Kramp-Karrenbauer: Christsein nicht mehr selbstverständlich

Die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hat die Mitgliedschaft in einer Kirche als nicht mehr selbstverständlich bezeichnet. „Die Zeiten in denen man evangelisch oder katholisch war, weil das immer so war, sind vorbei“, sagte sie zur Eröffnung der grenzüberschreitenden Reformationssynode am Samstag in Saarbrücken. Die Entscheidung, Kirchenmitglied zu sein, sei heute eine höchst persönliche und individuelle Entscheidung.

evangelisch.de

Die deutsche Gesellschaft habe sich bequem mit dem Glauben eingerichtet, sagte die CDU-Politikerin. In der Not sei er da, aber im Alltag „fühlen wir uns wenig behindert von ihm“. Mit den Flüchtlingen seien Menschen gekommen, die ihren Alltag wiederum stark nach ihrer Religion ausrichteten. Das sei in der deutschen Wahrnehmung oft „verstörend“, betonte Kramp-Karrenbauer.

Der katholische Dechant Benedikt Welter stimmte dieser Beobachtung der deutschen Gesellschaft zu. „Ich kann als Mensch moralisch leben ohne Glauben“, sagte er. Auch könne man sich für Humanität in Organisationen wie Human Rights Watch engagieren, ohne den Menschen als Ebenbild Gottes zu sehen.

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Kopftuch: Symbol des Psychoterrors im Maghreb

cover: orell füssli Samuel Schirmbeck, „Der islamische Kreuzzug und der ratlose Westen. Warum wir eine selbstbewusste Islamkritik brauchen“. € 20,- / 288 S.; Orell Füssli, Zürich 2016
Darf man den Islam kritisieren? Man darf nicht, man muss, lautet die Antwort Samuel Schirmbecks

Von Heiko Heinisch | derStandard.at

Der Islam habe, so der im Buch zitierte Philosoph Abdennour Bidar, in seiner Mitte ein Monster hervorgebracht, und ohne aufgeklärte Islamkritik wird er weitere produzieren.

Schirmbeck lebte und arbeitete zehn Jahre in Algier, baute dort 1991 das ARD-Studio auf und berichtete aus dem gesamten Maghreb. Er erlebte den Ausbruch des algerischen Bürgerkrieges, dem 150.000 Menschen zum Opfer fielen, die Jahre des Terrors, in denen Frauen mit Säure verätzt oder erschossen wurden, weil ihre Kleidung zu viel Haut unbedeckt ließ oder weil sie kein Kopftuch trugen. Er erlebte die mörderische Jagd auf Intellektuelle, auf Journalistinnen und Journalisten. Er beobachtete die schleichende Islamisierung der Gesellschaften, die Ausbreitung eines religiösen Obskurantismus, der alle unter Druck setzte, die ein Leben jenseits religiöser Regeln wollten. Sein Resümee: Der Islam sollte endlich seinen Gott unter Kontrolle bringen.

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Italien: Piusbrüder fallen Anti-Moschee-Gesetz zum Opfer

Priesterweihen der Piusbruderschaft – wie hier 2011 im oberpfälzischen Zaitzkofen – erkennt Rom nicht an. (Foto: picture alliance / dpa)
Die reaktionäre katholische Gemeinschaft darf in ihrer Kirche im norditalienischen Seregno keine Gottesdienste mehr feiern. Schuld ist ein Gesetz der rechten Lega Nord.

Süddeutsche.de

Komplizierte Auflagen, ein strenger Behördenblick, ob denn das geplante Projekt auch ins Stadtbild passe: Welche Religion die rechtspopulistische Lega Nord mit ihrem Kultstättengesetz 2015 unter Druck setzen wollte, steht außer Zweifel. Das umstrittene regionale Regelwerk wurde schließlich als Anti-Moschee-Gesetz über die Grenzen der Lombardei hinaus bekannt.

Die Gemeinderäume, in denen nun seinetwegen in der Kleinstadt Seregno nicht mehr gebetet werden darf, gehören aber keineswegs einer muslimischen Glaubensgemeinschaft. Sondern den Piusbrüdern.

