Justiz Albtraum

Alle erheben sich. Die Richterin, mit ihren Beisitzern, betritt den Verhandlungsaal. Ein kurzes Nicken in Richtung Publikum und das hohe Gericht nimmt Platz. Die Vorsitzende zupft an ihren Hidschab. Der Beisitzer zu ihrer Linken stellt einen kleinen, fetten, ewig grinsenden Buddha auf den Tisch. Der Andere einen tanzenden Shiva. Über allen thront das gewaltige Kreuz des Christentums. Die Autorität des christlichen Gottes ist scheinbar unbestritten, darunter hängt in goldenen Buchstaben auf schwarzen Samt, die Shahada. Während der Staatsanwalt beginnt den Verlauf der Verhandlung auszupendeln, legt der staatlich bestimmte Verteidiger seine Tarot-Karten. Die beiden anwesenden Justizbeamten channeln sich.

Der Angeklagte sitzt völlig verstört, die Augen weit aufgerissen auf seiner Bank. In jedweder Hinsicht ungläubig ahnt er, dass dies sein letztes Gericht ist.

Der strittige Sachverhalt, der Grund für die Gerichtsverhandlung ist belanglos. Sein Unglauben ist das Problem.

Kabbalistisch wird der zu bestimmende Paragraf im Strafgesetzbuch festgelegt. Verurteilt wird er zu ewiger Jugend, die er in einem religionspluralistisch geführten vatikanischen Männerpuff verbringen darf.

Zum Abschied drückt ihm sein Pflichtverteidiger eine Tarotkarte in die Hand, ein Bube.

 

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Der Glaube, das Wort und das Amt – Steinmeier Bundespräsident

 Frank-Walter Steinmeier blickt nach vorne. Er ist evangelischer Christ, der zehnte von zwölf in diesem Amt. Möglicherweise kein Zufall. Ein Protestant liebt das Wort und die schöne Rede. (Foto: Dominik Butzmann/laif)
Frank-Walter Steinmeier blickt nach vorne. Er ist evangelischer Christ, der zehnte von zwölf in diesem Amt. Möglicherweise kein Zufall. Ein Protestant liebt das Wort und die schöne Rede. (Foto: Dominik Butzmann/laif)
Frank-Walter Steinmeier wird der zehnte Bundespräsident sein, der evangelisch ist. Katholisch waren nur zwei. Das ist vielleicht doch mehr als ein Zufall

Von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Das Amt des deutschen Bundespräsidenten hat nicht Pompöses, sondern eher etwas Protestantisches. Es protzt nicht und es prunkt nicht und es prasst nicht, schon gar nicht mit Kompetenzen. Das Amt passt zum Habitus rationaler Selbstdisziplinierung, wie er einem protestantisch geprägten, bürgerlichen Milieu seit jeher eigen ist. Seine Ausstattung mit politischer Macht ist so bescheiden und so zurückhaltend wie der Schmuck in einer evangelischen Kirche. Dort soll, das ist die Überlegung, nichts ablenken von dem, was wirklich wichtig ist: die geistliche Predigt, das Gebet und das gemeinsame Singen.

So ähnlich ist es mit dem Amt des Bundespräsidenten auch: Seine Macht ist die Macht der Rede, damit muss er überzeugen. In der evangelisch-reformierten Kirche, der die Predigt besonders wichtig ist, sagt man über einen Pfarrer, der unter einer dreiviertel Stunde predigt, dass er Arbeitsverweigerung betreibt. Wer in dieser protestantischen Tradition zu Hause ist, wer mit dieser Welt vertraut ist, wer ein solches Verständnis vom Wert des Wortes hat, der hat auch ein Gespür für das Amt des Bundespräsidenten: Am Anfang war das Wort!

