina Gödecke (SPD) Anfang der November den Hauptausschuss des Landtags, der die Verordnung am 24. November ohne Aussprache abnickte.

Lediglich der CDU-Abgeordnete Werner Jostmeier (Wahlkreis Coesfeld II) merkte nach dem Beschluss an, die Zeugen Jehovas verböten ihren Mitgliedern schriftlich, an demokratischen Wahlgängen teilzunehmen, weshalb er „ein späteres Nachdenken über diesen Umstand und den diesbezüglichen Umgang“ anrege. Über was auch immer Jostmeier nachträglich nachdenken will: Seit dem 22. Januar sind die „Zeugen Jehovas“ nun am Ziel. Mit NRW sind sie in allen 16 Bundesländern als „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ anerkannt und haben damit die gleichen Rechte (und Pflichten) wie die evangelische und katholische Kirche in Deutschland.

weiterlesen

Christliche Geiselnahme: Keine Abtreibungen mehr in Dannenberger Klinik

DerverzweifelteJesus
Die Capio Elbe-Jeetzel-Klinik in Dannenberg (Landkreis Lüchow-Dannenberg) will künftig keine Abtreibungen mehr vornehmen. Grund für den neuen Kurs: Der neue Chefarzt der Gynäkologie, der im Dezember 2016 seinen Job antrat, sei bekennender Christ und lehne Schwangerschaftsabbrüche ab.

NDR.de

Die Klinikleitung in Dannenberg steht nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen hinter der Entscheidung. Niedersachsens Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) bedauert die Entscheidung, über die zuerst die Elbe-Jeetzel-Zeitung berichtet hatte. Rundt sagte der Zeitung, es sei ihr wichtig, dass Frauen den belastenden Eingriff in angemessener Entfernung zu ihrem Wohnort durchführen lassen könnten. Im vergangenen Jahr wurden in der Dannenberger Klinik laut EJZ 31 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen.

weiterlesen

Le Pen: Alles wird französisch

Ausstieg aus dem Euro, Ausstieg aus der EU, wahrscheinlich auch aus der Nato. In der Innenpolitik soll das Französische als Priorität Verfassungsrang bekommen

Von Thomas Pany | TELEPOLIS

Es herrschte kurz Verwirrung darüber, was progressiv und links und was reaktionär und rechts ist. Mit dem Auftakt zur Endrunde des Wahlkampfs in Frankreich, des Landes, wo rechts und links erfunden wurden, werden die Pole wieder eindeutiger gesetzt.

Der Kandidat der Linken, Jean-Luc Mélenchon, trat an zwei Orten zugleich auf, in Lyon als echte Person präsent und in Aubervilliers (Seine-Saint-Denis) als Hologramm. Er sprach vom Glanz der Wissenschaften („Gloire à l’esprit humain, gloire à nos chercheurs!“) und davon, dass auf die Meere aufgepasst werden soll.

Die Kandidatin der Rechten, Marine Le Pen, präsentiert ein reaktionäres Programm, das Frankreich zusammenschließen soll. Sie sprach vor allem davon, dass Franzosen künftig bevorzugt werden sollen.

Rechtsextrem? In jüngster Zeit haderten die Journalisten und Experten im Nachbarland, ob man Le Pen und den Front National noch als „rechtsextrem“ bezeichnen kann. Dass dies im Gegensatz zu früher nicht mehr so eindeutig feststand, lag an einer sorgfältigen Imagkampagne, die Le Pen von der politischen Herkunft der Partei befreien sollte. Dieser Weg wird weiter beschritten.

weiterlesen

Biografie Unity Mitford: Hitlers It-Girl

Wie aus dem NS-Bilderbuch. Unity Mitford.Foto: mauritius images/ United Archives
Wie aus dem NS-Bilderbuch. Unity Mitford.Foto: mauritius images/ United Archives
Mehr als ein Nazi-Dummchen: Michaela Karl porträtiert die exzentrische Unity Mitford.

Von Gisa Funck | DER TAGESSPIEGEL

Lange war Unity Mitford, die vierte der sechs berühmten Mitford-Schwestern, Historikern nur eine Fußnote wert. Sie stand im Ruf eines Nazi-Dummchens. Die Politikwissenschaftlerin Michaela Karl aber warnt ihre Leser schon in der Einleitung ihrer Biografie: „Sie werden einer interessanten Frau begegnen, mit der Sie sich vielleicht angefreundet hätten, einzig der Freundeskreis ließ zu wünschen übrig.“ Wer also war die adlige Engländerin Unity Mitford, die in den 30er Jahren Adolf Hitler verfiel? Ja, ist ihre Faschismus-Begeisterung womöglich nachvollziehbarer, als uns lieb sein darf?