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Muslimischen Athletinnen gefällt „Sport-Schleier“ von Nike

Eine Frau mit dem „Sport-Schleier“. – Vivienne Balla/Nike/Handout via REUTERSTHIS
Das US-Unternehmen will das Spezial-Kopftuch im kommenden Jahr auf den Markt bringen. Der Schleier werde Frauen zum Profisport ermutigen.

Die Presse.com

Die Pläne des US-Sportartikelherstellers Nike für einen „Sport-Schleier“ für muslimische Frauen werden von Athletinnen begrüßt. Der Schleier werde „eine neue Generation von Athletinnen ermutigen, Profi-Sportlerinnen werden zu wollen“, schrieb die ehemalige Gewichtheberin Amna al-Haddad aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im sozialen Netzwerk Facebook.

Sie selbst unterstütze Musliminnen „mit oder ohne Kopftuch“. Die Art und Weise wie sie sich kleideten, sei ihre Sache, schrieb al-Haddad, die von Nike gesponsert wird.

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EU stellt Unterstützungsprogramme für Türkei ein

Die EU hat damit begonnen, die im Rahmen der Beitrittsverhandlungen vorgesehene Unterstützung für die Türkei zurückzufahren.

Frankfurter Rundschau

Nach Angaben des zuständigen EU-Kommissars Johannes Hahn wurden Programme eingestellt, die zuletzt nicht die erwünschten Fortschritte brachten. Die Europäische Union ist seit Monaten äußert besorgt über den politischen Kurs der Türkei. Das Land bewege sich im Moment leider nicht auf Europa zu, sondern von Europa weg, kommentierte Hahn in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Kirchen in Berlin und Brandenburg kooperieren bei Religionslehre

Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz und das Erzbistum Berlin wollen beim Religionsunterricht stärker zusammenarbeiten. Evangelische und katholische Lehrkräfte sollen aber getrennt unterrichten.

domradio.de

„Diese Kooperation betrifft besonders Regionen, wo es nicht ausreichend Schülerinnen und Schüler gibt, die am Religionsunterricht interessiert sind, um eine pädagogisch funktionsfähige Klasse zusammenzustellen“, erklärte der evangelische Berliner Bischof Markus Dröge. Er äußerte sich in einem am Donnerstag vorab veröffentlichten Doppelinterview mit dem katholischen Erzbischof Heiner Koch für die Kirchenzeitungen „die Kirche“ und „Tag des Herrn“.

Weiterhin entweder evangelische oder katholische Lehrkräfte

Dröge sagte, dass in solchen Regionen weiterhin entweder evangelische oder katholische Lehrkräfte unterrichten sollten. Wenn jedoch ein evangelischer Lehrer den Religionsunterricht erteile, dann solle es auch immer Elemente oder Schülerprojekte geben, „in denen eine katholische Lehrkraft authentisch die besonderen Prägungen des katholischen Glaubens zum Ausdruck bringen kann“. Dies gelte auch umgekehrt. Koch sagte dazu: „Wir wollen – zumal in diesen entkirchlichten Regionen – einen großen gemeinsamen Schatz bewahren und teilen, der uns als Kirchen von Christus her anvertraut ist.“ Die Kirchen wollten zeigen, dass sie in ihrer Verantwortung auf dem gemeinsamen Weg des Glaubens bleiben.

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CNN- Reporter isst bei Hindu- Sekte Menschenhirn

Gleich die erste Episode der CNN- Serie „Believer“ mit Reza Aslan hat für mächtigen Wirbel gesorgt. Der Reporter begab sich darin zu einer radikalen Hindu- Sekte nach Indien und nahm an einem Ritual teil, bei dem auch Menschenfleisch serviert wurde. Um seine Gastgeber nicht zu verärgern, aß Aslan ein Stück Menschenhirn, wie er selbst bestätigte. Hindus auf der ganzen Welt reagierten empört: Aslan würde eine Sekte mit etwa 1000 Anhängern dazu benutzen, um ein falsches Bild des Hinduismus zu transportieren, so der Vorwurf.

Kronen Zeitung.at

Die Aghori- Sekte, die Reza Aslan mit einem CNN- Team im indischen Varanasi besuchte, sind eigentlich das krasse Gegenteil der klassischen Hindu- Kultur: Sie lehnen nicht nur das Kastensystem ab, auch dient ihnen alles, was bei Hindus eigentlich als unrein gilt, zur inneren Reinigung.

