Haus der Kunst München: Wussten Spaenle, Heubisch von Scientology-Umtrieben?


Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)
Scientology in Los Angeles (Bild: PictorialEvidence, CC-BY-Sa 3.0)

SPD-Kulturpolitikerin verlangt offiziellen Bericht im Kulturausschuss des Landtags. Der Skandal um Scientology-Umtriebe im staatlich finanzierten Haus der Kunst in München wird immer größer. Wie die SPD-Kulturpolitikerin Isabell Zacharias durch interne Dokumente belegen kann, wussten Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) und der frühere Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) bereits seit längerer Zeit von den Scientology-Vorwürfen gegen Mitarbeiter der renommierten Kulturinstitution. Zacharias betont: „Der Betriebsrat des Hauses der Kunst hat im Juli 2016 den Aufsichtsrat offiziell über die Vorwürfe informiert. Dieses Gremium wird von Minister Spaenle geleitet und Herr Heubisch ist ebenfalls Mitglied. Da stellt sich doch die Frage: Warum haben die Herren nichts unternommen? Es ist völlig unglaubwürdig, dass Herr Heubisch nun versucht, sich als Aufklärer zu gerieren. Ohne meine Veröffentlichung der Vorwürfe in der vergangenen Woche wäre von offizieller Seite weiterhin gar nichts passiert.“

Von Isabell Zacharias | BUNDESPRESSEPORTAL

Die Münchner Landtagsabgeordnete Zacharias verlangt nun einen offiziellen Bericht des Ministers Spaenle und seines Vorgängers Heubisch vor dem Kulturausschuss des Bayerischen Landtags. „Das Haus der Kunst ist, auch wegen seiner schwierigen Vergangenheit, von herausragender Bedeutung für die bayerische Kulturpolitik. Es tut mir in der Seele weh, dass es durch diese jahrelang geduldeten Scientology-Umtriebe nun in einen solchen Skandal gerät. Doch derart totalitäre Gruppierungen dürfen in Bayern keinen Einfluss gewinnen. Hier müssen wir mit aller Kraft dagegen halten.“

Zacharias zeigt sich unzufrieden mit der offiziellen Antwort des Kultusministeriums auf eine parlamentarische Anfrage von ihr. „Das Ministerium versucht weiter, den Skandal zu vertuschen. Ich weiß zum Beispiel, dass sich der Bayerische Verfassungsschutz bereits mit dem Fall befasst hat. Doch die Ergebnisse werden der Öffentlichkeit vorenthalten. Das Argument, wonach die Persönlichkeitsrechte des mutmaßlichen Scientologen geschützt werden müssten, kann ich nicht nachvollziehen. Immerhin hat das Haus der Kunst auch keine Rücksicht genommen auf die persönlichen Umstände der annähernd 100 Beschäftigten, die von diesem Mann personalrechtlich betreut wurden.“