Ja, meint Karl, die sich bereits mit Biografien von Dorothy Parker und dem Glamourpaar Scott und Zelda Fitzgerald einen Namen gemacht hat. Auf der Suche nach der wahren Unity Mitford hat sie abermals tief in den Archiven gewühlt und wenig schmeichelhafte Wahrheiten hervorgekramt. Etwa, dass auch viele andere Engländer von Hitler seinerzeit begeistert waren.

weiterlesen

Sex-Skandal in katholischer Kirche

Swing mit uns: Ein Pfarrer aus Padua soll mit einem Kollegen wilde Sex-Partys gefeiert haben. Den Pornos gab er Papstnamen.

Von Oliver Meiler | Süddeutsche.de

Was konnte er doch predigen, Don Andrea, Pfarrer der Kirche San Lazzaro im streng katholischen Padua. Sein Verb war gewaltig, sein Auftritt an der Kanzel sicher, offenbar hing ihm auch eine gewisse Aura an. In der Stadt sagte man sich, der Geistliche habe sein rhetorisches Talent wohl in seinem alten Beruf zur Meisterschaft geschliffen: Andrea Contin, 49 Jahre alt, war vor seiner späten Berufung Rechtsanwalt gewesen. Vielleicht hilft ihm das jetzt weiter. Don Andrea ist in einen Skandal verwickelt, der so grellbunt ist, dass man ihn für den Plot eines besonders dick gezeichneten Schundromans hielte. Sex, Gewalt, Geld – alles drin.

Als die Polizei unlängst unangemeldet das Pfarrheim besuchte, fand sie da Dinge, die man an diesem Ort eher nicht erwartet: viel Spielzeug fürs Schlafzimmer, nach Größe sortiert, dazu Peitschen, Handschellen, weiße Stiefel mit hohen Absätzen. Und Amateurfilme. Die Filme trugen die Namen von Päpsten.

weiterlesen

Brutale Leichenschändung bei Schimpansen

Aggression unter Artgenossen gibt es bei Schimpansen und anderen Primaten häufiger als bei den meisten anderen Säugetieren. © USO/thinkstock
Aggression unter Artgenossen gibt es bei Schimpansen und anderen Primaten häufiger als bei den meisten anderen Säugetieren. © USO/thinkstock
Überraschend brutal: In der Baumsavanne Senegals haben Schimpansen offenbar ein ehemaliges Gruppenmitglied getötet und seine Leiche danach über Stunden weiter attackiert. Vor allem die Männchen des Trupps zeigten sich erstaunlich aggressiv gegenüber dem vormaligen Anführer des Trupps. Schon tödliche Gewalt zwischen Mitgliedern einer Schimpansengruppe ist äußerst selten. Der anschließende Missbrauch der Leiche sei aber noch ungewöhnlicher, berichten die Forscher.

scinexx

Menschenaffen können durchaus aggressiv werden. Davon zeugen Schimpansen, die Rivalen attackieren, gemeinsam Jagd auf andere Affen machen oder gegen konkurrierende Gruppen vorgehen. Schwere Aggressionen oder sogar tödliche Angriffe von Mitgliedern eines Trupps untereinander sind bei den Primaten jedoch extrem selten. „Die meisten Gewalttaten kommen zwischen Gruppen vor“, sagt Jill Pruetz von der Iowa State University.

weiterlesen

Unter Gaddafi war Libyen ein Einwanderungsland

Hafen in Libyen © Ben Sutherland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Hafen in Libyen © Ben Sutherland @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Vor dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi 2011 war Libyen selbst Ziel arbeitssuchender Migranten aus anderen afrikanischen Staaten. Heute ist das Land nur eine Durchgangsstation auf dem Weg nach Europa.