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Luthers Sündenfall

Eine Ausstellung in der evangelischen Kirche Grafing beleuchtet eine Schattenseite des Reformators: seinen tief greifenden Antisemitismus

Von Anja Blum | Süddeutsche.de

Die Reformation feiert Jubiläum, weswegen die Begeisterung für Martin Luther derzeit kaum Grenzen kennt. Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, allenthalben wird dem großen Protestanten gehuldigt, auch im Landkreis. Doch Pfarrer Axel Kajnath ist überzeugt: „Es braucht auch einen Wermutstropfen in all der Süßigkeit. Man darf nicht nur jubeln.“ Das gehöre zu einem umfänglichen Gedenken dazu. Deswegen hat er nun eine Ausstellung in die evangelische Kirche nach Grafing geholt, die sich höchst kritisch mit dem Reformator auseinandersetzt, scharf eine Schattenseite seines Wirkens beleuchtet: „Luthers Sündenfall gegenüber den Juden“.

Die Wanderausstellung der Hessisch-Nassauischen Kirche dokumentiert auf zwölf großen Plakaten Luthers schwieriges Verhältnis zu den Juden, das in seinem Ausspruch „Drum immer weg mit ihnen“ gipfelte. Die Grafingerin Rotraud Acker habe die Schau andernorts gesehen, erzählt Kajnath, und ihn selbst dann darauf aufmerksam gemacht. Der Pfarrer war sofort begeistert. Handle es sich bei dem Thema doch beileibe nicht um eine bloße historische Replik, sondern um ein Problem großer Tragweite – bis heute. „Letztlich geht es hier um Toleranz.“

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Hermann Gröhe, der Apothekenminister

Er hat das Jobprofil des Geldverteilens verinnerlicht: Gesundheitsminister Hermann Gröhe, CDU © Kay Nietfeld/DPA
CDU-Gesundheitsminister Hermann Gröhe verteilt Milliarden und umgarnt die Lobbyisten. Er ist vermutlich der teuerste Amtschef im Kabinett. Die Patienten haben wenig davon.

Von Andreas Hoffmann | stern.de

Gesundheitsminister war früher ein Höllenjob. Man musste sparen, den Patienten Leistungen streichen, den Versicherten Lasten aufbürden und kannte nur Feinde: die Ärzte, die Kliniken, die Pharmahersteller, die Krankenkassen, die Apotheker und die Patienten. „Sie können machen, was sie wollen“, sagte einmal die frühere Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD)  einmal. „Sie stehen immer in der Kritik.“

Wen das Amt traf, der wurde wahlweise als „Miss Piggy“ oder „Möchtegern-Lolita“ beschimpft, wie Andrea Fischer (Grüne) oder als „Geisterfahrerin“ wie Ulla Schmidt. Auch Männer wurden angefeindet. Als Horst Seehofer den Posten innehatte, wollten manche Lobbyisten nicht einmal mit ihm reden. „Der hat ja nicht mal Abitur“, sagte der damalige Ärztepräsident Karsten Vilmar.

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Mehrheit der US-Amerikaner für Trennung von Kirche und Politik

Die Mehrheit der US-Amerikaner (71 Prozent) befürwortet das Verbot für Kirchen und steuerbefreite Organisationen, sich parteipolitisch zu engagieren und Kandidaten zu unterstützen. Das geht aus einer am Freitag in Washington veröffentlichten Umfrage hervor. Damit stehen die meisten Amerikaner im Widerspruch zu Präsident Donald Trumps Vorhaben, Kirchen von dieser Auflage zu befreien.

evangelisch.de

Der Umfrage zufolge sind 36 Prozent der weißen Evangelikalen, 23 Prozent der weißen Mainstream-Protestanten, 25 Prozent der Katholiken und 19 Prozent der schwarzen Protestanten der Ansicht, Kirchen sollten parteipolitisch tätig sein dürfen. Gegenwärtig droht Kirchen die Aberkennung der Steuerbefreiung, wenn sie Kandidaten unterstützen. Trump hat sich mehrmals gegen die Vorschrift ausgesprochen. Beim Gebetsfrühstück in Washington im vergangenen Monat erklärte der Präsident, er wolle das Gesetz „total zerstören“.

