Hinweise auf Giftgaseinsatz bei Mossul

Sicherheitskräfte in Mossul – (c) REUTERS (ALAA AL-MARJANI)
Sicherheitskräfte in Mossul – (c) REUTERS (ALAA AL-MARJANI)
Das Rote Kreuz registrierte sieben Patienten mit entsprechenden Symptome. Unterdessen rückte die irakische Armee weiter auf das Stadtzentrum der Hochburg der Terrormiliz Islamischer Staat vor – Tausende Menschen flohen.

Die Presse.com

Bei den Kämpfen der irakischen Armee gegen die IS-Terrormiliz in der Großstadt Mossul sind wahrscheinlich Chemiewaffen eingesetzt worden. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) teilte am Sonntag mit, sie sei besorgt über entsprechende Berichte. „Die OPCW hat die irakischen Behörden um zusätzliche Informationen gebeten und Unterstützung bei der irakischen Untersuchung angeboten.“ Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) geht wegen entsprechender Hinweise vom Einsatz von Giftgas aus. Sieben Patienten hätten Symptome, die darauf schließen ließen, hatte die Organisation am Freitag mitgeteilt. Die fünf Kinder und zwei Frauen, die in den vergangenen zwei Tagen eingeliefert worden seien, würden in einem Krankenhaus in der Nähe von Mossul behandelt. Bisher ist nicht geklärt, welche Gruppe Giftgas eingesetzt hat.

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Somalische Regierung meldet 110 Hungertote in 48 Stunden

Bild:connistefanski/FB
Bild:connistefanski/FB
In Somalia sind nach Regierungsangaben innerhalb von 48 Stunden 110 Menschen verhungert. Die ersten offiziellen Zahlen zu Hungertoten in dem ostafrikanischen Land stammten aus einer einzigen Region im Südwesten des Landes, berichtete die somalische Nachrichtenwebsite „Alldhaceo“ am Sonntag. Landesweit liegt die Zahl demnach vermutlich deutlich höher.

evangelisch.de

Somalias Präsident Mohamed Abdullahi Farmajo hatte nach einer mehrjährigen Dürre am Dienstag den nationalen Notstand ausgerufen. Den UN zufolge sind mehr als fünf Millionen Somalier dringend auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.

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SVP-Politiker zu Gast bei Sektenguru Ivo Sasek

Ivo Sasek. bild: kla.tv
Ivo Sasek. bild: kla.tv
Enthüllungen des Politmagazins «Rundschau» zeigen die Geisteshaltung von SVP-Politikern.

Von Hugo Stamm | Sektenblog – watson.ch

SVP-Politiker waren sich nie zu schade, politische Allianzen mit Sekten einzugehen. Der gelegentliche Gleichschritt hat ideologische Wurzeln und ist leicht zu erklären. Sekten sind autoritäre Gebilde, politisch meist am rechten Rand zu Hause, sie rekrutieren autoritätsgläubige Menschen und sind auf Führerfiguren konzentriert. Attribute, die ansatzweise auch bei einzelnen SVP-Exponenten zu beobachten sind.

Als hätte es noch eines Beweises für die These bedurft, dass SVP-Politiker keine Berührungsängste mit Sekten haben: Die Rundschau des Schweizer Fernsehens lieferte ihn am Mittwoch in Form eines eindrücklichen Beispiels. Wie das Politmagazin enthüllte, traten in letzter Zeit die drei hochrangigen SVP-Exponenten Luzi Stamm, Ulrich Schlüer und Oliver Kessler bei den Grossveranstaltungen von Ivo Sasek auf, einem der radikalsten Sektengurus der Schweiz.

