Kirchen weisen Kritik an Kundgebung in Berlin zurück

Vertreter von evangelischer und katholischer Kirche haben die Kritik an einer Friedenskundgebung in Berlin mit unter Islamismusverdacht stehenden Vereinen zurückgewiesen.

evangelisch.de

Der Imam der Neuköllner Begegnungsstätte NBS, die zu der Veranstaltung am Donnerstagabend am Berliner Breitscheidplatz gemeinsam mit der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirchengemeinde eingeladen hat, habe sich klar gegen Islamisten gewandt, sagte die Sprecherin der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Heike Krohn-Bräuer, am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd).

„Es ist uns wichtig, mit all denjenigen das Gespräch zu suchen und mit denjenigen in den Moscheen zusammenzuarbeiten, die sich für ein friedliches Miteinander der Religionen, sich innerhalb ihrer Gruppierungen für eine klare Abgrenzung gegen den Islamismus einsetzen“, sagte die Sprecherin. Zu der Kundgebung hätten aus dem Islam erstmals „Sunniten, Schiiten, sufische Bewegung und Ahmadiyya gemeinsam“ aufgerufen.

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Hannover sagt Auftritt von AKP-Vize ab

Mehmet Mehdi Eker (hier bei einem Auftritt in Stockholm) wollte in Hannover für die Verfassungsreform in der Türkei werben. (Foto: dpa)
  • Der Auftritt eines türkischen Politikers am Freitag in Hannover findet nicht statt.
  • Mehmet Mehdi Eker wollte dort für die Verfassungsreform in der Türkei werben.
  • Der Grund für die Absage: Die Stadt sei über den wahren Charakter der Veranstaltung getäuscht worden.

Süddeutsche.de

Die Stadt Hannover hat den Auftritt eines Vizechefs der türkischen Regierungspartei AKP an diesem Freitag abgesagt. Die Stadt zog die Zusage zur Vermietung eines Saals in einem städtischen Freizeitheim zurück, meldet die Nachrichtenagentur dpa.

Mehmet Mehdi Eker, einer der 13 AKP-Vizechefs, hatte auf einer Informationsveranstaltung der AKP-nahen Union Europäisch-Türkischer Demokraten für die umstrittene türkische Verfassungsreform werben wollen. Diese soll dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdoğan weitreichende Befugnisse geben. Eine Volksabstimmung, an der auch die große Zahl von im Ausland lebenden Türken teilnehmen kann, ist für den 16. April angesetzt.

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Keine Einigung im Streit um Luxemburgs Kirchen

© Bild: yarchyk – Fotolia.com
Die Trennung von Staat und Kirche in Luxemburg geht mühsam voran. Nach wie vor wird um den Unterhalt für die Kirchen im Land gestritten. Nun lehnte der Innenminister einen Vorschlag der Kirche ab.

katholisch.de

Ein Vorstoß der Luxemburgischen Kirche zur Klärung offener Eigentumsfragen von Kirchengebäuden mit der Regierung ist vorerst gescheitert. Innenminister Dan Kersch hat die kirchlichen Reformvorschläge abgelehnt, auf die sich das Erzbistum Luxemburg und das Syndikat der Kirchenfabriken (Syfel), die Vertretung von 285 lokalen Gremien zur kirchlichen Vermögensverwaltung, Anfang März nach monatelangem innerkirchlichen Streit geeinigt hatten. „Wir haben alles versucht, um zu einer friedlichen Lösung zu kommen. Dieser Versuch ist leider gescheitert“, sagte Generalvikar Leo Wagener am Mittwoch vor Journalisten.

Damit ist weiterhin keine Einigung in der Frage in Sicht, wer künftig für den Unterhalt der rund 500 Kirchen und Kapellen des Landes aufkommen soll. Im vergangenen Jahr hatten sich die Kirchenleitung und der Innenminister auf die Schaffung eines Kirchenfonds geeinigt, dem die Gebäude weitgehend unterstellt werden sollen. Ziel war eine Entflechtung der Eigentumsverhältnisse, da die Kommunen bislang gesetzliche Verpflichtungen gegenüber den Kirchenfabriken haben.

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Über den Nike-Hidschāb

Bild: RDF
Der Sportartikelhersteller Nike hat eine Kollektion für muslimische Sportlerinnen angekündigt, zu der auch ein Hidschāb gehören wird (Pro Hijab).

