Kopftuch: Islamische Glaubensgemeinschaft rät Frauen zur Verhüllung

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Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) rät erwachsenen weiblichen Muslimen zum Tragen eines Kopftuchs. Zu diesem Schluss kommt ein Gutachten des theologischen Beratungsrats, über das die Tageszeitung „Österreich“ (Montag-Ausgabe) berichtete. Kritik daran kam von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) und SPÖ-Staatssekretärin Muna Duzdar.

derStandard.at

„Für weibliche Muslime ab der Pubertät ist in der Öffentlichkeit die Bedeckung des Körpers, mit Ausnahme von Gesicht, Händen und nach manchen Rechtsgelehrten Füßen, ein religiöses Gebot und damit Teil der Glaubenspraxis“, heißt es in dem theologischen Gutachten durch Mufti Mustafa Mullaoglu (http://go.apa.at/SyhSqjn5). Bei der Vollverschleierung rät er, die „hiesige Tradition zu berücksichtigen und vom Tragen einer Gesichtsbedeckung abzulassen“. Die Entscheidung liege aber bei der Frau selbst.

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DNA als robuster Datenspeicher

Bild: 4ever.eu
Bild: 4ever.eu
Statt Festplatte: Forscher haben große Mengen digitaler Daten in DNA gespeichert. Zwei Megabyte an komprimierten Informationen kodierten sie dabei in Form der Biomoleküle – und lasen sie anschließend fehlerfrei wieder aus. Das Besondere: Das von dem Team verwendete Verfahren ist nicht nur effizient, sondern auch äußerst robust. Denn selbst aus mehrfach kopierter DNA ließen sich die ursprünglichen Daten noch einwandfrei wiedergewinnen.

scinexx

Die Menschheit produziert immer mehr Daten. Gleichzeitig aber droht das digitale Vergessen, weil die heutigen Speichermedien eher kurzlebig sind. Durch den steten Wandel der Technologien und die mangelnde Haltbarkeit der Datenträger müssen Archive digitaler Daten heute regelmäßig umkopiert werden. Was auf einer normalen Festplatte liegt, könnte sonst in wenigen Jahrzehnten unlesbar sein.

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Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos „heilt“

Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos
Südafrika: Wenn der Pastor mit Domestos „heilt“. Bild: ARD Weltspiegel
Erbrechen und Ohnmacht – nicht das, was man im Gottesdienst erwarten würde. Doch hier serviert der Pastor Domestos-Reiniger, um böse Geister auszutreiben. Eine christliche Freikirche in Johannesburg trinkt und erbricht.

Von Thomas Denzel | ARD

Pastor Sipho Mphakathi ist entspannt: „Zuerst habe ich nur selbst getrunken, und wie man sieht, geht es mir gut. Ich selbst habe mich nie erbrochen, denn ich bin Gottes General und habe keinen bösen Geist in mir. Der Reiniger kann mir nichts anhaben.“

Den Reiniger zu trinken ist ein freiwilliges Angebot. Doch viele nehmen es demütig an. Die Inhaltsstoffe reizen Haut und Schleimhaut; Entzündungen können die Folge sein. Hier sorgen sie für Ekstase. Seit der Pastor Domestos im Repertoire hat, ist seine Popularität deutlich gestiegen. Die Gemeindeglieder sind begeistert: „Es schmeckt wie Saft, nicht wie Domestos“, sagt diese Frau. „Wie ist das möglich?“, fragen wir. „Weil Gottes Geist mit mir ist.“ „Es reinigt dich von innen“, ist sie überzeugt. „So wirst du all die Flüche los, die andere dir auferlegt haben. Böse Geister oder spirituelle Dunkelheit.“

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Klimaskeptiker dürfen so genannt werden – endgültig

bild: solarify.eu
bild: solarify.eu

Das Umweltbundesamt darf Journalisten wegen ihrer Haltung zur Erderwärmung namentlich nennen und als „Klimawandelskeptiker“ bezeichen,, so der Tenor eines Beschlusses des Oberverwaltungsgerichts des Landes Sachsen-Anhalt (Az 3 L 44/ 16) vom 02.02.2017, das erst spät Echo in den Medien gefunden hat.