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„Yoga ist satanisch“: Pfarrer Wagner wieder zwischen Himmel und Hölle

Pfarrer Wagner, der streitbare Kirchenmann hält Yoga für Teufelszeug. Bild: VOLKER WEIHBOLD
Pfarrer Wagner, der streitbare Kirchenmann hält Yoga für Teufelszeug. Bild: VOLKER WEIHBOLD
Massenexorzismus für alle, die sich den geistigen und körperlichen Übungen des Yoga verschrieben haben?
So weit geht Gerhard Maria Wagner (62), der streitbare katholische Pfarrer von Windischgarsten, zwar nicht. Doch für Teufelszeug hält er die indische Lehre, die auch in den katholischen Bildungshäusern der Diözese Linz angeboten wird, offenbar sehr wohl.

nachrichten.at

„Ich bin fest davon überzeugt, dass jedes Yoga im Grunde satanisch ist“, heißt es im neuen Pfarrblatt, das diese Woche an 7000 Haushalte in der Region verschickt wurde: „Wer es praktiziert, öffnet sich selbst für das Wirken von Dämonen.“

Immer wieder höre man Leuten, „die die zerstörerische Kraft von Yoga erfahren haben“, steht in dem nicht namentlich gezeichneten Beitrag. Die Autorschaft bleibt damit offen, doch Pfarrer Wagner ist als Herausgeber für den Inhalt verantwortlich. Von Leuten, „die nach so einer Stunde psychisch ausgebrannt sind und mit ihrer früheren Freude nichts mehr anfangen können“, ist die Rede. Yoga-Praktiken würden dazu führen, „dass man ganz auf sich selbst fixiert ist und nur noch schlecht beten kann“.

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Afrikanische Atheisten: Gottlos in Ghana

Ungläubige gelten in Ghana oft als Eigenbrötler. Umso wichtiger ist der Kontakt zu Gleichgesinnten: Treffen der Humanist Association in Accra. (Bild: Stefan Heunis / afp)
Ungläubige gelten in Ghana oft als Eigenbrötler. Umso wichtiger ist der Kontakt zu Gleichgesinnten: Treffen der Humanist Association in Accra. (Bild: Stefan Heunis / afp)
Der religiöse Extremismus äussert sich in Afrika nicht nur islamisch, sondern auch christlich. Freikirchen sind in Ghana allgegenwärtig und oft fanatisch. Eine Gruppe Ungläubiger gibt Gegensteuer.

Von David Signer | Neue Zürcher Zeitung

Vor fünf Jahren hat das Meinungsforschungsinstitut WIN-Gallup einen Glaubensindex veröffentlicht. Er wurde angeführt vom westafrikanischen Land Ghana. Auf die Frage «Sind Sie religiös?» antworteten dort 96 Prozent mit Ja. (Zum Vergleich: Saudiarabien 75 Prozent, Schweiz 50 Prozent, China 14 Prozent.) Ghana ist mehrheitlich christlich, der Norden des Landes ist muslimisch geprägt. Vor allem haben sich in den letzten Jahren jedoch, wie in vielen subsaharischen Ländern, die evangelikalen Freikirchen explosionsartig ausgebreitet. Ihre Priester locken oft mit Wundern, angeblichen Heilungen und masslosen Versprechungen von Reichtum neue Schäfchen an, die dann regelmässig skrupellos ausgenommen werden. Ihre riesigen Kirchen, die Plakate und die hysterischen Anwerber sind allgegenwärtig im Land.

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Nordirak: Peschmerga(Kurden) greifen Shengal(Kurden-Eziden) an

Kämpfe im Shengal. Bild: ANF-News
Kämpfe im Shengal. Bild: ANF-News
Erdogan und der Präsident der Autonomen Region Kurdistan, Barsani, als Strippenzieher

Von Elke Dangeleit | TELEPOLIS

Kurdische Peschmergas griffen am Freitag die kurdischen ezidischen (jezidischen) Einheiten im Shengal (auch Shingal) an. Auf beiden Seiten gab es Tote und Verletzte. Auch zwei Journalisten wurden bei den Gefechten verletzt, darunter die Journalistin Nûjian von Cira TV. Vieles deutet darauf hin, dass Erdogan diesen Angriff mit Barsani eingefädelt hat.

Vergangene Woche besuchte der Präsident (ohne Mandat) Barsani den türkischen Präsidenten Erdogan. Dabei ging es neben Fragen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit auch um die Bekämpfung des IS und vor allem der PKK. Die Türkei fliegt regelmäßig Luftangriffe gegen das Hauptquartier der PKK im Qandilgebirge an der Grenze zum Iran.

