Gediegener Langweiler auf der Promi-Party


Frank-Walter Steinmeier: Bundespräsident ohne Überraschungspotenzial / picture alliance
Frank-Walter Steinmeier: Bundespräsident ohne Überraschungspotenzial / picture alliance
Ein Bundespräsident darf kein Revolutionär sein. Aber so langweilig, wie es mit Frank-Walter Steinmeier werden wird, muss er auch nicht sein. Gedanken zur Bundespräsidentenwahl

Von Christoph Schwennicke | Cicero

Der vielleicht bestmögliche Bundespräsident in Deutschland hielt am Sonntag seine Abschiedsrede, ohne je zum Staatsoberhaupt gewählt worden zu sein. Norbert Lammert, scheidender Präsident des Bundestages, gab zum vorgezogenen Abschied seines Daseins als Parlamentarier noch einmal eine Kostprobe seines rhetorischen Könnens zum Besten, als er die Bundesversammlung zur Wahl des zwölften Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland begrüßte.

Lammert – der bessere Präsident

Was hätte das werden können, wenn Angela Merkel, seine Parteichefin, zur rechten Zeit Lammerts Ambitionen auf dieses Amt erhört hätte. Ihr wäre die Schmach erspart geblieben, brav den Kandidaten ihres Koalitionspartners SPD mitzuwählen und diesem damit noch zusätzlichen Aufwind in dessen derzeitiger Hausse zu geben. Und dem Land wäre unter Umständen auch mehr gedient gewesen. Denn: So präsidiabel natürlich auch der Wahlsieger Frank Walter-Steinmeier ist: Munterer wäre es mit Lammert auf alle Fälle geworden.

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