SOLARIFY.eu

Ursache der Auseinandersetzung war die Untersuchung des UBA vom Mai 2013 „Und sie erwärmt sich doch! Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel?“ (siehe: solarify.eu/das-uba-und-die-klimawandel-skeptiker), in der u.a. die Autoren Michael Miersch und Dirk Maxeiner als Klimwandelskeptiker genannt wurden.

Das veranlasste sie, auf Unterlassung zu klagen – sie wollten erreichen, dass ihre Namen nicht mehr in der Schrift genannt werden dürfen. Das Verwaltungsgericht Halle hatte am 18.11.2015 die Klage abgewiesen (Az: 1 A 304/13 HAL). Einer der beiden, Michael Miersch, beantragte daraufhin die Zulassung zur Berufung beim OVG („Miersch gegen Bundesrepublik Deutschland“). Dieses hat den Antrag abgelehnt. Das erstinstanzliche Urteil ist damit unanfechtbar. Das OVG begründete seine Entscheidung unter anderem wie folgt: „Wenn die Behörde deshalb versucht, einem ‚postfaktischen Diskurs‘ entgegenzuwirken, indem sie den auf Fakten beruhenden aktuellen Forschungsstand in den Vordergrund stellt, so ist dies Teil ihrer Öffentlichkeitsarbeit in Form zulässiger staatlicher Beteiligung am Prozess der gesellschaftlichen Meinungsbildung.“

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Auftrittsverbote sind eine Frage der Souveränität Deutschlands

Schon vor drei Jahren betrieb der damalige Premierminister Erdoğan Wahlkampf für sich in Köln (Foto: REUTERS)
Schon vor drei Jahren betrieb der damalige Premierminister Erdoğan Wahlkampf für sich in Köln (Foto: REUTERS)
Türkische Politiker betrachten ihre Wahlkampfauftritte offenbar als eine Art Gewohnheitsrecht. Das muss die Bundesrepublik ihnen nicht einräumen – solange sie ihre Entscheidungen an zwei Grundsätzen festmacht.

Kommentar von Heribert Prantl | Süddeutsche.de

Erdoğan hat schon einige Male in Deutschland vor seinen Anhängern geredet. Umstritten waren diese Reden immer. Sein Auftritt war umstritten, als er 2008 in Köln geredet hat; er war umstritten, als er 2011 in Düsseldorf geredet hat, er war umstritten, als er 2014 noch einmal in Köln geredet hat. Vielleicht wäre es schon damals gut gewesen, diese Reden und die seiner Minister nicht zuzulassen. Dann hätte bei türkischen Regierungspolitikern nicht der Eindruck entstehen können, ihr Wahlkampf-Rederecht in Deutschland sei eine Art Gewohnheitsrecht.

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Sexpuppen-Bordell in Barcelona eröffnet

Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Neuheit in Europa: Während Bordellen mit Sexpuppen in Asien schon länger exisitieren, sind sie in Europa eine Neuheit. Foto: afp
Eine Frage: Kommen Kunden? Aber die Frau am Telefon gibt keine Auskunft. In Barcelona hat vor zehn Tagen ein Bordell eröffnet, in dem auf die Besucher keine Frauen, sondern Puppen aus Silikon warten. In Japan gibt’s das schon länger, aber für Europa ist es eine Premiere.

Von Martin Dahms | Frankfurter Rundschau

Jetzt rufen dort ständig Journalisten an, aber die Frau am anderen Ende gibt keine Geheimnisse preis. Die Madrider Netzzeitung „El Español“ hat deswegen einen ihrer Mitarbeiter nach Barcelona geschickt, der sich als gewöhnlicher Kunde ausgab und hinterher eine Reportage über seine Erfahrungen schrieb.

Seine erste Erkenntnis: Ja, es kommen Kunden. Jedenfalls am Eröffnungswochenende. David López Frías, so heißt der Reporter, hatte sich ein Treffen mit der Puppe Aki gewünscht, aber Aki ist ausgebucht, ebenso wie Katy und Leiza. Nur Lily ist noch für eine Stunde zu haben. Als López Frías die angegebene Adresse in der Altstadt von Barcelona schon fast erreicht hat, bekommt er die Nachricht, dass Lily leider kaputt sei.