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Die arktische Tiefsee hat ein Müllproblem

Abfälle belasten etwa auch das Territorium der Eisbären. – (c) APA/AFP/European Geosciences Union (Mario Hoppmann)
Abfälle belasten etwa auch das Territorium der Eisbären. – (c) APA/AFP/European Geosciences Union (Mario Hoppmann)
Seit 2002 beobachten Forscher zwischen Grönland und Spitzbergen den Meeresboden. Das Ergebnis: 2500 Meter unter der Oberfläche finden sich Glas, Plastik und Fischernetze.

Die Presse.com

Wissenschafter warnen vor einer zunehmenden Vermüllung der arktischen Tiefsee. Glas, Plastik und Fischernetze – all das findet sich 2500 Metern unter der Meeresoberfläche. Binnen eines Jahrzehnts stieg die Mülldichte dort stark, wie eine Langzeitmessung der Forscherinnen Mine Banu Tekmann und Melanie Bergmann vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) in Bremerhaven ergab.

Seit 2002 beobachteten sie an zwei Messpunkten in der Framstraße zwischen Grönland und Spitzbergen mit einem ferngesteuerten Kamera-System den Meeresboden. Auf 7058 Fotos entdeckten sie dabei 89 Müllteile. Hochgerechnet führte das im Untersuchungszeitraum von 2002 bis 2014 zu einem Durchschnittswert von 3485 Müllteilen pro Quadratkilometer. Der Höchstwert lag 2014 bei 6333 Müllstücken.

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Trumps Einreiseverbot in den USA und in Europa mehrheitsfähig

Bild: heise.de/tp
Bild: heise.de/tp
Mit Ausländer-, besonders Muslimfeindlichkeit scheint man nach Umfragen politisch punkten zu können, auch in Deutschland

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Präsident Donald Trump musste mit den in seinen Augen renitenten Richtern, die sein Einreiseverbot weiter blockieren, seine bislang wohl größte Schlappe hinnehmen (USA: Trumps Einreiseverbot bleibt ausgesetzt. Entsprechend schäumte er auf Twitter und verwies darauf, dass sein Einreiseverbot in der Bevölkerung populär ist, er also die Stimme des Volkes gegen die abgehobenen Richter vertritt.

Tatsächlich hatte ein Umfrage im Auftrag von Consult/Politico, die Anfang Februar duirchgeführt wurde, ergeben, dass die Mehrheit der Amerikaner hier hinter ihrem Präsidenten zu stehen scheint. 55 Prozent finden das Einreiseverbot von Menschen aus sieben islamischen Ländern gut, 38 Prozent lehnen es ab. Die Zustimmung bei den Republikanern liegt bei 82 Prozent, bei den Unabhängigen sind 54 Prozent dafür, bei den Demokraten lehnen es 65 Prozent ab.

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Wissenschaft in der Türkei: Mit eisernem Besen durch die Hörsäle

foto: apa/afp/turkish presidential press office/ kayhan ozer Ehrendoktor Erdogan: Der türkische Staatschef hat sich mit einem seiner Dekrete das Recht gegeben, selbst die Rektoren für die Universitäten in der Türkei auszuwählen.
foto: apa/afp/turkish presidential press office/ kayhan ozer Ehrendoktor Erdogan: Der türkische Staatschef hat sich mit einem seiner Dekrete das Recht gegeben, selbst die Rektoren für die Universitäten in der Türkei auszuwählen.
Tayyip Erdoğan richtet Uni-Lehre und Bildung in seinem Sinn neu aus. Die Verbannung der Evolutionstheorie aus dem Lehrplan der Schulen ist nur ein Symbol

Von Markus Bernath | derStandard.at

Es war ein verzweifelt anmutender Versuch: Erol Önen setzte sich Ende vergangener Woche mit Frau und Kindern ins Auto und fuhr von Istanbul nach Edirne an die Grenze. Der Assistenzprofessor für Elektrotechnik von der Technischen Universität Istanbul (ITÜ) wollte irgendwie über die Maritza kommen, den Grenzfluss nach Bulgarien und Griechenland. Doch die Familie fiel der türkischen Polizei leicht in die Hände. Gegen Önen lag ein Haftbefehl vor. Seinen Job an der Universität hatte der Elektrotechniker bereits bei einer der Massenentlassungen der vergangenen Monate verloren.

