Wer baute die Straßensperre von Aleppo?


Die Aufnahme aus Aleppo von 2015 zeigt die Barrikade mit der Flagge der Terror-Organisation Ahrar ash-Sham, die die Straßensperre errichtet haben soll zum Schutz der Zivilisten gegen Scharfschützen. © Reuters/Amar Abdullah
Die Aufnahme aus Aleppo von 2015 zeigt die Barrikade mit der Flagge der Terror-Organisation Ahrar ash-Sham, die die Straßensperre errichtet haben soll zum Schutz der Zivilisten gegen Scharfschützen. © Reuters/Amar Abdullah
Vorbild des „Monument“ vor der Frauenkirche war eine Barrikade in Syrien. Es gibt Hinweise, dass militante Salafisten sie errichteten, keine Zivilisten. Das bestätigte ein Augenzeuge gegenüber der SZ.

Von Oliver Reinhard | Sächsische Zeitung

Das Kunstwerk aus drei aufgerichteten Bussen vor Dresdens Frauenkirche ist ein Mahnmal für zivile Opfer militärischer Gewalt. Inspirationsquelle für den Künstler Manaf Halbouni war eine ebensolche Barrikade in Aleppo. Laut den Informationen des Kunsthauses Dresden zum Werk handelte es sich dabei um eine Straßensperre, „die Zivilisten während der Kampfhandlungen in der Stadt errichteten, um das Leben von Menschen zu schützen“.

Nun sind Hinweise aufgetaucht, dass diese Darstellung womöglich nicht korrekt ist: Es existiert ein Foto der Barrikade in Aleppo, aufgenommen vom Reuters-Fotografen Amar Abdullah unmittelbar nach deren Errichtung im März 2015. Darauf ist als Krönung der Sperre die Flagge einer islamistischen Rebellengruppe zu sehen, der Ahrar ash-Sham. Diese wird vom Verfassungsschutz der Bundesrepublik als „Terroristische Vereinigung“ eingestuft. Laut Stiftung Wissenschaft und Politik gehört sie „zum islamistisch-salafistischen Spektrum des Aufstands. Sie wollen das Asad-Regime stürzen und durch einen islamischen Staat ersetzen, der auf dem islamischen Recht der Scharia beruhen soll.“

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