Karl Jaspers in seinen Korrespondenzen: Die humane Gestalt eines Philosophen


Karl Jaspers, 1968. (Bild: Keystone)
Karl Jaspers, 1968. (Bild: Keystone)

Karl Jaspers‘ Briefwechsel zeigen einen moralisch integren Denker – und sie lassen noch tiefer in die Abgründe Martin Heideggers blicken.

Von Ludger Lütkehaus | Neue Zürcher Zeitung

Der politische und philosophische Skandal Martin Heidegger wartet in kurzen Abständen mit neuen «schwarzen» Offenbarungen in Heftform auf. Übergangen wird seitens der Kommentatoren allerdings allzu grosszügig der am schwersten wiegende Punkt der Verstrickung Heideggers in den Nationalsozialismus: des Philosophen Kontamination mit der erbbiologischen und rassenhygienischen NS-Ideologie. Diese Vergiftung ist mit der «Tischrede», die der Rektor Martin Heidegger zum fünfzigjährigen Bestehen des Freiburger Instituts für pathologische Anatomie unter dem NS-orientierten Dekanat Ludwig Aschoffs gehalten hat, eindeutig dokumentiert. Seit deren Veröffentlichung besteht kein begründeter Zweifel, dass Heidegger – zumindest zu jener Zeit – explizit einer völkischen Blut-und-Boden-Politik das Wort geredet hat.

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