Kirchenvandalismus: Tolle Tage, saure Tropfen


© dpa Die Kölner Kirchenhäuser wappnen sich: Die Kirche Groß St. Martin (Mitte) umgibt während des Karnevals ein zwei Meter zwanzig hoher Bauzaun.
© dpa Die Kölner Kirchenhäuser wappnen sich: Die Kirche Groß St. Martin (Mitte) umgibt während des Karnevals ein zwei Meter zwanzig hoher Bauzaun.
Was dem Menschen behagt, das schmeckt der Kirche nicht: Während des Karnevals in Köln wappnen sich die Gotteshäuser mit Bauzäunen gegen urinierende und randalierende Besucher.

Von Andreas Rossmann | Frankfurter Allgemeine

Wenn heute, an Weiberfastnacht, im Rheinland der Straßenkarneval beginnt, ist Groß St. Martin, die mächtigste der zwölf romanischen Kirchen in Köln, gerüstet. Wie in den vergangenen Jahren hat Diözesanbaumeister Martin Struck einen zwei Meter zwanzig hohen Bauzaun vor das Gotteshaus setzen lassen, um das Mauerwerk vor den Narren zu schützen. Denn vom Altern Markt, wo um 11.11 Uhr „Kölle Alaaf!“ gejubelt wird, sind es – durchs Brigittengässchen oder die Lintgasse – nur wenige Schritte zum Vorplatz der Kirche, der während der tollen Tage zu dessen Hinter- und Pinkelhof wird. Die Säure des Urins zersetzt den Naturstein, greift den Mörtel an, löst Fugen auf und lässt Wasser eindringen. Auch die Kolumba-Kapelle wird abgeschirmt.

weiterlesen