Europäische Richter gründen Hilfsfonds für türkische Kollegen

Europäische Richterverbände haben einen Hilfsfonds gegründet, der inhaftierte oder aus ihrem Amt entlassene türkische Richter und Staatsanwälte und deren Familien unterstützt.

evangelisch.de

An dem Fonds mit einem Startkapital von rund 50.000 Euro beteiligten sich Richterverbände aus allen Teilen Europas, sagte der Geschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag): „Wir beobachten mit großer Sorge, wie Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan den Rückbau des Rechtsstaats in der Türkei vorantreibt.“ Mit dem Hilfsfonds wollten die Richterverbände ein Zeichen der Solidarität mit den betroffenen Kollegen setzen.

Größere Spenden seien bisher aus der Schweiz, Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland und England geflossen. Der Deutsche Richterbund habe zunächst 10.000 Euro bereitgestellt. Mehr als 200 Hilfsanfragen aus der Türkei hätten die Europäische Richtervereinigung inzwischen erreicht, sagte Rebehn. Die Tendenz sei stark steigend. Der Fonds prüfe in jedem Einzelfall anhand seiner Statuten, ob der Antragsteller gefördert werden könne.

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Religiöse Rendite

 Der Anbieter der Bibel-Fonds würde das womöglich so übersetzen: Wenn Sie bislang keinen Erfolg an der Börse hatten, hilft Ihnen nun Gott. (Foto: Andrew Burton/AFP)
Der Anbieter der Bibel-Fonds würde das womöglich so übersetzen: Wenn Sie bislang keinen Erfolg an der Börse hatten, hilft Ihnen nun Gott. (Foto: Andrew Burton/AFP)
Neue US-Fonds investieren nur in Firmen, die aus ihrer Sicht Bibel-konform arbeiten. „Homosexueller Lifestyle“ gehört nicht dazu.

Von Lukas Zdrzalek | Süddeutsche.de

Am Anfang schuf der liebe Gott Himmel und Erde, am sechsten Tag bekanntlich die Menschen – und jetzt kommen, im Jahr 2017 nach Christi Geburt, die Bibel-Anlagefonds. Und es ist nur folgerichtig, dass die Lehren des Herrgotts investierbar werden. Was ist schon noch heilig.

Die amerikanische Firma Inspire Investing, frei übersetzt etwa „beseelte Geldanlage“, hat die zwei außergewöhnlichen ETF-Fonds aufgelegt, die nach konservativen biblischen Werten anlegen. Das bedeutet: Die Fonds stecken kein Geld in die Alkohol- und die Glücksspielbranche, nicht in die Pornoindustrie. Außerdem sind Unternehmen verboten, die mit Abtreibungen Geld verdienen und einen „homosexuellen Lifestyle“ propagieren, wie es die Firma ausdrückt.

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Berlin soll liberale Moscheegemeinde bekommen

Koran

Die Juristin Seyran Ates gründet eine liberale Gemeinde als Modell für Europa. In der „Ibn Rushd-Goethe-Moschee“ können Frauen und Männer gemeinsam beten.

Von Annette Kögel | DER TAGESSPIEGEL

Berlin soll eine neue, moderne und liberale Moscheegemeinde bekommen: Die Juristin, Frauenrechtlerin und Autorin Seyran Ates plant, am 16. Juni die „Ibn Rushd-Goethe-Moschee“ zu eröffnen. Dort sollen jeweils eine Imamin und ein Imam gemeinsam das Freitagsgebet vortragen, Frauen und Männer zusammen gleichberechtigt in einem Raum beten können. Ein Novum in dieser Stadt mit ihrer großen muslimischen Community – und ein Modellprojekt auch für Europa.

„Wenn mir jemand vor 20 Jahren gesagt hätte, dass ich mal eine Moschee gründe, hätte ich das nie für möglich gehalten“, sagte die Trägerin des Landesverdienstordens und des Bundesverdienstkreuzes dem Tagesspiegel. Doch gerade in Zeiten des Terrors und der politischen Entwicklung in der Türkei, in der viele Menschen nichts Positives mit dem Islam assoziierten, brauche es eine Gegenbewegung „zu konservativen und fundamentalistischen Strömungen“, sagt Ates.

