Herero und Nama bekräftigen Schadenersatzforderungen


Herero- und Nama-Delegierten in Berlin vor dem Sitz des Bundespräsidenten (Archivfoto)
Herero- und Nama-Delegierten in Berlin vor dem Sitz des Bundespräsidenten (Archivfoto)
Seit mehreren Jahren fordern Vertreter der Herero und Nama von Deutschland Entschädigungszahlungen und eine Entschuldigung für den Genozid auf dem Gebiet des heutigen Namibia. Nun konkretisierten sie ihre Forderungen nach Wiedergutmachung.

MiGAZIN

Vertreter der Herero- und Nama-Völker in Namibia haben erneut von Deutschland eine Entschädigung für den Genozid vor mehr als 100 Jahren gefordert. Nachfahren der Völkermord-Opfer kritisierten am Donnerstag in Berlin die deutsch-namibischen Regierungsverhandlungen über die Aufarbeitung der Kolonialgeschichte. Vertreter der Volksgruppen seien an den Gesprächen nicht beteiligt, sagte die Vorsitzende der Ovaherero Genocide Foundation, Esther Muinjangue.

Analog zur deutschen Wiedergutmachungspolitik gegenüber den Juden für erlittenes NS-Unrecht müsse auch mit den Herero und Nama umgegangen werden, forderte Doudou Diène, ehemaliger UN-Beauftragter für die modernen Formen von Rassismus. Wie nach dem Holocaust, als Deutschland mit der jüdischen Zivilgesellschaft in Verhandlungen getreten sei, sollte die Bundesregierung mit den Opfervertretern der Herero und Nama direkt über Schadenersatz verhandeln.

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