Texas: Gesetzentwurf fordert 100 Dollar Strafe für Masturbation


Screenshot aus dem Film Monty Python’s The Meaning of Life
Abgeordnete will mit dem Vorstoß Verschärfung des Abtreibungsrechts kritisieren

Von Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

In Zeiten zunehmend neopuritanischer Subkulturen an US-Universitäten kann man sich nicht mehr ganz sicher sein, ob ein Gesetzentwurf, der Masturbation mit einer Strafe in Höhe von 100 Dollar belegt, ernst gemeint ist oder nicht. Jessica Farrar, der demokratische Abgeordnete, die diesen Gesetzentwurf mit der Nummer 4260 im texanischen Repräsentantenhaus einbrachte, geht es jedoch nicht um Zwang zum Verzicht, sondern darum, auf ein ihrer Ansicht nach zunehmend aus dem Ruder laufendes Abtreibungsrecht aufmerksam zu machen.

In Texas müssen Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen wollen (ähnlich wie in Deutschland) zu einer vorhergehenden Beratung verpflichtet. Dabei zeigt man ihnen Bilder von Föten, lässt sie deren Herzschlag hören und warnt sie vor einem angeblich erhöhten Brustkrebsrisiko nach Schwangerschaftsabbrüchen – was Farrar für wissenschaftlich nicht haltbar und für „Manipulation“ hält. Außerdem bricht der Fötenschutz in diesem US-Bundesstaat Patientenverfügungen: Befindet sich eine Frau (beispielsweise nach einem Unfall oder einer Gehirnblutung) in einem Zustand, in dem sie eigentlich nicht mehr künstlich am Leben erhalten werden will, müssen Ärzte das trotzdem tun, wenn sie schwanger ist.

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