Nun haben Erdogan und Barzani die von der PKK ausgebildeten ezidischen Einheiten YBŞ/YJŞ im Visier. Beide versuchen, sie als PKK-Militante zu diskreditieren. Die ezidischen Einheiten werden sowohl von Bagdad wie auch von Washington unterstützt. Am Mittwoch wurden auf Befehl der KDP die sogenannten Rojava-Peschmergas (Roj Pesch) an der Grenze zu Syrien zwischen die Stellungen der SDF (YPG/YPJ) und der YBŞ/YJŞ stationiert.

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Postfaktisch: Gabriel warnt vor Eskalation im Verhältnis zur Türkei

sigmar_gabrielSigmar Gabriel sieht das Verhältnis zur Türkei einer schweren Belastungsprobe ausgesetzt. Der Außenminister warnt vor einer weiteren Eskalation. Gesprächskanäle zuzuschütten, sei keine Politik.

DIE WELT

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel (SPD) stellt klare Bedingungen an Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland. „Wer bei uns reden will, muss uns nicht nach dem Mund reden, aber er muss unsere Regeln respektieren“, schrieb Gabriel in einem Gastbeitrag für „Bild am Sonntag“. Es gehöre zum gegenseitigen Respekt, Maß und Mittel einzuhalten.

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Buddhismus: Thailands Regierung sucht bekanntesten Mönch mit Haftbefehl

Chedi des Wat Phra Dhammakaya. wikimedia.org/ Jpatokal auf wts wikivoyage/GFDL
Chedi des Wat Phra Dhammakaya. wikimedia.org/ Jpatokal auf wts wikivoyage/GFDL
Der Buddhismus gilt als sanfte und freundliche Religion. In Thailand wird jetzt jedoch einer der prominentesten Mönche des Landes mit Haftbefehl gesucht. Trotz massiver Suche fehlt von ihm jede Spur.

domradio.de

Der alte Abt war den großen Auftritt gewohnt. Wenn Phra Dhammachayo früher seine Lesart des Buddhismus erläuterte, hörten ihm manchmal Hunderttausende zu. Und der vielleicht bekannteste von Thailands 300.000 buddhistischen Mönchen machte keinen Hehl daraus, dass er das genoss. Auf den Bildern von einst steht ihm die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Zum Gewand im satten Orange trug er Sonnenbrille und ein Lächeln auf den Lippen.

Doch jetzt ist der 72-Jährige seit Monaten komplett von der Bildfläche verschwunden. Grund: Der Mönch – bürgerlicher Name: Chaibul Sutthipol – wird wegen Geldwäsche und Veruntreuung mit Haftbefehl gesucht. Insgesamt geht es um 1,4 Milliarden thailändische Baht, umgerechnet etwa 38 Millionen Euro. In dem 67-Millionen-Einwohner-Land (von denen mehr als 90 Prozent Buddhisten sind) beherrscht der Fall seit Wochen die Schlagzeilen.

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Islam-Theologe: „Die Frage, ob der Islam dazugehört, ist komisch“

foto: dpa Das Kopftuchthema sollte im Kontext und nicht separiert diskutiert werden, findet der Islam-Theologe.
foto: dpa Das Kopftuchthema sollte im Kontext und nicht separiert diskutiert werden, findet der Islam-Theologe.
Zekirija Sejdini erklärt, warum die Auseinandersetzung mit der eigenen Religion für die Muslime in Österreich und Europa überfällig ist

Interview Steffen Arora | derStandard.at

STANDARD: An welcher Glaubensrichtung des Islam orientiert sich das Theologiestudium?

Sejdini: Wie alle theologischen religionspädagogischen Studien hat auch unseres eine gewisse Ausrichtung, die dem Sunnitentum zugeordnet werden kann. Wobei wir großen Wert darauf legen, die innerislamische Vielfalt miteinzubeziehen, um die Wissenschaftlichkeit zu gewährleisten. Wir sind ja keine Koran- oder Imamschule, wo eine bestimmte Glaubensrichtung vorherrscht. Das impliziert einen kritischen und analytischen Zugang zu allen muslimischen Strömungen. Wenn dem nicht so wäre, hätte die Theologie oder Religionspädagogik keinen Platz an der Universität.