MiGAZIN

Im vergangenen Jahr erreichten 180.000 Bootsflüchtlinge über die Fluchtroute über das zentrale Mittelmeer Europa. Etwa 90 Prozent dieser Flüchtlinge waren in Libyen gestartet. Trotz akuter Gefahr für Leib und Leben ist das Land nach wie vor ein wichtiges Transit- und Zielland für Migranten. Nach Schätzungen internationaler Organisationen halten sich zwischen 700.000 und einer Million Migranten in dem nordafrikanischen Bürgerkriegsland auf. Die meisten stammen aus Ägypten, dem Niger, Sudan, Nigeria, Bangladesch, Syrien und Mali.

Viele halten sich monatelang in Libyen auf und arbeiten etwa als Tagelöhner, um Geld für die Überfahrt zusammen zu bekommen. Sie bleiben zunächst in südlichen Regionen des Landes, da sie an der dichter besiedelten Küste befürchten, den Behörden oder Milizen in die Hände zu fallen.

weiterlesen

‚Er(Papst) scheint mir wie ein verkappter Protestant‘

Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Verehrungswürdige Puppe. Themenbild
Bizarre Meldung aus dem Protestantismus von der evangelischen Bischöfin Hamburgs

kath.net

Für Hamburgs evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs ist Papst Franziskus ein „verkappter Protestant“. Dies vertrat Fehrs bei der „Langen Nacht der Weltreligionen“ im Hamburger Thalia-Theater, wie „evangelisch.de“ berichtet.

„Er scheint mir wie ein verkappter Protestant“. Anlass für diese kühne Behauptung ist offensichtlich das Schreiben „Amoris laetitia“ und die Interpretation von einigen Bischöfen, die meinen, dass wiederverheiratete geschiedene Katholiken sich jetzt nur mehr auf das Gewissen berufen müssten, um die Hl. Eucharistie zu empfangen.

Tiefsee: Geheimnis des Drachenfischs gelüftet

Angefärbtes Präparat eines Barten-Drachenfischs (Grammatostomias denta) - eine raffinierte Konstruktion hilft ihm, sein Maul so weit aufzureißen. © Nalani Schnell/ MNHN
Angefärbtes Präparat eines Barten-Drachenfischs (Grammatostomias denta) – eine raffinierte Konstruktion hilft ihm, sein Maul so weit aufzureißen. © Nalani Schnell/ MNHN
Raffinierte Konstruktion: Eine einzigartige Anatomie erlaubt es den Barten-Drachenfischen, problemlos selbst gleichgroße Beutetiere zu vertilgen, wie Aufnahmen enthüllen. Durch ein Zusatzgelenk am Hinterkopf können die Tiefseefische ihren Kopf weit in den Nacken legen und so ihr Maul bis zu 120 Grad weit aufreißen. Möglich wird dies, weil ein flexibler Knorpelstab die normalerweise kaum bewegliche Verbindung von Schädel und Wirbelsäule ersetzt.

scinexx

Barten-Drachenfische (Stomiidae) sind erfolgreiche Räuber der Tiefsee: Die bis zu 25 Zentimeter langen Fische besitzen dolchförmige, nach hinten gebogene Zähne, die selbst bei geschlossenem Maul noch hervorragen. Ihre Beute locken sie an, indem sie mit speziellen Leuchtorganen verlockende Lichter erzeugen. Nähert sich dann die Beute, reißen die Drachenfische ihr Maul auf enorme Größe auf und verschlingen selbst Fische, die fast so groß sind wie sie selbst.

weiterlesen

Gefälschte Ausweise für den Flug aus Athen ins Schengenland

foto: afp / panayotis tzamaros Eingang zum U-Bahnhof Victoria in der Athener Innenstadt, einem der Treffs für Schleppergeschäfte. Angeblich probieren derzeit rund 200 Flüchtlinge am Tag die Ausreise über den Flughafen.
foto: afp / panayotis tzamaros Eingang zum U-Bahnhof Victoria in der Athener Innenstadt, einem der Treffs für Schleppergeschäfte. Angeblich probieren derzeit rund 200 Flüchtlinge am Tag die Ausreise über den Flughafen.
Täglich setzen sich syrische Flüchtlinge mit falschen Ausweisen vom Flughafen Athen in andere Länder der Schengenzone ab. Nun herrscht Torschlusspanik