Von Stephanie Guttormson | Richard-Dawkins-Foundation

Ex-Muslime:

„Hidschābs sind ein Symbol der Unterdrückung und sie zur Alltäglichkeit zu machen ist eine schlechte Idee. Die Gesetze, die das Tragen eines Hidschābs verlangen, sollten nicht unterstützt werden, noch sollte man sich an sie anpassen. Nike tut mit diesem Produkt genau das; es ist eine miserable Idee.“

Weiße Linke:

„Nee, das ist was Gutes, denn jetzt können diese Frauen an irgendwas teilnehmen, was sie vorher wegen genau der repressiven Gesetze nicht konnten, gegen die ich eigentlich bin, die ich aber aus Gründen, die mir gleich einfallen, jetzt doch unterstütze, wie Kapitalismus (und Nike ist amerikanisch, und USA! USA! USA!).“

Wenn ihr nichts dagegen habt, bleibe ich eine Verbündete und höre auf die Ex-Muslime, die in dieser Sache immer ziemlich klar waren. Nur weiße Linke überschlagen sich dabei, etwas zu verteidigen, das sie sonst nicht unterstützen würden.

Ich frage mich, wie weiße Linke auf ein Unternehmen reagieren würden, das für Kinder-Brautkleider wirbt. Wenn ihre obige Logik irgendein Indiz ist, so wird das etwa wie folgt aussehen: „Ja, aber das wird diese Kinderbräute befähigen, der Unterdrückung zu entrinnen, weil sie mehr Möglichkeiten haben!“

Vielleicht sollte ich betonen, dass besagte weiße Linke gegen die Unterdrückung von Frauen bei der „Fundamentalistischen Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage“ sind, bei der Quiverful-Bewegung oder bei den Amish People. Soll Nike Sportkleidung herstellen, die diesen Frauen erlaubt, getreu den Gesetzen ihrer Religion an irgendwas teilzuhaben? Nein. Warum? Weil das genau die Unterdrückung vertiefen würde, die wir versuchen zu bekämpfen. Dasselbe gilt für Nike und den Hidschāb; sie erklären repressive religiöse Gesetze für gültig. Weiße Linke sagten, ohne Ironie, dass der Nike-Hidschāb muslimischen Frauen erlaubt, an Dingen teilzunehmen, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten. Ja aber – warum hätten sie denn keinen Zugang?

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J Swipe, Muzmatch, Minder und Chringles – Dating-Apps für Gläubige

Bild: watson.ch
Tinder ist zu einem Synonym für Dating im Zeitalter von Social Media geworden. Anonym, niederschwellig und oberflächlich.

Von Richard Oppermann | watson.ch

Doch zahlreiche gesellschaftliche Gruppen werden mit der Plattform nicht glücklich. Grade wenn es darum geht, dass es eben nicht oberflächlich sein soll. Und dass das Kennenlernen ganz spezifisch und relevant sein soll.

Eine Demographie, die sich eigene Alternativen geschaffen hat, sind religiöse Gruppen. 

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Deutungskampf im Islam: „Der Täter rief Allahu Akbar“

Irakische Soldaten und Mitglieder privater Milizen im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ – auf der Flagge zu lesen auf Arabisch: „Allahu Akbar“ (picture alliance / dpa / Str)
In Glücksmomenten rufen Menschen im arabischen Sprachraum „Allahu Akbar“. In der westlichen Welt erlangte die Formel traurige Bekanntheit, weil sie immer wieder von Terroristen verwendet wurde. Der islamische Theologe Mouhanad Khorchie fordert deshalb: Muslime sollten das „Allahu Akbar“ den Extremisten entreißen.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

Ausschnitte aus der Tagesschau aus dem vergangenen Jahr:

„Der Angreifer habe ‚Allahu Akbar‘ gerufen…“
„Er soll Rufe abgesetzt haben: ‚Allah ist groß, ihr Ungläubigen‘.“
„Der Täter habe dabei auf Arabisch ‚Gott ist groß‘ gerufen.“
„Augenzeugen berichten, der Täter habe ‚Allahu Akbar‘ gerufen, ‚Allah ist groß‘.“
„Er soll, wie wir mittlerweile hören, auch noch ‚Allahu Akbar‘ gerufen haben.“
„Dabei habe er mehrfach ‚Allahu Akbar‘ gerufen…“

Allahu Akbar – darüber schrieb kürzlich die Süddeutsche Zeitung:

„Der Begriff klingt mittlerweile wie eine Art Chiffre, um eine Gewalttat religiös zu legitimieren.“

