Tayyip – Big Daddy, der osmanische Übervater


 Erdoğan vor Gericht: Im Film ist der Prozess gegen den jungen frommen rundum wohlgeratenen Recep Tayyip (gespielt von Reha Beyoğlu) das Ende. (Foto: Verleih)
Erdoğan vor Gericht: Im Film ist der Prozess gegen den jungen frommen rundum wohlgeratenen Recep Tayyip (gespielt von Reha Beyoğlu) das Ende. (Foto: Verleih)
Der türkische Film „Reis“ zeigt den jungen Erdoğan als Heiligen. Bei der Premiere in München kommen seine deutsch-türkischen Fans dennoch nicht auf ihre Kosten.

Von Christiane Schlötzer | Süddeutsche.de

Zwei Minister ausgeladen, die deutsche Willkommenskultur in Scherben, von Gaggenau bis Köln. Aber nun ist er ja da, „Reis“, der Chef, der Boss. „Reis“ heißt der Film des türkischen Regisseurs Hüdaverdi Yavuz, und gemeint ist: Recep Tayyip Erdoğan. Auch wenn Reha Beyoğlu ihn spielt. Auftritt in München, Mathäser Filmpalast: keine Fahnen, keine Trillerpfeifen. Im Saal verlischt das Licht, und auf der Leinwand taucht das Istanbul der Sechzigerjahre auf, eine Welt in Pastell und Ocker, Holzhäuser und krumme Gassen, eine Teestube für Männer, natürlich ohne Frauen. Rau geht es hier zu, im Hafenviertel Kasımpaşa, aber nur so rau, dass es noch familientauglich ist. Vorstadtkicker kriegen Prügel, wenn sie keine Tore schießen, Männer mit dubiosen Geschäften fahren in amerikanischen Autos umher.

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