Fracking: Kein umfassendes Verbot


Fracking: Offene Grube aus Rückflusswasser, Nord-Dakota. Bild: Joshua Doubek / CC BY-SA 3.0
Fracking: Offene Grube aus Rückflusswasser, Nord-Dakota. Bild: Joshua Doubek / CC BY-SA 3.0
Am heutigen Samstag treten neue Fracking-Regeln in Kraft, wie das Bundesumweltministerium mitteilt. Demnach sei künftig sogenanntes unkonventionelles Fracking weitgehend verboten. Nur in bis zu vier Fällen bundesweit soll es zu Forschungszwecken genehmigungsfähig sein. Das seit vielen Jahrzehnten betriebene sogenannte konventionelle Fracking sei künftig nur noch mit Umweltverträglichkeitsprüfung möglich, die eine Öffentlichkeitsbeteiligung beinhalte, so das Ministerium in seiner Stellungnahme.

Von Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Mit Fracking wird das Aufbrechen von gasführenden Gesteinen mittels einer chemikalischen Lösung bezeichnet, die unter hohem Druck meist mit Sand versetzt in den Untergrund gepresst wird. Laut Umweltministerium sollen künftig nur noch Chemikalien zulässig sein, die nicht das Wasser gefährden, womit offensichtlich Trinkwasservorkommen gemeint sind.

Immerhin ist das ein Eingeständnis, das das bisher nicht immer ausgeschlossen werden konnte. Unklar bleibt, ob die Öffentlichkeit künftig freien Zugang zu den Informationen über die eingesetzten Stoffe haben wird.

Konventionelle Erdgaslagerstätten sind solche, in denen das Gas in einer Blase vorliegt, die sich unter einer undurchlässigen Schicht gesammelt hat. Um in Sandstein eingeschlossene Reste aus diesen Vorkommen zu lösen, werden schon bisher Fracking-Lösungen, das heißt, ein Gemisch aus Wasser, Sand und Chemikalien genutzt.

Den Umweltorganisationen gehen die neuen Regeln nicht weit genug. Ein großes Bündnis aus Dachverbänden wie dem Deutschen Naturschutzring (DNR), zahlreichen kleineren Gruppe und großen Verbänden wie dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) (mehr als 560.000 Mitglieder nach eigenen Angaben) kritisiert in einer gemeinsamen Erklärung, dass die neue Regeln nun zu neuen Anträgen führen könnten.

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