Bisher knapp 7.000 „Putschisten“ und „Terroristen“ haben die konservativ-islamische Führung der Türkei und ihre Justiz an den Universitäten des Landes ausgemacht. Angebliche Mitglieder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen – lange Jahre ein Verbündeter des heutigen Staatspräsidenten und dessen Partei AKP – sowie Hochschulmitarbeiter, bei denen Verbindungen zur kurdischen Untergrundarmee PKK vermutet werden, wurden per Dekret entlassen, manche auch gleich ins Gefängnis gesteckt.

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René Descartes: Der mysteröse Tod des großen Philosophen

René Descartes (Porträt nach Frans Hals, 1648) Bild. wikimedia.org/PD
René Descartes (Porträt nach Frans Hals, 1648) Bild. wikimedia.org/PD

Der große Denker René Descartes starb vor 367 Jahren plötzlich. Wurde der Franzose in Schweden mit Arsen vergiftet? Das behaupten manche – und verweisen auf eine angebliche Geheimbotschaft.

Von Florian Goldmann | Süddeutsche.de

Mürrisch trifft René Descartes im Oktober 1649 in Stockholm ein. Königin Christina hat gerufen: Seine Schriften seien fabelhaft, er möge ihr Philosophie beibringen.

Doch Reisen sind nicht die Sache des 53-Jährigen. Frühere Versuche, ihn für Privataudienzen nach Schweden zu holen, hat der Franzose abgelehnt. Nun lockt aber das Geld, das er dringend braucht. Doch es kommt nur zu wenigen Sitzungen: Descartes stirbt plötzlich, im Februar 1650. Lungenentzündung, wie das Königshaus sofort vermeldet. Einige hingegen munkeln sogleich, er sei vergiftet worden.

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USA: Demonstranten schlagen Bildungsministerin in die Flucht

© AP Demonstranten hindern die amerikanische Bildungsministerin DeVos beim Betreten einer öffentlichen Schule in Washington.
© AP Demonstranten hindern die amerikanische Bildungsministerin DeVos beim Betreten einer öffentlichen Schule in Washington.
Eigentlich wollte Amerikas frisch ernannte Bildungsministerin DeVos eine Schule besuchen. Doch die Eltern wollten das nicht. Die Politikerin musste sich einen anderen Weg suchen.

Frankfurter Allgemeine

Demonstranten haben die frisch ernannte Bildungsministerin Amerikas, Betsy DeVos, am Betreten einer öffentlichen Schule in Washington gehindert. Eltern postierten sich am Freitag mit Schildern vor dem Eingang der Jefferson Middle School Academy und ließen DeVos nicht passieren, wie ein Video des Fernsehsenders WJLA-TV zeigt. Sichtlich irritiert machte DeVos daraufhin kehrt und fuhr in einem Wagen davon.

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Fracking: Kein umfassendes Verbot

Fracking: Offene Grube aus Rückflusswasser, Nord-Dakota. Bild: Joshua Doubek / CC BY-SA 3.0
Fracking: Offene Grube aus Rückflusswasser, Nord-Dakota. Bild: Joshua Doubek / CC BY-SA 3.0
Am heutigen Samstag treten neue Fracking-Regeln in Kraft, wie das Bundesumweltministerium mitteilt. Demnach sei künftig sogenanntes unkonventionelles Fracking weitgehend verboten. Nur in bis zu vier Fällen bundesweit soll es zu Forschungszwecken genehmigungsfähig sein. Das seit vielen Jahrzehnten betriebene sogenannte konventionelle Fracking sei künftig nur noch mit Umweltverträglichkeitsprüfung möglich, die eine Öffentlichkeitsbeteiligung beinhalte, so das Ministerium in seiner Stellungnahme.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Mit Fracking wird das Aufbrechen von gasführenden Gesteinen mittels einer chemikalischen Lösung bezeichnet, die unter hohem Druck meist mit Sand versetzt in den Untergrund gepresst wird. Laut Umweltministerium sollen künftig nur noch Chemikalien zulässig sein, die nicht das Wasser gefährden, womit offensichtlich Trinkwasservorkommen gemeint sind.

