Luthers Sündenfall


Eine Ausstellung in der evangelischen Kirche Grafing beleuchtet eine Schattenseite des Reformators: seinen tief greifenden Antisemitismus

Von Anja Blum | Süddeutsche.de

Die Reformation feiert Jubiläum, weswegen die Begeisterung für Martin Luther derzeit kaum Grenzen kennt. Lesungen, Konzerte, Ausstellungen, allenthalben wird dem großen Protestanten gehuldigt, auch im Landkreis. Doch Pfarrer Axel Kajnath ist überzeugt: „Es braucht auch einen Wermutstropfen in all der Süßigkeit. Man darf nicht nur jubeln.“ Das gehöre zu einem umfänglichen Gedenken dazu. Deswegen hat er nun eine Ausstellung in die evangelische Kirche nach Grafing geholt, die sich höchst kritisch mit dem Reformator auseinandersetzt, scharf eine Schattenseite seines Wirkens beleuchtet: „Luthers Sündenfall gegenüber den Juden“.

Die Wanderausstellung der Hessisch-Nassauischen Kirche dokumentiert auf zwölf großen Plakaten Luthers schwieriges Verhältnis zu den Juden, das in seinem Ausspruch „Drum immer weg mit ihnen“ gipfelte. Die Grafingerin Rotraud Acker habe die Schau andernorts gesehen, erzählt Kajnath, und ihn selbst dann darauf aufmerksam gemacht. Der Pfarrer war sofort begeistert. Handle es sich bei dem Thema doch beileibe nicht um eine bloße historische Replik, sondern um ein Problem großer Tragweite – bis heute. „Letztlich geht es hier um Toleranz.“

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