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Tayyip – Big Daddy, der osmanische Übervater

 Erdoğan vor Gericht: Im Film ist der Prozess gegen den jungen frommen rundum wohlgeratenen Recep Tayyip (gespielt von Reha Beyoğlu) das Ende. (Foto: Verleih)
Erdoğan vor Gericht: Im Film ist der Prozess gegen den jungen frommen rundum wohlgeratenen Recep Tayyip (gespielt von Reha Beyoğlu) das Ende. (Foto: Verleih)
Der türkische Film „Reis“ zeigt den jungen Erdoğan als Heiligen. Bei der Premiere in München kommen seine deutsch-türkischen Fans dennoch nicht auf ihre Kosten.

Von Christiane Schlötzer | Süddeutsche.de

Zwei Minister ausgeladen, die deutsche Willkommenskultur in Scherben, von Gaggenau bis Köln. Aber nun ist er ja da, „Reis“, der Chef, der Boss. „Reis“ heißt der Film des türkischen Regisseurs Hüdaverdi Yavuz, und gemeint ist: Recep Tayyip Erdoğan. Auch wenn Reha Beyoğlu ihn spielt. Auftritt in München, Mathäser Filmpalast: keine Fahnen, keine Trillerpfeifen. Im Saal verlischt das Licht, und auf der Leinwand taucht das Istanbul der Sechzigerjahre auf, eine Welt in Pastell und Ocker, Holzhäuser und krumme Gassen, eine Teestube für Männer, natürlich ohne Frauen. Rau geht es hier zu, im Hafenviertel Kasımpaşa, aber nur so rau, dass es noch familientauglich ist. Vorstadtkicker kriegen Prügel, wenn sie keine Tore schießen, Männer mit dubiosen Geschäften fahren in amerikanischen Autos umher.

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Humanismus: Mehr Gender wagen!

Bild: FB
Bild: FB

Seit mehr als 100 Jahren wird soziale und politische Gleichberechtigung von Frauen in der Gesellschaft gefordert. Seit damals ist der 8. März ein öffentlicher Tag zur Erneuerung dieser Forderungen. Was kann der Humanistische Verband (HVD) zu deren Verwirklichung selbst beitragen?

Stadtnetz Wuppertal

Nach jahrelanger Vorberatung hatte der Humanistische Verband Deutschlands im Jahr 2015 seinen Entwurf zum „Humanistischen Selbstverständnis“ (HSV) öffentlich vorgelegt (1). Schon in dieser Phase machte Frieder Otto Wolf aufmerksam, es „… haben sich immer wieder ältere weiße europäische Männer … selber zu Vorbildern … ernannt … Das müssen wir hinter uns lassen – sonst hat der Humanismus keine Zukunft mehr! … Die Frauenfrage wird ebenso zu einer Existenzfrage des künftigen Humanismus werden wie die Herausforderungen, die von der Migration ausgehen.“ (2) Wenn wir wollen, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, sozialer und ethnischer Herkunft frei, selbstbestimmt, ohne Ausbeutung und im Einklang mit der Natur leben können, dann hat das Konsequenzen für unsere Sichtweise auf die gegenwärtigen gesellschaftlichen Verhältnisse.

Im Rückblick auf die Begründung des (europäischen) Humanismus wird im HSV die Einsicht festgehalten: „Der wichtige Beitrag von Frauen für diese Entwicklung wurde lange vernachlässigt. Erst in neuer Zeit ist die Bedeutung von beispielsweise Sappho, Hypatia, Olympe de Gouges … herausgearbeitet worden.“ (HSV, S. 8) Bei der Auswahl der Beispiele wird recht weit ausgeholt. Warum sind nicht etwa Helene Stöcker (3) dabei oder Alma Kettig (4)? Beide haben sich sehr für die freidenkerische Bewegung und die Frage von Frauenrechten engagiert. Darüber hinaus bezeugt der HVD Berlin „22 Portraits freigeistiger Frauen“ (5). Auch Rosa Luxemburg hat pointierte Beiträge zu religionspolitischen Fragen verfasst, die der HVD ansonsten zu würdigen weiß (6). Räumliche und historische Nähe könnten evtl. die Identifikation erhöhen.

