Gregor Gysi: Dodo des Monats Januar 2017


Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR
Dodo des Monats Januar 2017 ©HFR

Gregor Gysi. Bild: FBEs wäre ein schöner Tag, wenn eine Politiker, Atheist, Humanist, was auch immer, den Arsch in der Hose hätte und völlig unbekümmert negative Religionsfreiheit in einer Kirche „predigen“ würde. Gregor Gysi ist von solchen Höhepunkten weit entfernt. Der Prototyp eines regressiven Linken.

Ich habe versucht zu erklären, weshalb Religion und Kirchen in unserer Gesellschaft so wichtig sind. Ich habe – obwohl ich selbst nicht an Gott glaube – versucht, der Gemeinde zu erklären, dass ich eine gottlose Gesellschaft ganz furchtbar fände. Und zwar schon aus folgenden Gründen: Erstens sind die Religions- und Kirchengemeinschaft Bestandteil unserer Kultur, und zweitens sind zurzeit nur die Kirchen- und Religionsgemeinschaften in der Lage, allgemeinverbindliche Moralnormen aufzustellen.
Gregor Gysi

Ich weiß ja nicht, was Gregor Gysi im Kopf hat als Atheist. Es muss furchtbar sein, damit er dieses Grauen im Zaume halten kann braucht er christliche Moral. Man sagt ja nicht umsonst, was ich denk und tu, trau ich anderen zu.
Darüber hinaus bleibt festzustellen, er findet einen absolutisch-feudal regierenden Kirchenfürsten, genannt der Pappa, Spukgestalt von Rom, annehmbar. Dessen Moral sich herleitet aus dem Naturrecht, eigentlich müsste Gysi als Rechtsanwalt beim Thema Naturrecht in schallendes Gelächter ausbrechen, aber das ficht ihn nicht an. D.h. eben jene katholische Kirche begründet mit dem Naturrecht die Nichtanerkennung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, sowohl von der UNO als auch von der EU. Tausende katholische Priester haben sich jahrzehntelang durch ganze Generationen von Kindern gevögelt, mit der ach so feinen Moral ihrer Kirche. Es wurde vertuscht, verheimlicht, gelogen und weltliche Gerichtsbarkeit umgangen.
Frauen wird die Gleichberechtigung versagt, das grundlegende Recht auf Selbstbestimmung nicht anerkannt. Die Benutzung von Kondomen untersagt, dann mit der Nonchalance eines Gnadenaktes unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Homosexuellen wird aus gleichen Gründen die Anerkennung als menschliches Wesen verneint. Die „unantastbare“ Menschenwürde wird tagtäglich mit feinziselierten Wortungetümen eben jenen Menschen genommen.
Wessen Moral Herr Gysi? Es kann nicht ihr ernst sein mit dieser bigotten Weltsicht der Kirchen übereinstimmen zu wollen.

Bei den Protestanten ist es nicht besser, der Vorteil, sie haben den römischen Mummenschanz der Antike abgelegt, aber ansonsten ist Bigotterie vorherrschend.
Auch hier ist der Wunsch nach Regulierung des Menschen ausgeprägt, Homophobie ebenso vorhanden wie die Entmündigung der Frauen. Allein die im Raum der Evangelischen Kirche in Deutschland stattfindenden Lebensrecht-und Bildungsdemonstrationen sind der Versuch einen evangelikalen Gottesstaat zu errichten. Konservative Christen entsagen ihren politischen Urgründen und landen bei der Alternative für Deutschland.
Allein Luther müsste Gysi ein sozialer Gegner sein.

„Wer den Müntzer gesehen hat, der hat den Teufel gesehen in seinem höchsten Grimm. … Nach der Rückkehr von einer Reise ins thüringische Aufstandsgebiet legte Luther nach und rief in einer Erweiterung der zweiten Auflage seiner Bauernschrift in vollkommen maßlosen zutiefst erschreckenden Worten die Obrigkeiten dazu auf, die Aufständischen ohne Gnade und Erbarmen wie „tolle Hunde“ niederzumetzeln. Denn wer sie nicht schlage, werde von ihnen geschlagen und das ganze Land dazu. Die Niederwerfung des Aufstands geriet zum Gottesdienst. „Solche wunderlichen Zeiten sind jetzt, dass ein Fürst den Himmel mit Blutvergießen verdienen kann, besser als andere mit Beten“. Veit-Jakobus Dieterich: „Martin Luther“, dtv, S. 85ff)

500 Jahre Reformation, wer gegen die Obrigkeit ist, wird dahingemetzelt. Eigentlich die Leute, die zur Klientel der Partei Die Linke gehören.

„Christen verzichten darauf, sich gegen die Obrigkeit zu empören.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Valium für den Pöbel, damit er weiter in seiner sozialen Hängematte verdämmern kann.
Der Antisemitismus ist ebenso ein gut christliches Ding. Von Anbeginn bis Auschwitz, ohne Christentum kein Holocaust.

Kirchliche Moralnormen gelten für Anhänger der Kirchen. Für alle anderen gelten die Gesetze des weltlichen Staates, sie sind dort auch besser aufgehoben. Objektive moralische Werte, ob nun christlich, jüdisch, islamisch, existieren nicht. Der imaginäre Freund entzieht sich seit seiner menschlichen Geburt jedweder Einflussnahme. Das heißt aber auch, Moral die nicht mehr den Lebensumständen der Menschen entspricht wird abgeschafft. So sollte es sein, praktisch ist es anders. Politiker wie Gregor Gysi sorgen dafür, dass die ach so allgemeinverbindlichen Moralnormen, verbindlich werden. Anstelle des mittelalterlichen Throns sind die Politiker getreten, die kirchlich-religiöse Politik möglich machen. Neu ist, dass sich Atheisten den Pfaffen andienen. Hat bei den Sozialdemokraten 94 Jahre gebraucht, bis zum Godesberger Programm, da haben dann Johannes Rau, Gustav Heinemann und Erhard Eppler den Gotteswahn, von der Gesamtdeutschen Volkspartei, in die SPD gebracht.

Vorgelesen hat Gregor Gysi aus dem Römer, Kapitel 12, 17-21.

Haltet euch nicht selbst für klug.ebenda

Paulus‘ Römerbrief ist auch jenes Machwerk, welches gern herangezogen wird um gut christliche Homophobie zu pflegen.

Jede andere Institution, ob nun katholische- oder evangelische Kirche, hätte man bei den begangenen Verbrechen verboten, enteignet und abgeschafft. Dass dem nicht so ist, ist der Politik geschuldet, es klüngelt sich halt gut. Politiker gehen dann eben gern auf Stimmenfang, dass christliche Wahlvolk wird es danken.

Hüten wir uns vor Politikern, die Religion, egal in welcher Form, zur Maxime ihres Handelns machen.

Unmoral ist die Moral derer die sich amüsieren.Ambrose Bierce

Atheisten sind unmoralisch, Feinde der Gesellschaft, die sich der Kontrolle des Jesusklubs entziehen. Neu ist das nicht, eben regressiv.

In dem Sinne, herzlichen Glückwunsch, vielleicht bringen die Kirchen ja ein paar Stimmen im Bundestagswahlkampf. Der Zweck heiligt die Mittel.

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Ein Gedanke zu “Gregor Gysi: Dodo des Monats Januar 2017

  1. buddy

    Gysi, Wagenknecht … die großen Idole der Linken … die man hoffnungsvoll als einzige „Alternative“ wahrnahm, auch wenn einem manches an dem ‚Ex-DDR-Laden‘ nicht passte.

    Und nun das … tschüss Linke … auf dem Weg zum Nichtmehrwähler.

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