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Bozdag nennt Auftritts-Absage „faschistisches Vorgehen“

Der türkische Justizminister Bekir Bozdag hat Deutschland vorgeworfen, Menschenrechte „mit Füßen zu treten“. Zugleich bezeichnete Bozdag am Samstag die Absage seines Auftritts am Donnerstag im baden-württembergischen Gaggenau erneut als „faschistisches Vorgehen“.

derStandard.at

„Das Vorgehen gegen uns ist ein faschistisches Vorgehen und eines, das demokratische Werte verletzt. Es tritt die deutsche Verfassung und die Menschenrechtsverträge, an die Deutschland gebunden ist, mit Füßen“, sagte Bozdag laut der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Bozdag trat in der zentralanatolischen Stadt Yozgat auf. Die Absagen von Wahlkampfauftritten türkischer Politiker in Deutschland haben in Ankara einen Sturm der Entrüstung ausgelöst.

Auftritte türkischer Politiker zu verbieten ist diplomatisch heikel, aber machbar

grundgesetz

  • Es ist durchaus möglich, türkische Wahlkampfauftritte in Deutschland zu verbieten.
  • Die in der Verfassung garantierte Versammlungsfreiheit richtet sich nur an deutsche Staatsbürger.
  • Die politische Betätigung von Ausländern kann untersagt werden, wenn das friedliche Zusammenleben darunter zu leiden droht.

Von Wolfgang Janisch | Süddeutsche.de

Zu wenig Parkplätze, zu großer Besucherandrang, zugestellte Zufahrtswege für Feuerwehr und Rettungsdienste: Es klang schon ein wenig ausgedacht, was sich der Bürgermeister von Gaggenau als Begründung für die diplomatisch heikle Absage zurecht gelegt hatte. Nein, mit Politik habe das nichts zu tun, versicherte die Kommune, sondern allein damit, dass sich mit dem geplanten Auftritt des türkischen Justizministers die Situation eben ganz anders dargestellt habe als bei der ursprünglichen Anmeldung. Das sollte so klingen, als hätte man einen Fastnachtsball in der Festhalle ebenso entschieden abgeblasen.

Wäre eine solche Absage auch ohne Rückgriff auf angebliche Risiken möglich? Ein Versammlungsverbot mit offenem Visier: kein türkischer Wahlkampf auf deutschem Boden? Ralf Poscher, Professor an der Universität Freiburg und ausgewiesener Fachmann für Versammlungsrecht, hält das für juristisch machbar. Und er benötigt dafür nur zwei Vorschriften.

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Ein guter Christ hat nicht schwul zu sein!

jesus Die Identitätsstörung: Der Umgang von freien evangelischen Gemeinden mit dem Thema Homosexualität und „Christentum“.

Von schuporat | Freitag-Community

„Wir leben noch nicht in der neuen Welt Gottes, in der es keine Krankheit und kein Leid mehr gibt.“ Stimmt. Denn vor allem eine Geißel hält die Menschheit noch für uns bereit: Die Homosexualität, das gotteslästerliche Schwulsein.

Die Verfasser dieser Glaubenssätze sind evangelisch, genauer freievangelisch, und repräsentieren die Bundesleitung der Freien evangelischen Gemeinden (FeG) in Deutschland. Seit 2004 sind die Glaubenssätze in der Broschüre Homosexualität im Spannungsfeld von Gesellschaft und Gemeinde festgeschrieben und stehen jedermann frei und öffentlich zur Verfügung. Alles, was in diesem Artikel steht, ist dieser Broschüre entnommen.

Werfen wir also einen kleinen, natürlich nur ausschnittsweisen Blick in die freievangelischen Sexualansichten:

Homosexualität als krankhafte Störung

Sie ist „Ausdruck der Gebrochenheit der menschlichen Natur“. Sie ist heilbar durch Gottes Hilfe, durch Fachleute und Seelsorger. Eine „Identitätsstörung“, eine „Beziehungsstörung“.

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Erdogans Deutschland-Wahlkampf abgesagt?