Von Markus Bernath | derStandard.at

Ein Anruf genügt, ein Treffen mit einem Mittelsmann auf dem Omonia- oder rund um den Victoria-Platz in der Athener Innenstadt. Das Geld kommt in einen Safe. Bezahlt wird nur, wenn es klappt. Wenn der Kunde sich mit seinem falschen Ausweis an den Kontrollen vorbeigeschummelt hat und in der Maschine sitzt, auf dem Weg in ein anderes Land der Schengenzone. Dort, wo Wirtschaft und Asylbürokratie besser funktionieren, anders als in Griechenland. „Es ist unsere einzige Chance“, sagt Elias.

weiterlesen

Rechtsextremismus: 970 Straftaten gegen Flüchtlingsunterkünfte 2016

Das abgebrannte Haus sollte eine Flüchtlingsunterkunft werden © Martin Gommel
Das abgebrannte Haus sollte eine Flüchtlingsunterkunft werden © Martin Gommel
Nach wie vor ist die Zahl der Übergriffe auf Asylunterkünfte hoch. Das Bundesinnenministerium warnt weiter vor schweren Gewalttaten der rechten Szene. Hilfsorganisationen zeigen sich besorgt.

MiGAZIN

Auch im vergangenen Jahr ist die Zahl der Straftaten gegen Flüchtlinge und deren Unterkünfte hoch geblieben: Nach Angaben des Bundesinnenministeriums vom Freitag wurden insgesamt 970 Straftaten gegen Asylbewerberunterkünfte registriert. Zudem meldeten die Bundesländer 2.396 Straftaten gegen Flüchtlinge außerhalb der Unterkünfte. Die Bundesregierung verurteilte die hohe Zahl der Straftaten.

Gesellschaft und Politik trügen bei diesem Thema gemeinsam eine große Verantwortung gegen ein stilles Einverständnis und bloßes Hinnehmen solcher Taten, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin, Ulrike Demmer, in Berlin. Die Bundesregierung nehme ihre Verantwortung in diesem Bereich sehr ernst. Die Bekämpfung von Rechtsextremismus sei eine der grundlegendsten Aufgaben von Staat und Gesellschaft.

weiterlesen

Türkische Schüler „werden von moderner Welt abgeschnitten“

kreationismus

Mit dem Plan, die Evolutionstheorie aus Schulbüchern zu entfernen, wolle die AKP-Regierung kritisches Denken unmöglich machen, kritisiert ein türkischer Forscher.

Die Presse.com

„Für einen zivilisierten, gebildeten Menschen ist das undenkbar“, kritisiert der türkische Geologe Celal Sengör im APA-Gespräch die Pläne des türkischen Bildungsministeriums, die Evolutionstheorie von Charles Darwin aus den Schulbüchern zu entfernen. „Die Evolutionstheorie zu streichen heißt, die moderne Menschheit zu streichen“, so Sengör, der der bekannteste Atheist und Erdbebenforscher der Türkei ist.

Für die Schüler seien die Pläne des Bildungsministeriums eine intellektuelle Katastrophe. „Die werden von der modernen Welt abgeschnitten“. Die AKP ziehe eine unwissende und religiöse Generation heran. Ein kritisches und selbstständiges Nachfragen solle so unmöglich gemacht werden. Damit wolle die Regierung das Volk leichter beherrschen. Denn „kritisches Denken ist immer eine Bedrohung“. Die Türkei werde dann demnächst dasselbe Bildungsniveau wie Afghanistan haben, so der 62-jährige Anhänger von Republikgründer Mustafa Kemal Atatürk.

weiterlesen

Ägyptischer Attentäter in Paris: Gute und böse Staaten

Donald Trumps Einreiseverbot für Menschen aus bestimmten mehrheitlich muslimischen Ländern ist sinnlos. Glücklicherweise wurde es nun aufgehoben

Von Gudrun Harrer | derStandard.at

Abgesehen von den nun glücklicherweise schlagend gewordenen verfassungsrechtlichen Einwänden gegen Donald Trumps selektives US-Einreiseverbot hat es auch nur wenige Tage gebraucht, um dessen faktische Sinnlosigkeit zu beweisen: Nicht in den USA, aber in Frankreich – und Europa ist ja für Trump abschreckendes Beispiel – hat ein in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) lebender und dort radikalisierter Ägypter mit Touristenvisum versucht, Menschen zu ermorden.