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Mit dem Finger am Ohr telefonieren

Mit Sgnl kann man Gespräche von einer Smartwatch mit einer natürlichen Geste durchführen.

Von Ben Schwan | Technology Review

Mit den meisten Computeruhren, etwa Samsungs Gear, der Watch von Apple oder der Pebble Time, kann der Träger auch telefonieren. Dabei muss man allerdings den integrierten Lautsprecher verwenden. Dadurch wird die gesamte Umgebung beschallt, was sensible Gespräche quasi unmöglich macht. Das südkoreanische Start-up Innomdle Lab hat mit Sgnl nun ein Armband entwickelt, das Smartwatch-Telefonate angenehmer machen soll. Dazu benutzt Sgnl eine eigene Bluetooth-Funkverbindung zum Handy, an das auch die Computeruhr gekoppelt ist.

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Taliban bitten NGOs um Hilfe für notleidende Afghanen

Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Themenbild, Hinrichtung durch Taliban
Die Taliban rufen in einer überraschenden Botschaft internationale Hilfsorganisationen und Regierungen dazu auf, den vom harten Winter betroffenen Afghanen zu helfen.

Frankfurter Rundschau

Die Taliban-Führung befiehlt in der am Wochenende im Internet veröffentlichten Botschaft außerdem allen Kämpfern, den Entwicklungshelfern die „notwendige Sicherheit zu bieten“. Der Aufruf weicht von der ansonsten recht kritischen Haltung zu internationalen Hilfsbemühungen ab. Jedes Jahr gibt es Hunderte Übergriffe gegen NGOs und andere Organisationen.

Erdogan droht Deutschland mit Aufstand

Screenshot vom Video der Nachrichtenagentur Anadolu vom Auftritt des türkischen Präsidenten Erdogan.
Screenshot vom Video der Nachrichtenagentur Anadolu vom Auftritt des türkischen Präsidenten Erdogan.
Im Konflikt mit Deutschland hat der türkische Präsident heute eine rote Linie überschritten – sollte man meinen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Der türkische Präsident Erdogan ist im Überbietungstaumel oder -rausch befangen. Gerade hatte er heute Deutschland bezichtigt, zu „Nazi-Praktiken“ zu greifen, weil Regierungsmitglieder nicht in Deutschland auftreten durften, um für die „Reform“ zu werben, mit der nun auch noch das Parlament und die Regierung ausgehebelt wird. Deutschland habe nichts mit der Demokratie zu tun, warf ausgerechnet er vor.

Natürlich provozierte Erdogan damit Aufregung und Anblehnung unter deutschen Politikern. Das dürfte wohl auch erwünscht sein, um Stimmen unter den türkischen Nationalisten in Deutschland zu fangen. Teile seiner Anhängerschaft werden freilich auch ihrem Präsidenten desto eher folgen, je mehr sie sich von den deutschen Behörden unterdrückt sehen.

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Luftverschmutzung hemmt Antibiotika-Wirkung

Ruß in der Atemluft macht es dem Lungenentzün dungs-Erreger Streptococcus pneumoniae leichter, in die Lunge zu gelangen. © CDC
Ruß in der Atemluft macht es dem Lungenentzün dungs-Erreger Streptococcus pneumoniae leichter, in die Lunge zu gelangen. © CDC
Fataler Nebeneffekt: Feinstaub und vor allem Ruß in der Luft begünstigen krankmachenden Bakterien in unseren Atemwegen. Die Erreger bilden bei Kontakt mit Ruß dickere Biofilme aus und reagieren resistenter gegenüber gängigen Antibiotika, wie der Versuche belegen. Zudem erleichtert die Luftverschmutzung es Lungenentzündungs-Erregern, von der Nase in die Lunge zu gelangen, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin “ Environmental Microbiology“ berichten.

scinexx

Luftverschmutzung schadet unserer Gesundheit – und das auf vielfache Weise: Feinstaub, Ruß und Co schaden nicht nur der Lunge und erhöhen schon bei Konzentrationen unterhalb der Grenzwerte das Risiko für Lungenkrebs, sie erhöhen auch das Risiko für Frühgeburten, fördern Herz-Kreislauf-Erkrankungen und schädigen unser Gehirn.