Kommen wir von der theoretischen bzw. „politischen“ Ebene zur Rolle des „Praktischen Humanismus für Geschlechtergerechtigkeit“. Reproduktionsarbeit wird bekanntlich mehrheitlich von Frauen verrichtet. Hier könnte eine deutlichere Kennzeichnung der Geschlechterbeziehung als Herrschaftsverhältnis zu finden sein. Da bleibt das HSV eher vage: „Die humanistische Lebensauffassung setzt die Gleichberechtigung aller Menschen voraus, unabhängig ihrer Herkunft, ihrem Geschlecht oder ihrer sexuellen Orientierung. Wir unterstützen eine Politik, die Emanzipation und Beteiligung in allen Lebensbereichen ermöglicht.“ (HSV, S. 24)

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Vatikan machte 60 Millionen Überschuss im 2015

Bild: tilly
Bild: tilly
Fast 60 Millionen Euro Überschuss weist der Haushalt des Vatikanstaates für das Jahr 2015 aus. Weniger erfreulich sieht die Bilanz des Heiligen Stuhls aus, also des Leitungsorgans der katholischen Kirche. Jene Bilanz schloss für das Jahr 2015 mit einem Defizit von 12,4 Millionen Euro.

Radio Vatikan

Das teilte das vatikanische Wirtschaftssekretariat am Samstag mit. Der Papst habe den Haushaltsbericht für den Vatikanstaat und den Heiligen Stuhl zur Kenntnis genommen.

Der Vatikanstaat verbucht ihre Gewinne oder Verluste jeweils in einem getrennt ausgewiesenen Haushalt. Wie aus der Note des Wirtschaftssekretariats hervorgeht, Haupteinnahmequelle des Vatikans war der Erlös der Eintrittskarten für die Vatikanischen Museen.

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Türkische Wahlkampfauftritte: „Keiner von euch kann uns daran hindern“

erdoganDer türkische Außenminister Cavusoglu kritisiert Auftrittsverbote türkischer Minister in Deutschland als undemokratisch. Er kündigt weitere Veranstaltungen an: „Wir können überall hingehen, wo wir wollen.“

DIE WELT

Die türkische Regierung will trotz wachsender Kritik weiter in Deutschland für das umstrittene Verfassungsreferendum werben. Außenminister Mevlut Cavusoglu kritisierte bei einem Wahlkampfauftritt am Samstag in der Südtürkei Beschränkungen und Auftrittsverbote in Deutschland und den Niederlanden als undemokratisch und kündigte weitere Veranstaltungen an.

„Keiner von euch kann uns daran hindern“, sagte er vor Anhängern. „Wir können überall hingehen, wo wir wollen, unsere Bürger treffen, unsere Treffen abhalten“, sagte der Außenminister.

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Wer darf sterben und wer nicht?

todesspritze

Das Bundesverwaltungsgericht begründet einen Rechtsanspruch auf Suizidhilfe aus dem Giftschrank. Einwände werden mit der Autonomiefloskel abgefertigt.

Von Christian Geyer | Frankfurter Allgemeine

Gegen die Verklärung der hochgehandelten Empathie, also der Fähigkeit zur Einfühlung in andere, hat Paul Bloom in den Vereinigten Staaten jüngst das Buch „Against Empathy“ veröffentlicht. Bloom, Psychologie-Professor an der Yale University, wird wegen seiner anti-empathischen Thesen im Internet seit Jahren heftig angefeindet. „Wissen Sie“, sagte er dazu 2015 in einem Interview mit der „Zeit“, „ich versuche sehr genau zu sagen, was ich meine. Wer jedoch nur hört, dass ich gegen Empathie bin, und meine Gründe und meine Argumentation nicht kennt, der wird verständlicherweise entrüstet reagieren. Dass diese Leute mich für eine Art Monster halten, wundert mich nicht. “

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Die Methoden des Geert Wilders

Screenshot: bb
Screenshot: bb
Der Rechtsaußen Geert Wilders mischt die niederländische Politik auf. Dabei tritt er persönlich im Wahlkampf bisher kaum öffentlich auf. Der Mann mit der blonden Haartolle setzt auf andere Methoden.

stern.de

Auf dem Marktplatz von Spijkenisse bei Rotterdam sieht Holland genauso aus, wie man es sich vorstellt. In der Mitte eine Backsteinkirche, klein und gedrungen, und ringsum eng aneinandergeschmiegte schmale Häuser mit großen Fenstern. Die Marktleute bieten alles an, was als typisch holländisch gilt: Käseräder und Matjeshering, Tulpen und Gewächshaustomaten. Und doch ist irgendetwas anders als sonst.

