Exorzismus-Prozess: Haft für vom Glauben Besessene


Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Monatelang wurde verhandelt. Eine der Angeklagten verdeckt sich das Gesicht, während sie mit einer Dolmetscherin spricht. Foto: dpa
Im Prozess um die tödliche Teufelsaustreibung in Frankfurt muss nur die Hauptangeklagte für sechs Jahre in Haft.

Von Stefan Behr | Frankfurter Rundschau

Am Ende, als das Urteil längst gesprochen ist, fährt etwas in Frau K. Vermutlich ist es Verzweiflung. Soeben hat das Landgericht die 44 Jahre alte Hauptangeklagte im sogenannten Exorzismus-Prozess wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Ihre vier Mitangeklagten sind mit Bewährungsstrafen davongekommen und wollen und werden nun so schnell wie möglich in ihre südkoreanische Heimat zurückkehren. Frau K., der dies verwehrt ist, beginnt zu schreien und mit den Fäusten auf den Tisch zu schlagen.
So hatte auch alles angefangen. In einer Dezembernacht 2015, als die übernächtigte und nach eigener Überzeugung von Dämonen gejagte Truppe aus einem vermeintlichen Spukhaus in Sulzbach in ein Frankfurter Hotelzimmer geflohen war. Doch auch hier war das spätere Opfer nicht sicher: Die Frau begann plötzlich, in fremden Zungen zu reden, zu schreien und um sich zu schlagen.

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