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Kopftuch: Türkische Nationalisten gegen „Einmischung“

Themenbild
Die weltweite türkisch-nationalistische Bewegung Milli Görus hat sich in der österreichischen Kopftuchdebatte zu Wort gemeldet. Der Vorsitzende Kemal Ergün forderte, Politiker sollten sich heraushalten.

religion.ORF.at

„Muslime sind darin frei, selbst festlegen zu dürfen, was sie für ihre Glaubensausübung als verpflichtend erachten und was nicht“, meinte Vorsitzender Ergün in einer Aussendung. „Staatliche Akteure sollten sich in Fragen, in denen ihnen sowohl die rechtlichen wie auch die fachlichen Kompetenzen fehlen, zurückhaltend äußern“, machte Ergün unmissverständlich klar.

„Keine Einmischung in innere Angelegenheiten“

Muslime müssten sich nicht für die Ausübung ihres Glaubens erklären, denn: „Religionsfreiheit bedeutet insbesondere auch Definitionsfreiheit. Die Bestimmungshoheit über Glaubensinhalte obliegt den Gläubigen selbst.“ Diese Selbstverständlichkeit dürfe nicht zur Diskussion gestellt werden.

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Trump fordert 46 Bundesanwälte zum Rücktritt auf

Unter den zum Rücktritt gedrängten Juristen ist auch Bundesanwalt Preet Bharara aus Manhattan Quelle: REUTERS
Die Radikalität überrascht: Auf einen Streich hat die US-Regierung Dutzenden Bundesanwälten den Rückzug nahegelegt, offenbar unverzüglich. Sie waren von Trumps Vorgänger Obama ernannt worden. Es regt sich Kritik.

DIE WELT

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat Dutzende Bundesanwälte zum Rücktritt aufgefordert, die während der Amtszeit seines Vorgängers Barack Obama ernannt worden waren. Alle verbleibenden 46 Bundesanwälte hätten die Aufforderung erhalten, ihren Rücktritt einzureichen „um einen einheitlichen Übergang zu ermöglichen“, teilte eine Sprecherin von Justizminister Jeff Session am Freitag mit.

Der Vorgang an sich ist nicht unüblich. Wie die „New York Times“ schreibt, hätten beispielsweise auch die Regierungen unter Bill Clinton (Demokraten) und George W. Bush (Republikaner) die Bundesanwälte zum Rücktritt aufgefordert. Jedoch sei dies graduell passiert, um einen möglichst reibungslosen Übergang zu gewähren. So vergingen zwischen Aufforderung und tatsächlichem Rücktritt teilweise Monate, in denen laufende Fälle abgeschlossen werden konnten.

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Türkischer Außenminister will trotz Auftrittsverbots nach Rotterdam

Mevlüt Cavusoglu will trotz eines Verbots Rotterdam besuchen – apa
Rotterdam will den für Samstag geplanten Wahlkampfauftritt des türkischen Außenministers unterbinden. Die Türkei droht den Niederlanden mit „harten wirtschaftlichen und politischen Sanktionen“.

Die Presse.com

Der Außenminister will trotz eines Verbots die niederländische Stadt Rotterdam am Samstag besuchen. Sollte seinem Flug keine Genehmigung erteilt werden, werde die Türkei mit „harten wirtschaftlichen und politischen Sanktionen“ antworten, so der Politiker im Sender CNN.

Die Stadt will den für Samstag geplanten Wahlkampfauftritt des türkischen Ministers unterbinden. Der Minister genieße zwar die Privilegien eines Diplomaten und werde mit Respekt behandelt, sagte Bürgermeister Ahmed Aboutaleb am Freitag vor Journalisten. Aber es gebe andere Möglichkeiten, um „Dinge im öffentlichen Raum“ zu verhindern.

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Malu Dreyer wird Schirmherrin der Ökumenischen Friedensdekade

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) übernimmt die Schirmherrschaft der Ökumenischen Friedensdekade 2017.

evangelisch.de

Dreyer scheue weder den Konflikt noch klare Worte, setze aber auch auf einen Dialog, der die Menschen ernst nehme, erklärte der Vorsitzende der Ökumenischen Friedensdekade, Jan Gildemeister, am Donnerstagabend in Bonn. Sie passe damit als Schirmherrin gut zu dem diesjährigen Motto „Streit!“.