Beide Staaten, VAE und Ägypten, stehen nicht auf der roten Liste des US-Präsidenten. Um deren angeblichen Zweck zu hinterfragen, muss man nun nicht mehr zum 11. September 2001 zurückgehen. Bei den Anschlägen in den USA waren ja neben 15 Staatsbürgern Saudi-Arabiens, das ebenfalls nicht vom Trump-Bann betroffen ist, zwei Emirater und ein Ägypter dabei (sowie ein Libanese).

weiterlesen

Viele Hakenkreuze in der U-Bahn – die New Yorker haben eine pragmatische Lösung

 In der New Yorker U-Bahn wurde ein ganzes Abteil mit Hakenkreuzen beschmiert © Screenshot Facebook
In der New Yorker U-Bahn wurde ein ganzes Abteil mit Hakenkreuzen beschmiert © Screenshot Facebook
New York, Chicago und Houston: In mehreren US-Metropolen wurden dieses Wochenende Vorfälle von rassistischem Vandalismus gemeldet. Die New Yorker wären aber nicht sie selbst, wenn sie nicht eine Lösung parat hätten.

stern.de

In den USA ist es in mehreren Städten zu Vandalismus in Form von antisemitischen Schmierereien und Hakenkreuzen gekommen. In einem Fall in Chicago ermittelt die Polizei laut dem US-Sender CNN wegen eines Hassverbrechens: Die örtlichen Polizeibehörden hatten am Samstag ein Video veröffentlicht, in dem ein schwarz gekleideter Mann nach Mitternacht mit einem Geländewagen vor einer Synagoge vorgefahren war. Er stieg aus dem Fahrzeug aus, beklebte die Synagoge mit Hakenkreuz-Aufklebern und schlug dann mit einem Metallobjekt eine Scheibe ein. Anschließend fuhr er davon. Die Leiterin des Amerikanisch-Jüdisches Komitees sagte CNN in Reaktion auf den Vorfall, „die jüdische Gemeinde in Chicago wird sich durch antisemitische Attacken nicht einschüchtern lassen.“

weiterlesen

Is Steve Bannon Donald Trump’s Rasputin? Da!

The man on the right is the real power behind the Romanov throne, uh, I mean the White House. attribution: Getty Images
The man on the right is the real power behind the Romanov throne, uh, I mean the White House. attribution: Getty Images
It has become painfully obvious who is running the show at 1600 Pennsylvania Avenue. And it ain’t the guy with the orange skin.

By Sher Watts Spooner | DAILY KOS

The moniker “President Bannon” has become common when describing the white nationalist serving as Donald Trump’s alt-right-hand man: former Breitbart honcho Steve Bannon. But that description, while capturing the ultimate power grab, doesn’t accurately encompass the totality of the influence.

Past U.S. presidents have given others a majority stake during their terms in office. When Woodrow Wilson was incapacitated with a stroke, his second wife, Edith, made decisions on which matters to bring to the bedridden president’s attention. Certainly George W. Bush seemed second-in-command to Vice President Dick Cheney and adviser Karl Rove. All presidents have had strong advisers who influenced their decision-making.

But Bannon is in a class by himself. He was pulling Donald Trump’s strings before the election, even long before he became the campaign’s CEO. As President Trump’s chief strategist, Bannon first sucks up to Trump then bends his ear with his theories and beliefs of white nationalism, his white nationalism, his desire for a global populist movement for “Judeo-Christian” values, his paranoia. Bannon writes (or at least dictates) the ill-thought-out executive orders; Trump just signs them. Bannon overrode other agencies to say that yes, green card holders also would be affected by the Muslim ban. Bannon now is ensconced at the National Security Council and is (by some reports) running the show there, too. According to a story in Foreign Policy:

read more

Ritter, Mönch und Matheleut‘

Dietmar Herrmann Mathematik im Mittelalter Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2016 ISBN: 9783662502891
Dietmar Herrmann
Mathematik im Mittelalter
Verlag: Springer Spektrum, Berlin und Heidelberg 2016
ISBN: 9783662502891

Dietmar Herrmann ist Mathematiker und Physiker und hat als Lehrbeauftragter an der Fachhochschule München gearbeitet. Jetzt im Ruhestand, beschäftigt er sich mit Themen aus der Geschichte der Mathematik. Nachdem er vor drei Jahren umfangreich die Leistungen griechischer Mathematiker darstellte („Die antike Mathematik“, 2014, Besprechung hier) widmet er sich in seinem neuen Buch dem Mittelalter.