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MURAT KURNAZ: Türkische Rocker wollten Ex-Guantánamo-Häftling anwerben

Die Osmanen Germania Boxclub gelten als schnellstwachsende Rockergruppierung in Deutschland Quelle: pa/dpa
Die Osmanen Germania Boxclub gelten als schnellstwachsende Rockergruppierung in Deutschland Quelle: pa/dpa
Murat Kurnaz saß vier Jahre lang im US-Gefangenenlager auf Kuba. Im Herbst wurde er bei einem großen Treffen der Osmanen Germania polizeilich registriert. Der Bremer gibt an, er sei nur Gast gewesen.

Von Florian Flade | DIE WELT

Sie nennen sich BC. Die Abkürzung steht für Boxing Club. Das klingt nach Sport, nach Freizeitbeschäftigung. Die Polizei hat für die Osmanen Germania BC jedoch eine andere Bezeichnung: „Rockerähnliche Vereinigung“.

Mehr als 1000 Mitglieder sollen die Osmanen hierzulande mittlerweile haben. Sie gelten als schnellstwachsende Rockergruppierung der Bundesrepublik und sorgen seit Monaten für Schlagzeilen: Von einem Rockerkrieg der als türkisch-nationalistisch geltenden Gruppe mit den Hells Angels ist die Rede, von Drogenhandel, einem versuchten Mordanschlag mit einer Handgranate. Der Verfassungsschutz prüft sogar Verbindungen der Gruppe zum türkischen Geheimdienst.

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Katholische Exorzisten warnen vor Trump-Verfluchungen durch Hexen

Image: Matt Anderson/Friendly Atheist
Image: Matt Anderson/Friendly Atheist

Exorzisten aus der katholischen Kirche haben davor gewarnt, US-Präsidenten Donald Trump zu verhexen und zu verfluchen

kath.net

Exorzisten aus der katholischen Kirche haben davor gewarnt, US-Präsidenten Donald Trump zu verhexen und zu verfluchen. Genau das ist vor wenigen Tagen auf Facebook durch verschiedene Hexen und Magier passiert. Pater Vincent Lampert, Priester und Exorzist aus dem US- Bundesstaat Indiana, warnt gegenüber CNA davor, den neuen US- Präsidenten mit einem Bann zu belegen wie die „Krone“ berichtet. Man sollte sich von derartigem Hokuspokus fernhalten: „Flüche können eine große Macht bekommen, aber diese Macht kommt nicht von Gott!“ Wer eine andere Macht als die des Herrn erbitte, der begebe sich zwangsläufig auf die Seite des Bösen.

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Prozessauftakt gegen mutmaßliche Rechtsterroristen der „Gruppe Freital“

Oberlandesgericht Dresden © Martina Roell @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Oberlandesgericht Dresden © Martina Roell @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Gegen die „Gruppe Freital“ beginnt am Dienstag der Prozess. Der Ort der Verhandlung in Dresden hat durchaus Brisanz: Verhandelt wird in der künftigen Kantine einer zentralen Flüchtlingsunterkunft. Eine Interimslösung für rund 5,5 Millionen Euro.

Von Katharina Rögner | MiGAZIN

Acht Angeklagte, rund 60 Verhandlungstage, fünf Richter: Für die sächsische Justiz beginnt am Dienstag in Dresden einer der umfangreichsten Prozesse überhaupt. Vor dem Oberlandesgericht müssen sich sieben Männer und eine Frau im Alter von 19 bis 38 Jahren verantworten. Ihnen wird die Bildung einer rechtsterroristischen Vereinigung vorgeworfen. Bis Ende September sind in dem Hauptverfahren mehr als 60 Verhandlungstage angesetzt.

