Die heiklen Asylanträge türkischer Diplomaten in Deutschland


Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) muss die Asylanträge von weit mehr als 100 Türken prüfen – und damit, ob sie schutzbedürftig sind. (Foto: picture alliance / Fredrik von E)
  • Zwischen Mitte Juli 2016 und Anfang 2017 haben 136 Türken mit Diplomatenpässen in Deutschland Asyl beantragt.
  • Sollten die Behörden den Anträgen stattgeben, wäre das eine offizielle Bestätigung, dass den Antragstellern in der Türkei politische Verfolgung, Folter oder andere Menschenrechtsverletzungen drohen.
  • Die Entscheidungen stehen aus, es ist jedoch anzunehmen, dass die Reaktionen seitens der türkischen Regierung heftig ausfallen würden.

Von Roland Preuss, Lena Kampf | Süddeutsche.de

Ankaras Vorgehen gegen angebliche Putschhelfer unter Regierungsbeamten hat auch in Deutschland viele Türken stranden lassen. Nach dem gescheiterten Militärputsch Mitte Juli 2016 haben bis Januar allein 136 Türken mit Diplomatenpässen in der Bundesrepublik Asyl beantragt. Es sind in der Regel türkische Staatsbedienstete, welche die eigene Regierung verdächtigt, etwas mit dem Putschversuch oder der Bewegung des Predigers Fethullah Gülen zu tun zu haben. Ihn beschuldigt Ankara als Drahtzieher des Umsturzversuches. Sie wollen es offenbar nicht riskieren, sich einem rechtsstaatlich zweifelhaften Verfahren und Haft in der Türkei auszusetzen.

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