Immerhin ist das ein Eingeständnis, das das bisher nicht immer ausgeschlossen werden konnte. Unklar bleibt, ob die Öffentlichkeit künftig freien Zugang zu den Informationen über die eingesetzten Stoffe haben wird.

Konventionelle Erdgaslagerstätten sind solche, in denen das Gas in einer Blase vorliegt, die sich unter einer undurchlässigen Schicht gesammelt hat. Um in Sandstein eingeschlossene Reste aus diesen Vorkommen zu lösen, werden schon bisher Fracking-Lösungen, das heißt, ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien genutzt.

Den Umweltorganisationen gehen die neuen Regeln nicht weit genug. Ein großes Bündnis aus Dachverbänden wie dem Deutschen Naturschutzring (DNR), zahlreichen kleineren Gruppe und großen Verbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) (mehr als 560.000 Mitglieder nach eigenen Angaben) kritisiert in einer gemeinsamen Erklärung, dass die neue Regeln nun zu neuen Anträgen führen könnten.

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Russland überlegt Auslieferung von Snowden an Trump

foto: apa Snowden bei einem Auftritt vor Studenten – via Skype
foto: apa Snowden bei einem Auftritt vor Studenten – via Skype
US-Präsident drohte Whistleblower mit der Todesstrafe – Anwalt: Keine Signale für eine Auslieferung

derStandard.at

Die Meldung kommt überraschend. Unter Berufung auf Informationen aus US-Geheimdienstkreisen meldet NBC News, dass die russische Regierungsspitze derzeit ernsthaft darüber diskutiere, Edward Snowden an die USA auszuliefern. Quasi als Geschenk an den neuen Präsidenten Donald Trump, der den NSA-Whistleblower in der Vergangenheit als „Spion“ sowie „Verräter“ bezeichnet und ihm mit der Todesstrafe gedroht hat.

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Streit über das Soldaten-Asyl droht außer Kontrolle zu geraten

erdoganSeitdem die griechische Justiz die Auslieferung acht türkischer Soldaten blockiert hat, tobt Präsident Erdogan. Der Konflikt droht zu eskalieren. Auch Deutschland könnte zum Ziel seiner Wut werden.

Von Flora Wisdorff | DIE WELT

Stolz zeigt Christos Mylonopoulos eine eingerahmte Bleistiftzeichnung: Ein treffendes Porträt von ihm, darunter acht türkische Namen und die dazugehörigen Unterschriften. „Das Bild haben mir die Offiziere zum Dank gezeichnet und geschenkt“ sagt der Athener Strafrechtsanwalt, der für ihre Verteidigung kein Geld nehmen wollte.

Das Oberste Gericht Griechenlands hat entschieden, dass diese ranghohen Soldaten, die nur Stunden nach dem versuchten Putsch im vergangenen Sommer mit einem Hubschrauber aus der Türkei nach Griechenland geflohen waren, nicht an ihr Heimatland ausgeliefert werden dürfen.

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Fukushima: Noch höhere Strahlung von 650 Sievert in Reaktor 2

Aufnahme von der Roboterkamera von dem mit Schutt bedeckten Weg im Inneren des Sicherheitsbehälters. Bild: Tepco
Aufnahme von der Roboterkamera von dem mit Schutt bedeckten Weg im Inneren des Sicherheitsbehälters. Bild: Tepco
Roboter kam kaum voran und fiel nach 2 Stunden aus, die Situation in den 3 Reaktoren, in denen es zur Kernschmelze kam, ist weiterhin nahezu unbekannt

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Am 30. Januar wurde erstmals eine an einer Teleskopstange befestigte Kamera in den Sicherheitsbehälter des Reaktors des AKW Fukushima eingebracht, in dem sich wie in Reaktor 1 und 3 eine Kernschmelze ereignet hat. Festgestellt wurde dabei, dass das geschmolzene Material aus dem Druckbehälter in den Sicherheitsbehälter durchgebrochen ist und dass die radioaktive Strahlung in dem Behälter von 530 Sievert die Erwartungen oder Hoffnungen des Konzerns weit übertrafen. Tepco wollte 2021 mit dem Abbau und der Entsorgung des Materials beginnen.