Der Generalbundesanwalt in Karlsruhe hatte den Fall im April 2016 an sich gezogen. Im November teilte seine Behörde mit, dass die Angeschuldigten „hinreichend verdächtig sind, spätestens im Juli 2015 eine rechtsterroristische Vereinigung gegründet zu haben“. Rädelsführer der „Gruppe Freital“ sollen Timo S. und Patrick F. sein. Beide Männer gehörten im Frühjahr 2015 zum Gründungszirkel der „Bürgerwehr FTL/360“, die unter anderem gegen Flüchtlinge vorgeht.

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Dicke Luft in deutschen Städten

München. Bild: Alexas_Fotos /gemeinfrei
München. Bild: Alexas_Fotos /gemeinfrei
Am Fahrverbot für Dieselfahrzeuge züngelt eine Erregungswelle nach der anderen. Seit die grün-schwarze Regierung in Baden-Württemberg kürzlich beschloss, „dass Dieselautos, die nicht die Euro 6-Norm erfüllen, an Tagen mit hoher Schadstoffbelastung in Teilen der Stuttgarter Innenstadt ab 2018 Fahrverbot erhalten“, erregen sich die Gemüter und die Gewerbevertreter.

Von Susanne Aigner | TELEPOLIS

„Die Besitzer von Dieselfahrzeugen sind Opfer und nicht Täter, sie brauchen staatlichen Schutz und keine Diskriminierung als Luftverpester“, sagte der Präsident des Baden-Württembergischen Kraftfahrzeuggewerbes, Harry Brambach. Im gleichen Bericht kommt auch der Aufsichtsratschef des Autozulieferers Bosch, Franz Fehrenbach, zu Wort: Er sieht die Diesel-Technologie in Deutschland in Gefahr.

Auch der Daimler-Chef Dieter Zetsche warnt vor einem Eigentor. Ein Fahrverbot für Dieselautos sei „nicht zielführend“ und zudem eine „bittere Pille für die Besitzer älterer Diesel-Fahrzeuge.

Dann kam die Nachricht vom Bayerischen Verwaltungsgericht. Der VGH verpflichtete Bayern und die Stadt München dazu, ein solches Verbot vorzubereiten. Man ahnt, es werden andere Großstädte folgen. Nun wird mobilisiert.

„Das Fahrverbot für Diesel schadet der Umwelt“, titelte heute die Sonntagsausgabe der Frankfurter Zeitung, deren Nähe zur Wirtschaft bekannt ist. Argumentiert wird damit, dass Dieselfahrzeuge zwar mehr Schadstoffe ausstoßen als vergleichbare „Benziner“, „aber bis zu zwanzig Prozent weniger Kohlendioxid“.

Unüberhörbar sind allerdings auch die Rufe nach einer anderen Verkehrspolitik. Ende Januar 2017 kletterten Greenpeace-Aktivisten auf die Berliner Siegessäule, um ihr eine Atemschutzmaske aufzusetzen und in 70 Metern Höhe ein Banner mit der Aufschrift „Atemlos durch die Stadt“ aufzuhängen. Ein Appell an Verkehrsteilnehmer wie Politiker, denn die Luft in deutschen Städten wird immer schmutziger.

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Gehalt ohne Gegenleistung

Hat doppelt kassiert, einmal vom Staat, einmal von der Gewerkschaft: DPolG-Chef Rainer Wendt. (Foto: imago stock&people)
Hat doppelt kassiert, einmal vom Staat, einmal von der Gewerkschaft: DPolG-Chef Rainer Wendt. (Foto: imago stock&people)
Die Gewerkschaft DPolG steht hinter Rainer Wendt, obwohl ihr Chef jahrelang doppelte Bezüge kassiert hat. Sein Fall ist zwar besonders krass, aber nicht das einzige Beispiel dieser Art in Nordrhein-Westfalen.