Die arabische Formel werde aber auch anders verwendet, so die Süddeutsche:

„Wenn Kinder in Syrien verschüttet geborgen werden, rufen die Leute ‚Allahu Akbar‘. Sie preisen Gott für das Wunder, danken seiner Gnade.“

„Gott ist größer als“

„Allahu Akbar“ ist ein zentraler Ausspruch im Islam. Verschiedene Übersetzungen sind möglich: „Gott ist groß“, „Gott ist größer“ oder „Gott ist am größten“. Oder auch, wenn man „Allah“ nicht übersetzen möchte: „Allah ist groß“, „Allah ist größer“, „Allah ist am größten“.

Alle drei Übersetzungen sind sprachlich korrekt, sagen Arabisten, denn „Allahu Akbar“ ist grammatikalisch nicht eindeutig. Deshalb ist jede Übersetzung immer auch eine Interpretation. Mouhanad Khorchide leitet in Münster das Zentrum für Islamische Theologie. Er interpretiert die zwei Wörter so:

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Gene Drives für Afrika

Forscher wollen mit Hilfe der überproportionalen Vererbung Stechmücken ausrotten, die für zahllose Malariatote verantwortlich sind.

Von Michael Reilly | Technology Review

In Burkina Faso, Mali und Uganda legen Forscher die Grundlagen für ein gigantisches Experiment. Das Projekt hat zum Ziel, genetisch veränderte Moskitos in die Natur zu entlassen, die so programmiert sind, dass sie zur Ausrottung ihrer selbst und ihrer Malaria-erzeugenden Brüder und Schwestern führen.

„Target Malaria“ nutzt sogenannte Gene Drives, um die Anzahl von Malariamücken drastisch zu reduzieren, die in Subsahara-Afrika jedes Jahr für Hunderttausende Tode verantwortlich sind. Noch vor kurzem war die Technik, die mit überproportionaler Vererbung arbeitet, kaum mehr als eine Theorie. Doch mittlerweile werden derart veränderte Moskitos längst im Labor gezüchtet und getestet.

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Laizismus auf dem Vormarsch?

Unternehmerische Freiheit vor individuelle Religionsausübung: Als religiöser Mensch wird man Urteile wie das des Europäischen Gerichtshofs vom Dienstag zunächst mit Bauchschmerzen zur Kenntnis nehmen.

Von Oliver Maksan | Die Tagespost

Da haben die Luxemburger Richter festgestellt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter, die im Kundenkontakt stehen, zu religiöser Neutralität im Auftreten verpflichten können – wenn es interne Richtlinien gibt, die für alle Religionen und Weltanschauungen gleichermaßen gelten. Kopftücher an einer Ladentheke können also untersagt werden. Mancher mag das Urteil bejubeln, weil es den Islam ein Stück unsichtbarer macht. Andere, auch Christen, sind in Sorge, weil sie darin eine generelle laizistische Tendenz erkennen, die auch sie selbst betreffen könnte. Denn auch ein als Bekenntnis getragenes Kreuz müsste demnach entfernt werden.

Wenn das Urteil auch zweifelsohne eine Einschränkung der individuellen Religionsfreiheit ist, so soll man seine Wirkung dennoch nicht übertreiben. Die Richter haben nur einen kleinen Ausschnitt der Lebenswirklichkeit – eben den Arbeitsplatz – in den Blick genommen. Und sie haben das auf eine für Christen hinnehmbare Weise getan. Die Gleichbehandlung muss garantiert sein. Und der bloße Kundenwunsch, nicht von etwa Kopftuchträgerinnen bedient zu werden, reicht nicht aus für ein Verbot. Eine unmittelbare Diskriminierung von Muslimen besteht also nicht.

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Protest-Kreuze gegen Erfurter Moschee-Bau sollen abgebaut werden

Mit dem Kreuz, das auf einem Grundstück in der Nähe der als Baugrund für den Moschee-Neubau vorgesehenen Fläche errichtet wurde, will das Bündnis «Bürger für Erfurt» gegen die Moscheebaupläne in Erfurt-Marbach protestieren. Foto: Arifoto Ug/dpa/Thüringen24
Unbekannte haben Holzkreuze aufgestellt, um gegen einen geplanten Neubau einer Moschee in Erfurt zu protestieren. Die Eigentümerin der Fläche dringt auf den Abbau, und die Kirchen sprechen von einem Missbrauch des christlichen Symbols.

