Erdogan muss ein Visum für Deutschland verweigert werden


Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara kurz vor einer gemeinsamen...Foto: Lefteris Pitarakis/dpa
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in Ankara kurz vor einer gemeinsamen…Foto: Lefteris Pitarakis/dpa
Die Bundesregierung verfolgt den falschen Ansatz im Umgang mit Erdogan. Wandel durch Anbiederung? Das ist vorbei. Ein Kommentar.

Von Stephan-Andreas Casdorff | DER TAGESSPIEGEL

Der, sagen wir mal, geschmeidige realpolitische Umgang mit Autokraten und Diktatoren wie Recep Tayyip Erdogan hat immer etwas Unmoralisches. Weil wirtschaftliche Interessen am Ende immer wichtiger genommen werden als moralische Maßstäbe. Oder weil Erdogan uns von dem Problem – so nennt man das ja hierzulande inzwischen – der Flüchtlinge befreit. Dass die verwahrlosen und verzweifeln in den griechischen Auffanglagern, dass die in Belgrad, das bekanntlich mitten in Europa liegt, erfrieren, stört dann nur noch uns Journalisten.

Uns, die vierte Gewalt? Nein, uns, die vierte Säule der Demokratie. Ohne uns, die vierte, gerät das Gebäude in Schieflage. Dann muss nur noch eine einzige Säule bröckeln und alles stürzt zusammen. Deshalb ist der Umgang mit Deniz Yücel so wichtig.

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