Von Detlef Esslinger | Süddeutsche.de

Die Bundesleitung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) will, dass ihr Vorsitzender Rainer Wendt weitermacht. Der Eindruck, Wendt habe in den zurückliegenden Jahren doppeltes Gehalt bezogen und sich unrechtmäßig bereichert, sei falsch, teilte das Gremium am Sonntag mit. An seiner Integrität gebe es keinerlei Zweifel. Er werde deshalb auch weiterhin „seine Stimme für die Beschäftigten in der Polizei erheben“. Der Deutschen Presse-Agentur sagte Wendt, „in der Summe übersteigen meine Einkünfte das Gehalt eines Hauptkommissars nicht“.

Am Wochenende war herausgekommen, dass Wendt seit Jahren Bezüge vom Land Nordrhein-Westfalen erhielt, obwohl er längst nicht mehr als Polizist arbeitet – und als Gewerkschaftschef eigentlich der Gegenspieler von öffentlichen Arbeitgebern ist. In den ARD-„Tagesthemen“ hatte Wendt am Freitag diese Bezüge eingeräumt – nachdem er die Reporter zuvor allerdings belogen hatte.

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Israel: Government approves measure to decriminalize marijuana

Rolling a joint (illustrative photo: Tsafrir Abayov/Flash90)
Rolling a joint (illustrative photo: Tsafrir Abayov/Flash90)
Netanyahu says ‘we are open to the future… but also understand the dangers;’ critics say new proposal is watered down

By Alexander Fulbright | The Times of Israel

Prime Minister Benjamin Netanyahu said Sunday that Israel will move forward with marijuana legislation in a “cautious, controlled manner” as the cabinet approved a blueprint for decriminalization of personal use and possession.

During the weekly cabinet meeting in Jerusalem, ministers approved the proposed guidelines on decriminalization put forward by Public Security Minister Gilad Erdan (Likud) and Justice Minister Ayelet Shaked (Jewish Home), allowing for the establishment of an interministerial committee of directors that will decide how best to implement the measure.

Speaking ahead of the meeting, Netanyahu said that government would move forward with the issue in a “cautious, controlled manner.”

“On the hand one, we are open to the future,” he said, adding that “we also understand the dangers and we will try to balance the two things.”

However, the move drew criticism from legalization campaigners, who said that recent last-minute changes to the proposals had undermined the effectiveness of it.

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Potsdam: Das Moschee-Dilemma

Zielgruppe? Am Infostand musste die AfD mit vielen Gegnern sprechen.Foto: S. Gabsch
Zielgruppe? Am Infostand musste die AfD mit vielen Gegnern sprechen.Foto: S. Gabsch
Die Suche nach einem Platz für ein islamisches Gemeindezentrum bleibt schwierig. Davon versucht die AfD zu profitieren

Von Henri Kramer | Potsdamer Neueste Nachrichten

Bei der Suche nach einem Standort für ein islamisches Gemeindezentrum in Potsdam zeichnet sich keine Lösung ab. „Es gibt leider noch nichts Neues“, sagte am Freitag der Imam des Vereins der Muslime in Potsdam, Kamal Abdallah, den PNN. Rathaussprecher Jan Brunzlow sagte, es sei daher noch nicht klar, wie lange die Stadtverwaltung die kommunale Biosphäre als Standort für die Freitagsgebete des Vereins zur Verfügung stellt. „Ein Ende ist derzeit nicht absehbar“, sagte Brunzlow.

Neu ist seit Freitag: Es gibt wieder Protest gegen das Gebet. Die rechtspopulistische AfD hatte einen Infostand auf dem Fußweg gegenüber der Biosphäre platziert. Das Motto: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Der Referent für Wirtschaft in der AfD-Landtagsfraktion, Steffen Kotré, sagte, Anlass für den Stand sei die Tatsache, dass der Stadt pro Gebet 1500 Euro Kosten entstehen. „Das will ich als Steuerzahlerin nicht ausgeben“, sagte Mathilda Huss, Besitzerin der bekannten Villa Adlon in Neu Fahrland, die den AfD-Stand unterstützte. Kotré ergänzte, der Islam-Verein habe selbst für Räumlichkeiten zu sorgen.

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Fall Yücel veranschaulicht ein Problem des Doppelpasses

SPD-Vize Özoguz will die doppelte Staatsbürgerschaft ausweiten. Angesichts der angespannten Beziehung zur Türkei empfinden das in der Union viele als Zumutung. Zumal zwei Pässe zu haben auch Risiken birgt.