Von Heinz Klaus Strick | Spektrum.de

Dies erreicht der Autor nicht so sehr, indem er historische Entwicklungen allgemein beschreibt, wie es etwa Hans Wussing in „6000 Jahre Mathematik“ (2009) getan hat. Herrmanns einführende Texte fallen hier etwas kurz aus. Vielmehr trägt er hunderte Aufgaben aus zahlreichen Schriften jener Epoche zusammen – etliche davon jetzt erstmals in deutscher Sprache erschienen, übersetzt vom Autor. Hierin liegt das besondere Verdienst des Werks.

Auf den Spuren früherer Denker

Leser können sich anhand der vielen Aufgaben unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ein Bild davon machen, womit sich die Mathematiker im Mittelalter beschäftigt haben. Leider wird nicht immer deutlich, welche der angegebenen Lösungen von den ursprünglichen Autoren stammen und welche von Herrmann. Es wäre durchaus gewinnbringend gewesen, häufiger als im Buch ausdrücklich vorgesehen die heutigen mit den damaligen Lösungswegen zu vergleichen. Aber vielleicht wollten Autor und Verlag den Umfang des Werks nicht noch mehr ausweiten.

weiterlesen

Erweiterte DNA-Analysen sollen bei Mordaufklärung helfen

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Baden-Württemberg will, dass zukünftig DNA-Material zur Feststellung von Augen-, Haar- und Hautfarbe verwendet werden kann, was umstritten und zuverlässig unmöglich ist

Von Ralf Streck | TELEPOLIS

Der Mord an einer Freiburger Studentin hat die Gemüter nicht nur in Südwestdeutschland schwer erregt. Seither tobt eine Debatte, die in der Stadt der sogenannte „Bund gegen Anpassung“ forciert hat, der sofort in einem breit verteilten Flugblatt in Richtung der Flüchtlinge nach den Tätern Ausschau hielt. Der behauptete, man könne per „DNA-Analyse ganz leicht“ den Täter eingrenzen: „Nichts ist so leicht durch DNA-Analyse zu ermitteln wie die Rasse.“ Zwar schmückt sich die Gruppe mit Hammer und Sichel, doch aus ihrer rechtsradikalen Gesinnung machen die Fans des irakischen Ex-Diktators Saddam Hussein keinen Hehl, die einst auch die Republikaner unterstützt haben. Doch über den Freiburger Polizeichef ist der Vorstoß schnell in die Landesregierung gelangt. Und Justizminister Guido Wolf (CDU) hat nun eine entsprechende Bundesratsinitiative auf den Weg gebracht.

Wolf hatte bereits im Rahmen der Ermittlungen und der Festnahme eines mutmaßlichen afghanischen Flüchtlings Anfang Dezember mehr Möglichkeiten bei der Auswertung von DNA-Spuren gefordert, was bislang unmöglich und auch ethisch bedenklich ist. Und schon damals hatte er diese Initiative angekündigt. Der Freiburger Polizeipräsident Bernhard Rotzinger erklärte im vergangenen Dezember, eine umfassendere Auswertung von DNA-Spuren bei Fahndungen hätte der Polizei bei der Tätersuche im Fall Maria „massiv geholfen“. Und er fügte hinzu: „Wir hätten wesentlich konzentrierter die Ermittlungen vorantreiben können.“

weiterlesen

The Alt-Right’s Favorite Diet

Image: VICE.MOTHERBOARD.com
Image: VICE.MOTHERBOARD.com
John Durant, author of The Paleo Manifesto and a controversial presence on Twitter, talks about the meat-heavy diet and right-wing politics.

By Oliver Lee Bateman | MOTHERBOARD

Silicon Valley billionaire and Donald Trump backer Peter Thiel follows the paleo diet in hopes of reaching the ripe old age of 120, according to Bloomberg. Democratic socialist Bernie Sanders ate „paleo before paleo was a thing,“ per a People profile. But does paleo—which in its broadest sense refers to a diet centered on nuts, vegetables, and organ meats—lean in one political direction?

The Paleo Manifesto, a 2014 book about the diet, traces paleo’s nutritional profile through a series of historical vignettes, explaining how our bodies haven’t yet adjusted to the shock of the wheat-based „agricultural revolution.“ The book is apolitical, aside from its place in academic debates over the value of evolutionary psychology and evolutionary medicine. But John Durant, Manifesto’s Harvard-educated author, is not:  he’s firmly on the alt-right.

read more