Studentenvertreter: „Jüdische Rechte sind Menschenrechte“


Benjamin Fischer, Präsident der Europäischen Union jüdischer Studierender, verortet Sicherheitsbedenken bei jüdischen Studierende
Benjamin Fischer, Präsident der Europäischen Union jüdischer Studierender, sieht einen Anstieg des Antisemitismus an Unis

Interview Vanessa Gaigg | derStandard.at

STANDARD: Gibt es an Hochschulen im Gegensatz zum Stammtisch eine höhere Barriere, was antisemitische Ausfälle betrifft?

Fischer: Was ich aufgrund persönlicher Erfahrung weiß: Nur weil man zu einer gehobenen Bildungsschicht gehört, heißt das noch lange nicht, dass man diskriminierungsfrei ist. Auch an Hochschulen habe ich grobe Stammtischsprüche mitbekommen oder wurde als Jude beschimpft.

STANDARD: Wie macht sich Antisemitismus an den Universitäten bemerkbar?

Fischer: Was auf dem Campus immer wieder eine Rolle spielt, ist der Umgang mit der sogenannten „Boycott, Divestment and Sanctions“-Bewegung (BDS-Bewegung), die sich gegen den Staat Israel richtet. Diese Bewegung nimmt immer wieder gezielt jüdische Studierende ins Visier, was auch schon zu gewalttätigen Übergriffen geführt hat. Juden werden mit dem Staat Israel gleichgesetzt und umgekehrt. Die Frage, wo Israel-Kritik aufhört und Antisemitismus beginnt, ist ein schmaler Grat. In Deutschland und Österreich ist diese Bewegung im Wachsen.

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