Eine kleine Philosophie-Geschichte des Masochismus


Wer hat die Peitsche in der Hand. eher die Frau, der Mann? Darüber lässt sich trefflich philosophieren. (B1861_Lehtikuva_Oy)
Wer hat die Peitsche in der Hand. eher die Frau, der Mann? Darüber lässt sich trefflich philosophieren. (B1861_Lehtikuva_Oy)
„Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!“, sagte Friedrich Nietzsche einst. Er ließ offen, wer wen damit verhauen sollte – andere Philosophen aber hatten sehr feste Vorstellungen von der masochistischen Rolle der Frau, die vom Mann beherrscht werden müsse.

Von Catherine Newmark | Deutschlandradio Kultur

„Oh! es soll eben nie ein Ende nehmen“, rief ich erregt, ja heftig, „nur der Tod soll uns trennen. Wenn du nicht mein sein kannst, ganz mein und für immer, so will ich dein Sklave sein, dir dienen, alles von dir dulden, nur stoß mich nicht von dir.“

Das ist die Urszene. „Heftig erregt“ unterwirft sich Severin der von ihm angebeteten Wanda. 1870 war das, im Roman „Venus im Pelz“ des galizischen Autors Leopold Ritter von Sacher-Masoch. Der Erfolgsschriftsteller war bekannt für seine etwas abseitigeren sexuellen Phantasien. Von Zeitgenossen wurden sie ihm gerne als „slawische Romantik“ ausgelegt. Bis, ja bis sie in die Fänge der Sexualpsychiatrie gerieten.

Auftritt Richard von Krafft-Ebing, seines Zeichens Psychiater und Rechtsmediziner in Graz. Flugs wird aus dem Namen eines ehemals verehrten Autors ein Synonym für eine sexuelle Perversion:

„Das Gegenstück des Sadismus ist der Masochismus. Während jener Schmerzen zufügen und Gewalt anwenden will, geht dieser darauf aus, Schmerzen zu leiden und sich der Gewalt unterworfen zu fühlen.“

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