Christoph Butterwegge: Schulz macht Ungerechtigkeit zum Thema, ohne ihr wirklich auf den Grund zu gehen


Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. dpa/Patrick Pleul
Der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. dpa/Patrick Pleul
Martin Schulz macht offenbar den Unterschied: Während seine beiden unglücklichen Vorgänger als Kanzlerkandidaten der SPD, Frank-Walter Steinmeier und Peer Steinbrück, weder für soziale Gerechtigkeit noch für gesellschaftlichen Fortschritt standen, trauen ihm viele Bürger eine radikale Kurskorrektur der ältesten Partei Deutschlands zu.

Von Christoph Butterwegge | FOCUS ONLINE

Seit der „Agenda 2010“, den Hartz-Gesetzen und den rot-grünen Gesundheitsreformen maßlos frustrierte Mitglieder und Wähler der SPD projizieren heute ihre Hoffnungen auf Schulz, obwohl sie in der Vergangenheit immer wieder von der Parteiführung enttäuscht wurden.

Ein paar tausend Neueintritte seit der Nominierung von Martin Schulz sollte man allerdings nicht überbewerten, denn schließlich wurden 1972, im Jahr des „Willy“-Wahlkampfes, mehr als 100.000 Mitglieder unter 35 Jahren in die SPD aufgenommen, und die wenig später mehr als eine Million Mitglieder zählende Partei hat momentan nicht einmal mehr die Hälfte davon.

Aber dass vor allem viele junge Menschen in die SPD drängen, seitdem Schulz seinen Hut in den Ring warf, zeigt die enorme Anziehungskraft einer charismatischen Führerfigur zu einer Zeit, in der die gesellschaftlichen Fliehkräfte dominieren.

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