Denn mit einem Mal wimmelt es von Reportern. Fernsehteams bringen Kameras in Stellung, Pressevertreter wandern mit Block und Stift in der Hand zwischen den Ständen entlang, und eine Radiojournalistin nimmt ein Interview auf. „Wissen Sie, dass heute Geert Wilders hierher kommt?“, fragt sie eine Frau. Nein, das weiß sie nicht. Und auch der nächste und übernächste Passant hat nichts davon gehört. Geert Wilders kommt ohne Anmeldung.

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„Deniz Yücel ist eine politische Geisel“ – gegen DiTiB-Imame

 Ertuğrul Kürkçü ist Abgeordneter der prokurdischen HDP und kämpft für ein
Ertuğrul Kürkçü ist Abgeordneter der prokurdischen HDP und kämpft für ein „Nein“ in dem von Präsident Erdoğan geplanten Verfassungsreferendum. (Foto: privat)
Zwölf Parteigenossen sitzen im Gefängnis: Ertuğrul Kürkçü ist Abgeordneter der prokurdischen HDP – und spürt täglich den Druck der Erdoğan-Regierung.

Interview von Julia Ley | Süddeutsche.de

Ertuğrul Kürkçü, geboren 1948 in Bursa, ist so etwas wie die graue Eminenz der türkischen Linken. Er verbrachte über vierzehn Jahre seines politischen Lebens in Haft, zuletzt in den 1990er-Jahren, weil er einen Human-Rights-Watch-Bericht ins Türkische übersetzt hatte.

Bei den Parlamentswahlen im Juni 2011 trat Kürkçü als unabhängiger Kandidat in der Provinz Mersin an und wurde ins Parlament gewählt. Bis 2014 war er Ko-Vorsitzender der prokurdischen Oppositionspartei HDP. Heute ist er ihr Ehrenpräsident, hält ein Mandat in Izmir und kämpft für ein „Nein“ zu dem von Erdogan geplanten Verfassungsreferendum.

Sz.de: Herr Kürkçü, am 16. April wird die Türkei über eine neue Verfassung abstimmen. Die HDP ist vehement gegen die geplante Reform. Warum?

Weil sie die Gewaltenteilung beenden würde. Wenn die Änderungen umgesetzt werden, hätte Erdoğan allein die Kontrolle über die Legislative, Exekutive, die Justiz und das Militär. Das ist eine Rückkehr zur Monarchie, gegen die wir in der Türkei lange gekämpft haben. Deshalb versuchen wir, die türkische Öffentlichkeit davon zu überzeugen, dass dieses Referendum die letzte Chance sein könnte, eine faschistische Diktatur noch zu verhindern.

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Dodo Käßmann: Mit Bildung gegen Fundamentalismus

„Es ist eine verdammte, verfluchte Sache mit dem tollen Pöbel. Niemand kann ihn so gut regieren wie die Tyrannen. Die sind der Knüppel, der dem Hund an den Hals gebunden wird. Könnten sie auf bessere Art zu regieren sein, würde Gott auch eine andere Ordnung über sie gesetzt haben als das Schwert und die Tyrannen. Das Schwert zeigt deutlich an, was für Kinder es unter sich hat, nämlich nichts als verdammte Schurken, wenn sie es zu tun wagten. Darum rate ich, dass ein jeder, der hier mit einem guten Gewissen handeln und das Rechte tun will, mit der weltlichen Obrigkeit zufrieden sei und sich nicht an ihr vergreife.“ Martin Luther: Ob Kriegsleute in seligem Stande sein können, 1526

