Lebenslang aus Mangel an Beweisen


Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Manfred Genditzki sitzt seit acht Jahren im Gefängnis. Für seine Schuld gibt es keinen Beweis. Für die Tat, die man ihm zur Last legt, gibt es kein Motiv. Über ein Gerichtsurteil, das geeignet ist, das Vertrauen in die deutsche Justiz zu erschüttern.

Von Hans Holzhaider | Süddeutsche.de

Es ist der Stoff, aus dem Albträume sind: Verurteilt zu werden für ein Verbrechen, das man nicht begangen hat. Den Spruch des Richters zu hören: „Im Namen des Volkes: Schuldig des Mordes, verurteilt zu lebenslanger Haft“, und zu wissen: Es gibt keine Chance mehr, dass die Wahrheit ans Licht kommt.

Hausmeister Manfred Genditzki, 56, sitzt seit acht Jahren im Gefängnis. Er soll eine alte Frau, um die er sich jahrelang mit großem Einsatz gekümmert hat, in der Badewanne ertränkt haben. Er bestreitet die Tat, aber er konnte seine Unschuld nicht beweisen. Das muss er auch nicht. Seit der Antike gilt im Strafrecht das Prinzip, dass nicht der Angeklagte seine Unschuld, sondern das Gericht seine Schuld beweisen muss. Der Grundsatz „Im Zweifel für den Angeklagten“ ist einer der tragenden Pfeiler des Rechtsstaats.

Für die Schuld Manfred Genditzkis gibt es keinen Beweis, für die Tat, die man ihm zur Last legt, gibt es kein Motiv. Und es gibt viele Indizien dafür, dass der angebliche Mord in Wirklichkeit ein häuslicher Unfall war. Trotzdem wurde Manfred Genditzki verurteilt: Im Zweifel gegen den Angeklagten.

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