Von Manuel Bewarder | DIE WELT

Noch bis vor Kurzem mussten sich junge Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft entscheiden: Wenn sie 23 Jahre alt wurden, sollten sie ihren türkischen oder den deutschen Pass abgeben. Entweder oder. Das war die Regel.

Nach langem öffentlichen Ringen hatte sich die Regierung in den Koalitionsverhandlungen dazu entschlossen, junge Türken ähnlich zu behandeln wie Kinder aus EU-Ländern. Jetzt fällt auch für sie die Pflicht weg, sich für eine der beiden Staatsbürgerschaften zu entscheiden. Ein Sonderfall ist das nicht: 4,3 Millionen Menschen besitzen neben der deutschen noch eine andere Staatsbürgerschaft.

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Front gegen den Türkei-Wahlkampf

Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci bei seinem Auftritt in der Stadthalle Leverkusen – Reuters
Der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci bei seinem Auftritt in der Stadthalle Leverkusen – Reuters
Bundeskanzler Christian Kern will EU-weit Auftritte türkischer Politiker zur Bewerbung des Verfassungsreferendums untersagen, Innenminister Wolfgang Sobotka setzt auf ein Verbot in Österreich.

Die Presse.com

Wenn Bundeskanzler Christian Kern Aufsehen erregen will, dann setzt er auf die deutschen Medien. So auch in der Frage der Wahlwerbung für das türkische Verfassungsreferendum: In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ forderte der Bundeskanzler ein gemeinsames Vorgehen der EU, um Wahlkampfauftritte türkischer Politiker zu verhindern. Damit würden nicht einzelne Länder wie Deutschland, wo bereits Auftritte untersagt wurden, unter den Druck der Türkei geraten. Kern hat damit seine Linie in der Causa merklich geändert. Nachdem Außenminister Sebastian Kurz vergangene Woche einen Auftritt des türkischen Präsidenten, Recep Tayyip Erdoğan, in Österreich für unerwünscht erklärt hatte, winkte der Kanzler noch ab: Er werde sich mit der Frage erst auseinandersetzen, wenn es ein entsprechendes Begehren gibt. Es habe keinen Sinn, hier Drohungen auszustoßen. Nun forderte Kern den türkischen Präsidenten angesichts der anhaltenden Verhaftungswelle persönlich zum Einlenken auf: „Präsident Erdoğan muss endlich auf den Boden der Rechtsstaatlichkeit zurückkehren, von dem er sich zuletzt immer weiter entfernt hat.“ Und er forderte die umgehende Freilassung des Journalisten Deniz Yüzel, der wie viele andere Journalisten aufgrund seiner Berichterstattung verhaftet wurde.

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Could AI Replace Student Testing?

Image: MOTHERBOARD
Image: MOTHERBOARD/Josh Davis/Flickr
Artificial intelligence-based systems could provide constant feedback to students and teachers.

By Michael Byrne | MOTHERBOARD

To call standardized testing a contentious issue would be an understatement. It’s more like political trench warfare, in which one group of parents laments the organic student-centered approaches of yore while another freaks out about math problems they think are too politically correct. Critics often bemoan standardized testing as fostering assembly line education and „teaching to the test“ while ignoring more abstract learning outcomes like creativity and critical thinking. Standardized testing is also expensive and time-consuming.

On the other hand, we should expect some sort of accountability in education, right? Schools are expensive, and, as new industries demand more educated workers, the stakes are higher than ever when it comes to the global economy and class mobility. Developed economies no longer have the safety net of middle-class manufacturing jobs. Whatever Trump says, that’s permanent.

In a commentary published this week in Nature Human Behavior, Rose Luckin, an education researcher at University College London, argues that we now have a realistic alternative to standardized testing „at our fingertips.“ Technology exists to build realistic education assessments based on artificial intelligence in which students can be evaluated individually and at deep, fine-grained scales. Luckin says that AI has the capability of opening up the „black box“ of learning.

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