Die Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Margot Käßmann, hat dazu aufgerufen, Fundamentalismus mit Bildung zu bekämpfen.

evangelisch.de

„Gegen jede Art von Fundamentalismus ist es wichtig, dass wir die Bücher, die uns heilig sind – in dem Sinne, dass sie für unseren Glauben fundamentale Bedeutung haben – kritisch lesen dürfen“, sagte Käßmann am Sonnabend in einem Vortrag bei der Jahresversammlung der Büchereiarbeit der hannoverschen Landeskirche in Hannover: „Glaube und Vernunft sind kein Widerspruch.“

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Erstaunliches Ausmaß an Inkompetenz

Foto: Marcus Hammerschmitt
Foto: Marcus Hammerschmitt
Wie viele unbenutzbare Wohncontainer bekommt man für elf Millionen Euro? Ein Kommentar

Von Marcus Hammerschmitt | TELEPOLIS

Im Sommer 2015 gewährte die Asylbürokratie in Tübingen Telepolis keinen Zugang zu einem neuen, offensichtlich gut funktionierenden Flüchtlingswohnheim. Jetzt hat sie dieses Wohnheim um ein weiteres ergänzt, in dem sich möglicherweise überhaupt nie jemand aufhalten wird.

Wer immer im Herbst 2016 an dem durchaus beeindruckenden grau-roten Komplex mit offenen Augen vorbei ging, wunderte sich, und zwar erstens über die arg gefängnisartig geratene Containerarchitektur und zweitens über den Leerstand.

Nach einiger Zeit erreichte die Verwunderung die Presse, und es ergab sich, dass das Flüchtlingsheim nicht deswegen ungenutzt blieb, weil Deutschland und Europa die Flüchtlinge wieder im Mittelmeer ertrinken und auf dem Balkan erfrieren lässt.

Nein, Hauptgrund dafür, dass die Anlage, die 250 Flüchtlingen als Erstaufnahme-Einrichtung hätte dienen sollen, leer blieb und wahrscheinlich bleiben wird: Sie verfügt nicht über Steckdosen in den Zimmern und auch nicht über Küchenbereiche. Besonders schutzbedürftige Flüchtlinge wie Frauen, Kinder oder Behinderte, die den Großteil der Bewohner hätten stellen sollen, brauchen so etwas nämlich nicht.

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Niederlande prüfen Rechtsmittel gegen Rede von türkischem Minister

AFP
AFP
Die Niederlande wehren sich gegen einen geplanten Auftritt des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu.

Die Presse.com

Die niederländische Regierung prüft, ob sie mit rechtlichen Schritten den geplanten Auftritt des türkischen Außenministers Mevlüt Cavusoglu verhindern kann. Das erklärte der stellvertretende Ministerpräsident Lodewijk Asscher am Samstag im niederländischen Radio. „Dazu ist das letzte Wort noch nicht gesprochen worden“, sagte Asscher.

Er wies die Kritik aus Ankara, dass die Niederlande die Meinungsfreiheit nicht respektieren würden, scharf zurück.

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The Brazilian Government Is Voting to Deforest Even More of the Amazon Rainforest

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD
This will take a toll on the trees that indigenous people have been coexisting with for centuries.

By Grennan Milliken | MOTHERBOARD

When Spanish conquistadores first trundled upon the edges of the Amazon rainforest, they believed they were glimpsing a virgin landscape, untouched by man, apparently not paying much attention to the peoples that lived all along the river. It’s a view that has persisted for centuries since, but it could not be further from the truth.

An expansive international study of Amazon tree species in the journal Science has revealed that trees domesticated—i.e. managed, used and maintained—by indigenous peoples have dominated large expanses of wilderness long before 1492. Unfortunately, the president of Brazil, Michel Temer, and the minister of Civil Office, Eliseu Padilha, are considering a proposal to end protection of around one million hectares of wilderness in the Amazon rainforest, potentially putting many numbers of these tree species, and the people who rely on them, at risk.

From 2012 to 2015, deforestation in Brazil ratcheted up by 75 percent. The protected parcels that the current President wants to open up, known as Conservation Areas, are located in Amazonas State.

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