Neonicotinoide auf dem Prüfstand


Clothianidin von Takeda, Bayer (2002), der Wirkstoff in Poncho. Das Neonicotinoid der 2. Generation wird vor allem in der Saatgutbehandlung verwendet, bei Poncho Pro zum Beispiel 1.25 mg Wirkstoff pro Maiskorn. Bild: Bernd Schröder
Clothianidin von Takeda, Bayer (2002), der Wirkstoff in Poncho. Das Neonicotinoid der 2. Generation wird vor allem in der Saatgutbehandlung verwendet, bei Poncho Pro zum Beispiel 1.25 mg Wirkstoff pro Maiskorn. Bild: Bernd Schröder
US-Umweltbehörde EPA veröffentlicht Zwischenbericht zur Risikobewertung der umstrittenen Insektizide

Von Bernd Schröder | TELEPOLIS

Insektizide aus der Klasse der Neonicotinoide werden seit längerem verdächtigt, eine Rolle beim sogenannten Bienensterben zu spielen. Dieser Verdacht hat die US-Umweltbehörde EPA dazu veranlasst, eine Bestäuber-spezifische Risikobewertung für die wirtschaftlich wichtigen Vertreter Clothianidin, Thiamethoxam und Dinotefuran vorzunehmen, ebenso ein Update der Risikobewertung von Imidacloprid für aquatisch vorkommende Lebewesen.

Gleichzeitig machen die Dokumente ihre weit verbreitete Nutzung deutlich: Neonics, wie sie hier auch genannt werden, sind die am häufigsten genutzten Insektenbekämpfungsmittel unter US-amerikanischen Mais-, Soja-, Weizen-, Baumwoll- und Sorghumbauern. Auf den Feldern der USA werden jährlich rund 2000 Tonnen dieser hochwirksamen Insektizide ausgebracht. Die Bemühungen der EPA zur Überprüfung der Registrierung bereits zugelassener Vertreter dieser Substanzklasse werden von Industrie, Landwirten und Umweltschützern weltweit beobachtet. Denn der Patentschutz ist für die meisten Neonicotinoide bereits abgelaufen. Die Generika- Herstellung ist in anderen Teilen der Welt bereits in vollem Gange.

In den im Januar 2017 veröffentlichten Dokumenten unterrichtet die EPA über die Ergebnisse einer vorläufigen Risikobewertung zur Giftigkeit der Neonicotinoide Clothianidin, Thiamethoxam und Dinotefuran hinsichtlich bestäubender Insekten. Außerdem werden die Resultate einer vorläufigen Risikobewertung zur Toxizität von Imidacloprid gegenüber aquatischen Lebewesen ausgewertet und ein Update der bereits veröffentlichten Risikobewertung von Imidacloprid gegenüber bestäubenden Insekten aus dem Vorjahr vorgenommen. Eine endgültige Entscheidung über die weitere Zulassung der Chemikalien wird erst im Winter 2018/19 erwartet. Vorher wird es für Landwirte und Unternehmen vermutlich keine Änderungen für die Verwendung der Chemikalien geben.

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