Japanische Medien schrieben, dass ein Mensch, der einer Strahlung von 530 Sievert ausgesetzt würde, nach einer Minute sterben würde. Zudem würde auch ein Roboter ziemlich schnell ausfallen, bei 530 Sievert würde er nicht einmal ganz 2 Stunden funktionsfähig sein („Radioaktive Strahlung in Fukushima-Reaktor könnte einen Menschen in einer Minute töten“).

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Louisiana: Ein Ökosystem stirbt, zwei Flüsse wollen leben

 Satellitenbild der Küste von Louisiana. Rotmarkiert sind die wachsenden Flussdeltas, Wax Lake und Atchafalaya. (Foto: USGS/NASA)
Satellitenbild der Küste von Louisiana. Rotmarkiert sind die wachsenden Flussdeltas, Wax Lake und Atchafalaya. (Foto: USGS/NASA)
An der Küste des US-Bundestaats Louisiana versinken Sümpfe im Atlantik. Doch Satellitenbilder der Nasa zeigen auch zwei kleine Flussdeltas, die immer weiter ins Meer hinauswachsen.

Von Marlene Weiß | Süddeutsche.de

An der Küste des US-Bundesstaats Louisiana sind traurige Entwicklungen zu beobachten. Die Sümpfe dort versinken im Golf von Mexiko – und zwar enorm schnell: Etwa alle neunzig Minuten geht die Fläche eines Fußballfeldes unter, für immer.

Grund sind vor allem die Eingriffe der Menschen in den Wasserhaushalt. Flüsse werden eingedämmt und umgeleitet, so dass sie an der Küste nicht mehr genug Schlamm abladen können, um die Landschaft zu erhalten. Der Klimawandel tut mit zunehmenden Stürmen und steigendem Wasserspiegel sein Übriges. In den kommenden Jahrzehnten, fürchten Wissenschaftler, werden im Mississippi-Delta 5000 Quadratkilometer Land verloren gehen.

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Wie lange gab es unsere Urwolke?

Am Beginn unseres Sonnensystems stand die Urwolke. Wie lange diese protoplanetare Scheibe jedoch erhalten blieb, war bisher unbekannt. © ESO/L. Calçada, CC-by-sa 4.0
Am Beginn unseres Sonnensystems stand die Urwolke. Wie lange diese protoplanetare Scheibe jedoch erhalten blieb, war bisher unbekannt. © ESO/L. Calçada, CC-by-sa 4.0
Rätsel gelöst: Seit Jahren rätseln Planetenforscher darüber, wie lange die Urwolke unseres Sonnensystems existierte. Jetzt haben vier Meteoriten die entscheidenden Informationen geliefert. Ihre Magnetisierung verrät, dass sich der protoplanetare Gasnebel knapp vier Millionen Jahre nach Entstehung wieder auflöste, wie Forscher im Fachmagazin „Science“ berichten. Das wiederum gibt wertvolle Einblicke in die Abläufe, die unser Sonnensystem prägten.

scinexx

Unsere Sonne und unser Planetensystem bildeten sich vor rund 4,6 Milliarden Jahren in einer rotierenden Wolke aus Staub und Gas – so viel ist klar. Der dichte Gasnebel lieferte Jupiter und Saturn den Baustoff, um zu Gasriesen heranzuwachsen. Astronomen vermuten zudem, dass Turbulenzen in der Urwolke für die Wanderung des Jupiter in seine heutige Bahn verantwortlich sind – ein Ereignis, dass auch die junge Erde entscheidend beeinflusst haben könnte.

