Das Recht auf Abtreibung muss neu verteidigt werden


Haben Embryonen denn ein Recht auf Leben? Bettina Schöne-Seifert lehnt diese Konfliktbeschreibung ab. photocase/Sarajane
Haben Embryonen denn ein Recht auf Leben? Bettina Schöne-Seifert lehnt diese Konfliktbeschreibung ab. photocase/Sarajane
Lange war es ruhig um die Frage des straffreien Schwangerschaftsabbruchs. Neuartige, genetische Tests und die politische Lage rollen die Diskussion wieder auf. Ein Gespräch mit der Medizinethikerin Bettina Schöne-Seifert über die Zukunft des Kinderkriegens.

Von Barbara Bleisch | SRF

SRF: Der Schwangerschaftsabbruch ist heute in vielen Ländern zumindest innerhalb einer bestimmten Frist straffrei. Ist die Abtreibung in der Philosophie noch umstritten?

Bettina Schöne-Seifert: Hochkonjunktur hat das Thema in der westlichen Bioethik gerade nicht. Es gibt nach wie vor Kontroversen, aber die Argumente für und gegen eine liberale Abtreibungspraxis liegen mehr oder weniger auf dem Tisch.

Politisch gesehen muss ein freiheitlicher Umgang mit dem Schwangerschaftsabbruch in etlichen Ländern noch erfochten werden oder sogar – man denke an die USA – erneut verteidigt werden.

Bei einem Schwangerschaftsabbruch kommt es zum Konflikt zwischen dem Recht einer Frau über den eigenen Körper zu bestimmen und dem Lebensrecht des Embryos. Haben Embryonen denn ein Recht auf Leben?

Diese übliche Konfliktbeschreibung – Autonomie gegen Lebensrecht – teilen viele Philosophen nicht, mich selbst eingeschlossen. Ein embryonales Lebensrecht liesse sich nur mit Vorannahmen begründen, die mich sämtlich nicht überzeugen. Wer jedoch die Ansicht vertritt, ein Embryo habe ein Recht auf Leben, muss Abtreibungen mit wenigen Ausnahmen unzulässig finden. Und natürlich auch Präimplantationsdiagnostik oder Embryonenforschung ablehnen, bei denen ja Embryonen zerstört werden.

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