Bischof Meister: Luthers Antijudaismus wirkte Jahrhunderte lang nach


„Was wollen wir Christen nun tun mit diesem verworfenen, verdammten Volk der Juden? […] Ich will meinen treuen Rat geben. Erstlich, dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke, und was nicht verbrennen will, mit Erde überhäufe und beschütte, dass kein Mensch einen Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Zum andern, dass man auch ihre Häuser desgleichen zerbreche und zerstöre. Denn sie treiben eben dasselbige darin, was sie in ihren Schulen treiben. Zum Dritten, daß man ihnen nehme alle ihre Betbüchlein und Talmudisten. Zum Vierten, daß man ihren Rabbinern bei Leib und Leben verbiete, hinfort zu lehren. Zum Fünften, daß man den Juden das Geleit und Straße ganz und gar aufhebe. Zum Sechsten, daß man ihnen den Wucher verbiete und ihnen alle Barschaft und Kleinode an Silber und Gold nehme. Zum Siebten, daß man den jungen, starken Juden und Jüdinnen in die Hand gebe Flegel, Axt, Karst, Spaten, Rocken, Spindel, und lasse sie ihr Brot verdienen im Schweiß der Nase.“ Luther: Von den Juden und ihren Lügen, S. 233-238

Die judenfeindlichen Aussagen des Reformators Martin Luther (1483-1546) haben nach Auffassung des hannoverschen Landesbischofs Ralf Meister jahrhundertelang in der evangelischen Kirche nachgewirkt.

evangelisch.de

Bei einem Treffen mit Vertretern der katholischen Kirche und des Judentums erklärte der evangelische Theologe am Montag in Frankfurt, tragischerweise hätten Luthers späte Äußerungen zum Judentum das Einfallstor für judenfeindliche Aussagen im Protestantismus bis hinein ins 20. Jahrhundert gebildet.

Zu der Begegnung unter dem Titel „Reformation, Reform und Tradition“ kamen Vertreter der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Allgemeinen und der Orthodoxen Rabbinerkonferenz Deutschlands zusammen.

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