Kloster Irsee arbeitet Euthanasie auf


Bild. BR.de
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Das Kloster Irsee bei Kaufbeuren war ein zentraler Ort der Euthanasie-Verbrechen und Patientenmorden in der NS Zeit – jetzt hat man die Massengräber genauer lokalisieren können und eine Dokumentation vorgelegt.

Von Daniel Knopp | BR.de

Noch bis 1972 hieß das Kloster Irsee „Kreis-Irren-“ beziehungsweise „Heil-und Pflegeanstalt“. Im Rahmen einer großen Pflege-Fachtagung hat das Bildungswerk des Bayerischen Bezirketags nun eine Schrift über die Patientengräber dort vorgelegt, die die Grausamkeiten in der NS-Zeit dokumentiert:

Ein „lebhafter Idiot“, dann der „Exitus“

„Es grüßt dich deine dich nie vergessende Mama“, so endet ein Weihnachtsbrief an den 5jährigen Erwin L. Es sollte der letzte Weihnachtbrief sein. Am 14. September 1943 wurde der fränkische Junge, der lediglich nicht richtig sprechen konnte, nach Irsee verlegt. Der zuständige Oberarzt beschreibt Erwin als, so wörtlich, „lebhaften Idioten ohne Sprachäußerung“. Sechs Wochen später folgt der Eintrag „Exitus“ mit der für die Opfer der Euthanasie typischen Todesursache Bronchopneumonie. Erwins Grab befindet sich heute auf dem Irseer Ortsfriedhof, die genaue Stelle ist jetzt gefunden: Es sei die Nummer 264, sagt Stefan Raueiser vom Bildungswerk Irsee.

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