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Die Schadstoffwerte von Seehofers Dienstwagen – ein Geheimtipp für Terroristen?

 Die Deutsche Umwelthilfe klagte gegen den Freistaat. Sie will Auskunft über die Emissionswerte des Dienstwagens von Ministerpräsident Seehofer. (Foto: dpa)
Die Deutsche Umwelthilfe klagte gegen den Freistaat. Sie will Auskunft über die Emissionswerte des Dienstwagens von Ministerpräsident Seehofer. (Foto: dpa)
Die Landesregierung will die Kohlendioxidwerte aus Gründen der Staatssicherheit partout nicht herausgeben. Lächerlich? Nein. Das Ganze beweist nur wieder Bayerns Spitzenstellung in der Welt.

Von Franz Kotteder | Süddeutsche.de

Dass in Bayern in jeder Hinsicht alles besser ist als anderswo, ist hinlänglich bekannt und wird von der hiesigen Staatsregierung immer wieder betont. Und sollte irgendetwas einmal zufällig nicht besser sein, so hat das sicher einen guten Grund, aber den muss nicht jeder wissen. Zum Beispiel vermutet die Deutsche Umwelthilfe (DUH), dass die Kohlendioxidwerte des Dienstwagens von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) nicht besonders gut sind. Genau weiß der Verein das allerdings nicht, weil die bayerische Staatskanzlei im Unterschied zu allen anderen Landesregierungen die Werte nicht verraten will. Zwar hat sie das Verwaltungsgericht kürzlich zur Herausgabe der Daten verdonnert, aber sie geht jetzt möglicherweise noch in die nächste Instanz.

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Vatikan: Freigabe der Akten zu Pius XII. verzögert sich

Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Pius XII beim Konkordat 1933 (CC-by-sa/3.0 Germany by Bundesarchiv DE)
Archivleiter Bischof Pagano: Bestände aus 20 bis 30 vatikanischen Botschaften konnten noch nicht gesichtet werden – Seit 2009 keine Fortschritte im Seligsprechungsprozess für den Papst der Weltkriegszeit.

kath.net

Die Freigabe der vatikanischen Akten über Papst Pius XII. (1939-1958) in den Weltkriegsjahren verzögert sich weiter. Der Stand der Vorbereitung sei mittlerweile „an einem guten Punkt“ angelangt, es fehlten jedoch noch die Bestände von 20 bis 30 Archiven vatikanischer Botschaften, sagte der Leiter des Vatikanischen Geheimarchivs, Bischof Sergio Pagano, am Mittwoch in einem „Kathpress“-Interview in Rom. Ein Datum für die Freigabe wollte Pagano nicht nennen. Diese Entscheidung obliege allein dem Papst, so der Kurienbischof.

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The Army Is Testing Brainwave-Reading Technology for Drivers

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
Imagine you’re a soldier driving for hours through a stretch of empty, dusty road. You’re wearing a helmet packed with sensors that record your brain’s electrical signals and sends them out into the ether for processing at a remote facility.

By Jordan Pearson | MOTHERBOARD

Meanwhile, a team of military specialists is monitoring your cognitive abilities in real-time, based on an algorithm’s interpretation of your brainwaves. What they want to know is this: are you too sleepy to be driving down that long, unrelentingly uniform highway?

The US Army’s Human Research and Engineering Directorate (HRED), which has the mission of improving „soldier-machine interactions in mission contexts,“ recently sponsored and co-authored research that could lead to the above scenario—if the technology ever gets there.

A paper posted to the arXiv preprint server on Friday described an HRED-sponsored study that looked into using brainwave-reading tech, also known as electroencephalography (EEG), to monitor the drowsiness of drivers and how it affects them doing things like changing lanes. It’s worth noting that other researchers have investigated this scenario before, so the technology shouldn’t be thought of as only having military applications. One could imagine a rather disturbing scenario where long-distance truckers are required to have their brainwaves monitored, for example.

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