Bild: FB
Bild: FB
Der türkische Präsident bezichtigt Deutschland der Terrorunterstützung. Wahlkampfauftritte seiner Minister werden unterbunden. Justizminister Maas zeigt Haltung

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Es ist Wahlkampf. Türkischer Wahlkampf – in Deutschland. Fast eineinhalb Millionen Türken hierzulande sind beim Verfassungsreferendum im April stimmberechtigt. Da die Umfragen innerhalb der Türkei kein gutes Ergebnis für die Regierungspartei AKP und Staatschef Recep Tayyip Erdogan erwarten lassen, tobt nun der Kampf um Stimmen aus dem Ausland.

Und das nicht zum ersten Mal. Erdogans Auftritte vor deutsch-türkischen Anhängern haben seit vielen Jahren Tradition. Aber diesmal geht es um mehr. Die Verfassungsreform, die in ein Präsidialsystem münden soll, würde faktisch Rechtsstaat, Gewaltenteilung und parlamentarische Demokratie am Bosporus abschaffen (vgl. Wählen, ohne zu wissen, worum es geht).

Alle Macht im Staat würde auf den Präsidenten übergehen – ohne Checks and Balances wie im französischen oder amerikanischen Präsidialsystem. Die Frage, die die Gemüter erhitzt: Darf auf deutschem Boden für eine Wahl geworben werden, die fundamental gegen europäische Werte verstößt?

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Dodo Müller: „Kirche fällt kein weltliches Urteil“

Gerhard L. Müller links im Bild
Gerhard L. Müller links im Bild
Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller hat den Vorwurf, der Vatikan gehe nicht entschieden genug gegen Missbrauchstäter vor, zurückgewiesen. „Das ist nicht der Fall. Man muss verstehen, dass wir als Kirche kein weltliches Urteil fällen.“

domradio.de

Das sagte der Präfekt der Glaubenskongregation der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ am Freitag im Interview. Zuvor hatte der Rücktritt des einzigen verbliebenen Missbrauchsopfers Marie Collins aus der päpstlichen Kinderschutzkommission für Kritik gesorgt.

In der Kirche gehe es um die Einschränkung des geistlichen Dienstes und, als härteste Strafe, um die Entlassung aus dem Klerikerstand, so Müller. Für jeden Kleriker gelte jedoch auch das staatliche Strafrecht; staatliche Gerichte könnten etwa Gefängnisstrafen verhängen. „Unser Verfahren ist ein zusätzliches, quasi ein disziplinarisches Verfahren – so wie ein Lehrer nicht nur von einem Gericht belangt werden kann, sondern sich auch dem Kultusministerium stellen muss.“

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Öko-Forscher: „Ich bin gegen eine generelle Verteufelung der neuen Gentechnik“

Urs Niggli ist Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Fibl). Foto: Fibl
Urs Niggli ist Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (Fibl). Foto: Fibl

Neue Techniken revolutionieren derzeit die Genforschung. Sie ermöglichen äußerst präzise Änderungen des Genoms, die denen durch Züchtung sehr nahe kommen. Diese sogenannte Genchirurgie verändert die Debatte über Risiken und Chancen der Eingriffe ins Erbgut. Der Direktor des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), Urs Niggli, wirbt für einen differenzierten Blick auf die neue Methode.

Interview: Frauke Ladleif | greenpeace magazin

Herr Niggli, derzeit wird über eine neue Form der „Grünen Gentechnik“ diskutiert – so etwa in der vergangenen Woche auf einem gemeinsamen Symposium von Ethikrat, Deutscher Forschungsgesellschaft und der Nationalakademie Leopoldina. Im Mittelpunkt der Debatte steht die sogenannte Crispr/Cas-Methode. Dabei steuert ein Enzym eine Stelle im Erbgut an und zerschneidet dort die DNA. Die natürlichen Mechanismen der Zelle reparieren den Strang dann automatisch. Was könnte mit diesem Verfahren alles erreicht werden?

Die Technik ist erst seit 2013 bekannt. Jedoch gibt es schon jetzt bei Weizen, Mais, Hirse, Reis und Tomate neue Sorten. Laufend kommen weitere hinzu. Der Weg von der Grundlagenforschung bis zur Anwendung in der Praxis ist also sensationell kurz. In den USA und in China kommen diese neuen Sorten in diesem Jahr auf dem Markt. Für Landwirte – auch für Öko-Landwirte – eröffnet die neue Methode viele Chancen: Es könnten Pflanzen gezüchtet werden, die sich besser an schwierige Umweltbedingungen anpassen – etwa Trockenheit, Bodennässe oder Versalzung. Die Feinwurzelarchitektur könnte verbessert werden, damit die Wurzeln mehr Nährstoffe wie Phosphor oder Stickstoff aus dem Boden aufnehmen. Auch die Toleranz oder Resistenz gegenüber Krankheiten und Schaderreger sowie Lagerungsfähigkeit und Qualität von Lebens- und Futtermitteln könnten verbessert werden. Von Kritikern werden diese Möglichkeiten gerne als leere Versprechungen abgetan. Ich meine, das sind offensichtlich ökologische Verbesserungen, die die großen Probleme der konventionellen Landwirtschaft verringern können.

