Die Türkei hat die Grenze des Zumutbaren überschritten


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Wüste Drohungen, Nazi-Beschimpfungen und Ministerinnen im Guerilla-Wahlkampf: Erdoğans Türkei kann der EU nicht beitreten. Das Wochenende war der letzte Akt einer absurden Inszenierung.

Von Daniel Brössler | Süddeutsche.de

Die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei sind beendet. Nicht offiziell. Wiewohl das Europäische Parlament schon im November die Aussetzung der Gespräche gefordert hatte, hielt die Europäische Union an dem seit 2005 laufenden Prozess fest. Ungeachtet der Verfolgung Oppositioneller, der Knebelung kritischer Medien und unablässiger Attacken aus Ankara taten beide Seiten formell so, als sei die Türkei immer noch Beitrittskandidat. Mit der Eskalation der vergangenen Tage ist der letzte Akt dieser absurden Inszenierung erreicht. Verweigerte Landegenehmigungen, zur Grenze eskortierte Minister, umstellte Konsulate und schrille verbale Attacken schaffen Fakten. Ob da noch ein formeller Ratsbeschluss der EU nachgeliefert wird, ist fast schon egal.

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