Justizsenator zum Kopftuch-Urteil: „Multireligiösität muss man aushalten“


 Als schwuler Mann, sagt Senator Dirk Behrendt, habe er ein Problem mit Religionen, die Schwulsein ablehnen. Auch für sie gelte aber Religionsfreiheit. Foto: BBLZ/Paulus Ponizak
Als schwuler Mann, sagt Senator Dirk Behrendt, habe er ein Problem mit Religionen, die Schwulsein ablehnen. Auch für sie gelte aber Religionsfreiheit. Foto: BBLZ/Paulus Ponizak
Es bahnt sich ein rot-rot-grüner Religionsstreit an: Das Kopftuch-Urteil des Landesarbeitsgerichts stellt das Berliner Neutralitätsgesetz in Frage, das Lehrkräften an staatlichen Schulen alle religiösen Symbole verbietet.

Von Jan Thomsen | Berliner Zeitung

Herr Behrendt, eine Berliner Lehrerin erhält Entschädigung, weil sie wegen ihres Kopftuchs nicht an einer staatlichen Grundschule unterrichten durfte. Können Lehrerinnen also künftig Kopftuch tragen?

Zunächst einmal haben wir die Situation, dass alle Musliminnen, die wegen ihres Kopftuchs als Lehrerinnen abgelehnt werden, einen Anspruch auf Schadensersatz geltend machen können. Und zwar, weil sie aufgrund ihrer Religionsausübung diskriminiert werden. Diesen Zustand halte ich nicht für gut. Daher glaube ich, dass das Neutralitätsgesetz in seiner jetzigen Form nicht aufrechtzuerhalten ist.

weiterlesen

1 Comment

  1. Welche abgrundtiefe Heuchelei, Herr Senator! Hunderttausende Nichtchristen, die sich um eine Stelle in einer der flächendeckend vorhandenen konfessionellen (von Staat und den Sozialkassen aber finanzierten!) Einrichtungen wie Krankenhäuser, Pflegeheime, Kindertagesstätten bewerben, aber aufgrund fehlender Kirchenmitgliedschaft abgewiesen werden, sind offenbar nicht der Rede wert! Das kirchliche Arbeits(un)recht macht es möglich. Das stört Sie offenbar überhaupt nicht, Herr Senator, der Sie so ungemein auf weltanschauliche Neutralität zu achten vorgeben!

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.