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Theologen gegen Kritik der Hauptabteilung Kirche im Bundeskanzleramt

LutherLogo_50Nach der Kritik des Vizechefs der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Thies Gundlach, an der „Ignoranz“ namhafter protestantischer Theologen gegenüber dem Reformationsjubiläum weisen mehrere der Kritisierten die Vorwürfe zurück.

evangelisch.de

„Gundlach geht auf keines der Argumente, die von Theologen kritisch vorgetragen wurden, in der Sache ein“, sagte der Münchner Theologe Friedrich Wilhelm Graf der Tageszeitung „Die Welt“ (Freitag).

Die Berliner Theologin Dorothea Wendebourg kritisierte in der „Welt“, die EKD spreche beim Reformationsjubiläum kaum von Gott, sondern konzentriere sich „in einer eigenartigen Neufassung des Bündnisses von Thron und Altar – heute Parlament und Altar – auf das, was an der Reformation für den Staat, die Menschenwürde oder die Demokratie wichtig sein könne“. Dann müsse sich die EKD aber „nicht wundern, wenn Theologen theologische Defizite beklagen und darauf hinweisen, dass Luther etwas anderes im Sinn hatte als das, was die kirchlichen Oberen nun vor allem herausstellen“.

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Niederlande erklären türkischen Wahlkampf für unerwünscht

© AFP Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande
© AFP Mark Rutte, Ministerpräsident der Niederlande
Der niederländische Ministerpräsident Rutte stellt sich offen gegen türkische Wahlveranstaltungen. Außenminister Cavusoglu hatte eine Kundgebung in Rotterdam angekündigt.

Frankfurter Allgemeine

Die niederländische Regierung hat sich gegen eine geplante Wahlkampfveranstaltung mit dem türkischen Außenminister Mevlüt Cavusoglu ausgesprochen. Die für den 11. März geplante politische Kundgebung in Rotterdam sei aus Sicht seiner Regierung „unerwünscht“, schrieb Ministerpräsident Mark Rutte am Freitag im sozialen Netzwerk Facebook.

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Papst mildert Strafen für pädophile Priester

missbrauch

Papst Franziskus hat in einigen Fällen Strafen für Priester, die wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt worden sind, gemildert. Für Kinder sei dadurch keine Gefahr entstanden, betont Vatikansprecher Greg Burke.

kath.net

Papst Franziskus hat in einigen Fällen die Strafen für pädophile Priester herabgesetzt, die Kinder und Jugendliche missbraucht haben. Das berichtet die Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Mauro Inzoli, ein Priester, der die Nachsicht des Papstes erfahren hatte, wurde danach von einem italienischen Strafgericht wegen Kindesmissbrauchs verurteilt. Er muss sich außerdem ein zweites Mal vor einem Gericht der Kirche verantworten, weil neue, den Fall betreffende Aspekte ans Licht gekommen sind.

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Kopftuchfrauen sind Teil einer Islamistenlobby

Bild: Cicero Online
Bild: Cicero Online
Kopftuch und Feminismus sind nicht zu vereinen. Das sagt Zana Ramadani, CDU-Mitglied und ehemalige Femen-Aktivistin, in ihrem heute erscheinenden Buch „Die verschleierte Gefahr“. Um Frauen und deren Rechte wirklich zu unterstützen, müssten muslimische Feministinnen ihr Kopftuch ablegen

Von Zana Ramadani | Cicero

Wer sich öffentlich mit entblößten Brüsten zeigt, bekommt in Europa mindestens so viel Aufmerksamkeit wie eine Frau mit einer Burka.