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Vor 330 Jahren war ganz Europa ein eisiges Reich


Im 17. Jahrhundert hatte die Kälte Europa fest im Griff Quelle: picture alliance / Heritage Image
Lange Winter und kurze, kühle Sommer: Im 17. Jahrhundert änderte sich das Klima in Europa dramatisch. Hungersnöte waren die Folge. Der Historiker Philipp Blom hat erforscht, wie der Kontinent die „Kleine Eiszeit“ überlebte.

Von Christoph Arens | DIE WELT

Was passiert in einer Gesellschaft, wenn sich das Klima ändert? Wer stirbt, wer überlebt? Was bricht zusammen, und was wächst? „Es wirkt wie ein sadistisches Experiment“, erdacht von einem „böswilligen Dämon oder einem außerirdischen Wissenschaftler, ein Tierversuch mit ganzen Gesellschaften“, schreibt der Historiker Philipp Blom in seinem neuen Buch „Die Welt aus den Angeln.“

Das Experiment ist mit Blick auf den gegenwärtigen Klimawandel hochaktuell. Doch der in Wien lebende Blom schaut zurück und hat eine Geschichte der Kleinen Eiszeit von 1570 bis 1700 geschrieben. Ein Lehrstück, das Gewinne und Verluste offenbart. Eine Fallstudie, die die Geburt der modernen Welt mit dem Klimawandel verbindet.

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Der Koloss von Kairo

Der Kopf der acht Meter großen Statue ist bereits aus der Grube gehoben. Der Torso soll in Kürze folgen. (Foto: AP)
„Das passiert wahrscheinlich nicht noch einmal in diesem Leben“: Ein Deutscher Archäologe hat in Ägypten eine riesige Ramses-Statue entdeckt.

Von Paul-Anton Krüger | Süddeutsche.de

Glückwünsche nimmt Dietrich Raue trotz gelöster Laune noch mit einem kleinen Vorbehalt entgegen. „So richtig entspannt bin ich erst, wenn wir das große Fragment geborgen haben“, sagt er. Der deutsche Ägyptologe und sein ägyptischer Partner Aiman Ashmawy haben mit ihren Teams auf dem Gelände des antiken Heliopolis eine etwa acht Meter große Statue des berühmten und historisch außerordentlich bedeutenden Pharaos Ramses II. aus Quarzit gefunden; sie ist mehr als 3200 Jahre alt. Die Krone mit Teilen des Kopfes konnten sie schon aus der Grube heben. Der Torso vom Bauchnabel bis zur Oberlippe, Raue schätzt ihn auf sieben Tonnen, soll an diesem Montag folgen. „Wenn man so einen Koloss vor sich hat, weiß man: Das passiert wahrscheinlich nicht noch einmal in diesem Leben“, sagt Raue.

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Sachsen hält einen brisanten Bericht zu den Risiken der Braunkohle geheim

Verwüstete Landschaft: Der Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ nahe Leipzig. Die Kosten der Renaturierung sind kaum abzuschätzen – wenn die Unternehmen nicht zahlen können, muss der Steuerzahler dafür aufkommen. Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild
Ein Sondergutachten des Rechnungshofes zu den finanziellen Verpflichtungen der Tagebaubetreiber soll unter Verschluss bleiben. Offenbar ist der Bericht den politisch Verantwortlichen unangenehm, weil versäumt wurde, rechtzeitig Sicherheiten von Unternehmen einzufordern und so Milliardenrisiken für den Steuerzahler zu vermeiden.

Von Matthias Lambrecht | greenpeace magazin

So viel Geheimnistuerei hat der grüne Abgeordnete Gerd Lippold während seiner Arbeit im Wirtschaftsausschuss des Sächsischen Landtags noch nicht erlebt: Das aktuelle Sondergutachten des Rechnungshofes mit dem sperrigen Titel „Festsetzung von Sicherheitsleistungen im Rahmen bergrechtlicher Betriebsplanzulassungen“ ist streng vertraulich und durfte von ihm und den anderen Ausschussmitgliedern nur unter Aufsicht eingesehen werden.

