Im Geheimen Kardinal


REUTERS/Yves Herman
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Dieses Mittel setzten Päpste in der Vergangenheit gerne ein: Sie ernannten Bischöfe „in pectore“, also im Geheimen, zu Kardinälen – aus den verschiedensten Gründen. Papst Franziskus hat das zwar bisher nicht getan. Dennoch ranken sich um die Kardinäle inkognito nach wie vor viele Gerüchte.

Von Gabriele Höfling | katholisch.de

Gerade wollen sich die Kardinäle zum Konklave einschließen, da gibt es einen Zwischenfall. Ein Mann kommt in die Sixtinische Kapelle, der behauptet, einer von ihnen zu sein. Er gibt sich aus als der Bischof von Bagdad, den der gerade verstorbene Papst im Geheimen zum Kardinal ernannt habe. Die Nachricht überrumpelt die Kardinäle — und stellt die Dynamik der Papstwahl auf den Kopf.

Zugegeben, dieses Szenario ist reine Phantasie. Es stammt aus dem Roman „Konklave“, den der Bestseller-Autor Robert Harris im vergangenen Jahr veröffentlichte. Doch vollkommen unrealistisch ist die Szene nicht. Denn tatsächlich können die Päpste Kardinäle „in pectore“, also „im Herzen“ ernennen. Dann geben sie im Konsistorium nur bekannt, dass es außer den öffentlich kreierten noch einen oder mehrere weitere Kardinäle gibt. „Wer das ist, wissen jedoch nur der Papst und idealerweise der Kandidat selbst“, erklärt Vatikanexperte Ulrich Nersinger. Die Gründe für das geheimnisvolle Vorgehen seien meist politisch: „Es geht darum, unter schwierigen Umständen die jeweilige Person zu schützen – etwa in Ländern, in denen Christen verfolgt werden.“

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