Wir, die deutschen Aktivistinnen von Femen, taten bei unserer ersten Aktion beides gleichzeitig. Und das kam so: Ich hatte die ukrainische Frauenrechtlerinnengruppe Femen schon länger im Blick. Nach ihrer Gründung 2008 versuchten sie mit Kunstaktionen, bei denen sie sich kostümierten, für die Rechte von Frauen zu werben. Dann erkannten sie, dass sie mehr Publicity erhalten, wenn sie ihren Oberkörper entblößen. Weltweite Aufmerksamkeit erzielte Femen 2012, im Jahr der Fußball-Europameisterschaft in der Ukraine, als Alexandra Schewtschenko und Jana Schdanowa aus Protest gegen den zu erwartenden Sextourismus den EM-Pokal attackierten.

In Deutschland gab es zu diesem Zeitpunkt nur eine Facebook-Gruppe, die über die Aktionen der Ukrainerinnen berichtete. Ich wollte diese Gruppe unterstützen. Ich dachte nicht im Entferntesten daran, mich selbst auszuziehen. Mit meinem Job als Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte und meiner Mitgliedschaft in der CDU erschien mir das unvereinbar. Aber ich schrieb eine E-Mail, und es stellte sich heraus, dass Irina, die Verwalterin der Facebook-Gruppe, ganz allein war.

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Uralte Mikroben schlummern in Höhlenkristallen

© Mike Spilde/University of New Mexico Vor 100 Jahren wurden die Gipskristalle der mexikanischen Naica-Höhle entdeckt.
© Mike Spilde/University of New Mexico Vor 100 Jahren wurden die Gipskristalle der mexikanischen Naica-Höhle entdeckt.
Ein Fund in einer mexikanischen Höhle erregt Aufsehen: In riesigen Gipskristallen haben amerikanische Forscher Organismen gefunden, die darin mehrere zehntausend Jahre eingeschlossen waren. Einige davon seien sogar wiederbelebt worden.

Von Manfred Lindinger | Frankfurter Allgemeine

Deutlich jünger als die Bakterien-Fossilien, die britische Forscher unweit von Quebec in uraltem Gestein gefunden haben (3,7 bis 4,2 Milliarden Jahre), sind Mikroben die amerikanischer Wissenschaftler in Mexiko geborgen haben und im Labor zum Teil kultivieren konnten. Die Forschergruppe unter Leitung von Penelope Boston von der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa hat die Organismen (genauer Sporen) in den riesigen Gips-Kristallen der Naica-Höhlen im mexikanischen Bundesstaat Chihuahua entdeckt.

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Inflation in Türkei explodiert im Februar um 10,1 Prozent

Preisanstieg in Türkei zweistellig – (c) imago/Depo Photos (imago stock&people)
Preisanstieg in Türkei zweistellig – (c) imago/Depo Photos (imago stock&people)
Für Präsident Erdogan seien Attacken von außen für den Lira-Verfall verantwortlich. Eine Zinserhöhung scheint wahrscheinlich.

Die Presse.com

In der Türkei hat die Inflation die Zehn-Prozent-Marke durchbrochen und erhöht damit die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung noch in diesem Monat. Die Preise stiegen im Februar zum Vorjahresmonat um 10,13 Prozent, wie das Statistikamt am Freitag mitteilte. Damit ist die Rate erstmals seit fast fünf Jahren zweistellig.

Dies dürfte laut Experten die Zentralbank auf den Plan rufen, die auch gegen den erklärten Willen von Präsident Recep Tayyip Erdogan Mitte des Monats die Zinszügel anziehen dürfte: „Der Inflationsanstieg und die Schwäche der Landeswährung könnten die Notenbank zum Handeln zwingen“, meint Chefökonomin Gokce Celik von der QNB Finansbank.

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Vatikanist Socci: Ehemalige Unterstützer wollen Franziskus’ Rücktritt

Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Papst Franziskus während einer Synode zum Thema Familie© Max Rossi/Reuters/Bearb.BB
Die innere Situation der Kirche sei angesichts des Vorgehens des Papstes ‚explosiv’. Deshalb wollten einige einflussreiche Kardinäle Franziskus zum Rücktritt bewegen, berichtet der Vatikanexperte Antonio Socci.

kath.net

Eine Gruppe Kardinäle, welche die Wahl von Papst Franziskus unterstützt hat, fürchtet jetzt, seine Reformen könnten zu einem Schisma führen. Die Kardinäle wollen ihn von einem Rücktritt überzeugen, berichtet der Vatikanexperte Antonio Socci in einem Artikel für die italienische Zeitung Libero.