Das Thema des Sondergutachtens ist brisant: Es geht um die Frage, ob die sächsische Staatsregierung alles in ihrer Macht Stehende getan hat, um den Steuerzahler vor finanziellen Risiken zu schützen. Die drohen, wenn nach dem Ende des Braunkohleabbaus gezahlt werden muss: für die Sanierung der Tagebaue und die Bewältigung der ökologischen Folgeschäden. Dafür könnte das sächsische Oberbergamt, eine dem Wirtschaftsministerium unterstehende Behörde, von den Tagebau-Betreibern verlangen, dass schon jetzt Sicherheiten zurückgestellt werden – so etwa von der Lausitzer Energie AG (Leag). Die ehemalige Braunkohlesparte des schwedischen Vattenfall-Konzerns firmiert unter diesem Namen, seit sie im vergangenen Herbst an die tschechische Holding EPH verkauft wurde.

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Governments Wasted Trillions on Fossil Fuels Without Even Noticing Because of Bad Math

Image: MOTHERBOARD
Government subsidies for fossil fuels over the last three decades have been far larger than anyone previously thought, according to a new study published by the University of Calgary’s School of Public Policy in March.

By Nafeez Ahmed | MOTHERBOARD

A fossil fuel subsidy is any government policy that lowers the cost of fossil fuel production, raises prices received by producers, or lowers prices paid by consumers: they can consist of tax breaks and direct funding for fossil fuel companies. But subsidies can also consist of loans, price controls, or giveaways in the form of land or water at below market-rates, and many other actions.

They have been so high across the world, finds Dr. Radek Stefanski—an economist at the University of St. Andrews in Scotland— that they are nearly four and a half times higher than previously believed.

So what’s the damage? It’s pretty colossal. For the last year in his model, 2010, Stefanski found that the total global direct and indirect financial costs of all fossil fuel subsidies was $1.82 trillion, or 3.8 percent of global GDP. He also found that the subsidies meant much higher carbon emissions released into our atmosphere.

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Böhmermann geht in Berufung

Screenshot: youtube
  • Jan Böhmermanns Anwalt hat am Freitag Berufung gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg zu Böhmermanns Schmähgedicht eingelegt.
  • „Man kann ein Kunstwerk nicht in Einzelteile sezieren“, so die Begründung von Christian Schertz. Das Gericht habe außerdem den aktuellen Gesamtkontext nicht berücksichtigt.
  • Das Landgericht Hamburg hatte Böhmermann am 10. Februar verboten, anzügliche Passagen aus seinem Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Erdoğan zu wiederholen.

Von Annette Ramelsberger | Süddeutsche.de

Jan Böhmermann will nicht klein beigeben. Er will den Streit mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bis zum Ende ausfechten, der ihn wegen eines Schmähgedichts verklagt hatte. Der Fernsehsatiriker und fünffache Grimme-Preisträger geht gegen die Entscheidung des Landgerichts Hamburg vor, das ihm am 10. Februar große Teile seines „Schmähgedichts“ verboten hatte. Böhmermann hatte in seiner Sendung Neo Magazin Royale vor einem Jahr satirisch erklärt, wie man Erdoğan kritisieren darf und wie nicht.

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Dodo Käßmann wirft Bundesamt Anzweifeln von Taufen vor


Die evangelische Theologin Margot Käßmann hat die Praxis des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge im Umgang mit getauften Flüchtlingen kritisiert.

evangelisch.de

Das Bundesamt erkläre vermehrt, dass es die Taufe anzweifele und als fadenscheinig ansehe, sagte Käßmann am Freitag in Berlin. Das ärgere sie „massiv“. In diesem Punkt gebe es eine Spannung zwischen Kirche und Staat, sagte Käßmann.

Die Theologin, die als Botschafterin des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) für das Reformationsjubiläum wirbt, sagte, sie kenne zwei derartige Vorgänge in ihrem Umfeld. Sie kenne allerdings keinen Pfarrer, der sage „Taufe – Wasser rüber, fertig“, sagte Käßmann. Eine Taufe sei ein langer Vorgang. Die Gemeinde müsse zustimmen, der Pfarrer müsse das Begehren prüfen. „Wir taufen nicht einfach so“, betonte Käßmann.

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