Es sei bemerkenswert, dass dies nicht von den „konservativen“ Kardinälen ausginge, die Franziskus schon bald nach seiner Wahl offen abgelehnt hätten. Die Kür Bergoglios sei von „progressiven“ deutschen Kardinälen und einer Fraktion aus der römischen Kurie befürwortet worden, die mit der Regierung Benedikts XVI. unzufrieden gewesen seien, schreibt Socci.

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Käßmanns protestantischer Neo-Kolonialismus

Lutherjahr

Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen… Es ist ein gerechtes Gesetz, dass sie getötet werden, sie richten viel Schaden an.
Luther-Predigt von 1526, Weimarer Ausgabe 16, S. 551

Die evangelische Theologin Margot Käßmann ist Spuren der Reformation in Mittelamerika nachgegangen. Nach einem zwölftägigen Aufenthalt in Mexiko, Guatemala, El Salvador und Costa Rica erklärte die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Freitag: „Mittelamerika zehrt von den Bildungsimpulsen der Reformation.“

evangelisch.de

Die kleinen lutherischen Kirchen in der Region engagierten sich für das Anliegen Martin Luthers, Schulen für alle zu gründen und die Bibel in die Volkssprache zu übersetzen. Mittlerweile sei die Bibel in 11 der 24 Maya-Sprachen übersetzt.

Käßmann hielt auf ihrer Reise Vorträge und Gottesdienste in lutherischen Gemeinden und warb in Botschaften und kulturellen Einrichtungen für das 500. Reformationsjubiläum. Das Jubiläum führe zu neuen ökumenischen Netzwerken, stellte die Theologin fest.

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Irische Ermittler finden Massengrab von Kleinkindern

 Der Eingang zu der Stätte im westirischen Tuam, an der Hunderte Kinder begraben liegen. (Foto: REUTERS)
Der Eingang zu der Stätte im westirischen Tuam, an der Hunderte Kinder begraben liegen. (Foto: REUTERS)
  • In der Stadt Tuam in Nordirland haben Forensiker ein Massengrab von Hunderten Kindern entdeckt.
  • Die Überreste der Säuglinge und Kleinkinder lagen auf dem Gelände eines Mutter-Kind-Heims, das die katholische Kirche bis 1961 betrieben hatte.
  • Die Untersuchungskommission und Irlands Kinderbeauftragte zeigten sich schockiert von dem Fund.

Süddeutsche.de

Gerichtsmediziner haben im nordirischen Tuam ein Massengrab mit den sterblichen Überresten von fast 800 Säuglingen und Kleinkindern gefunden. Auf dem Gelände eines Mutter-Kind-Heims, das die katholische Kirche bis 1961 betrieben hatte, fanden die Forensiker bei Ausgrabungen eine unterirdische Struktur mit 20 abgeteilten Kammern, die nach Angaben einer Untersuchungskommission „eine bedeutende Anzahl menschlicher Überreste“ enthielt. DNA-Analysen ergaben, dass sie von Föten ab der 35. Schwangerschaftswoche bis zu hin zu dreijährigen Kleinkindern stammen müssen.

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Facebook’s New Algorithm Combs Posts to Identify Potentially Suicidal Users

Image: MOTHERBOARD
The site needs to strike a delicate balance between privacy and safety, but experts say it’s the right move.

By Kaleigh Rogers | MOTHERBOARD

In January, a 14-year old Miami girl broadcast her suicide on Facebook Live, to the horror of her friends and family. Just three weeks earlier, a 12-year-old in Georgia did the same thing on a site called Live.me, but the video began circulating on Facebook. And there have been multiple suicides that were predicated by a goodbye post on Facebook.

While Facebook has long had protocols in place to identify and reach out to potentially suicidal users, it recently upped the ante. This week, Facebook announced beefed up suicide prevention tools that use algorithms to scan posts and look for potentially suicidal language—posts about sadness, pain, and not being able to take it any more, for example—as well as take note of comments on posts that may signal an issue—things like „are you okay?“ and „I’m here for you.“

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