evangelisch.de

Der Protest gegen eine geplante Moschee der Ahmadiyya-Gemeinde in Erfurt könnte ein juristisches Nachspiel haben. Die Aufsteller der vier und zehn Meter hohen Holzkreuze neben dem vorgesehenen Bauplatz müssten diese wieder abbauen. Sobald sie mit Hilfe der Polizei ermittelt seien, würden sie per Anwaltsschreiben aufgefordert, die Kreuze umgehend zu entfernen, teilte die Eigentümerin der Fläche, die Mainzer Aufbaugesellschaft, am Mittwoch MDR Thüringen mit. Zuvor hatten das Bistum Erfurt und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland (EKM) zu Besonnenheit aufgerufen und sich gegen einen Missbrauch des christlichen Symbols gewandt.

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Die Religion ist auf die Weltbühne zurückgekehrt

In Europa entfaltet der Glaube schon lange keine politische Kraft mehr. Der Kontinent hat aus dem Dreißigjährigen Krieg gelernt. Woanders aber herrschen noch Mord und Totschlag im Namen Gottes.

Von Michael Stürmer | DIE WELT

„Das 21. Jahrhundert wird religiös sein – oder es wird nicht sein.“ Als André Malraux, Schriftstellerphilosoph und Zeitgenosse des General de Gaulle, diesen Satz wagte, stand er quer zum Zeitgeist. Religion war späte Nachricht unaufgeklärter Zeiten – so der Konsensus.

Heute dagegen, von den Kreuzen und Zwiebeltürmen über den Dächern von Moskau bis zu den Gebetshäusern des amerikanischen „Bible Belt“, die jüngst erst – mehr als jedem erinnerlichen Vorgänger – Donald Trump zur Macht verholfen haben, handelt es sich um einen Gemeinplatz.

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Familienministerium streicht Fördermittel für Ditib-Projekte

Die Ditib-Moschee in Köln-Ehrenfeld © MiG
Das Bundesfamilienministerium hat Fördergelder für Projekte der Ditib gestrichen. Betroffen sind unter anderem Projekte zur Vermittlung von Flüchtlingspatenschaften und zur Islamismusprävention.

MiGAZIN

Vor dem Hintergrund der Spitzelaffäre um Ditib hat das Bundesfamilienministerium Fördergelder für Projekte des türkeinahen Islam-Verbandes gestoppt. „Wir brauchen Klarheit darüber, ob Ditib auf dem Boden unserer freiheitlichen Grundordnung steht“, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Mittwoch. Nach seinen Angaben ist die Förderung bereits im Januar, also unmittelbar nach Bekanntwerden der Spitzelvorwürfe, auf Eis gelegt worden. Auch wenn sich der Verdacht ausschließlich gegen Einzelpersonen richte, belaste er doch die Qualität der Zusammenarbeit mit Ditib und das Vertrauen substanziell, sagte der Sprecher.

Konkret geht es um zwei Projekte des Bundesverbandes zur Vermittlung von Flüchtlingspatenschaften und zur Islamismusprävention. Ein Projekt des Landesverbandes Ditib Nord widmet sich dem Kampf gegen Islamfeindlichkeit. Das Projekt zur Flüchtlingshilfe sollte vom Bundesfamilienministerium mit rund 725.000 Euro gefördert werden. Es sind 22 weitere Programmträger daran beteiligt. Für die anderen Projekte waren jeweils rund 130.000 Euro Fördermittel veranschlagt.

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Great Barrier Reef: Keine Zukunft mehr?

Bick auf tote, ausgebleichte Korallenflächen im Great Barrier Reef © Terry Hughes/ ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies
Krankes Weltnaturerbe: Das Great Barrier Reef ist durch drei schwere Korallenbleichen extrem geschädigt – möglicherweise so schwer, dass es sich nie wieder erholen wird. Denn es gibt kaum noch Refugien im Riesenriff, wie eine Studie enthüllt. Die Bleichen töteten selbst die Korallen, die bisher als halbwegs widerstandsfähig gegen die Überhitzung galten, so die Forscher im Fachmagazin „Nature“. Werde dem Klimawandel nicht schnell Einhalt geboten, habe das Riff kaum noch eine Zukunft.

scinexx

Das Great Barrier Reef vor Australien ist das größte Korallenriff der Erde und ein Weltnaturerbe der UNESCO. Doch das aus mehr als 3.000 Einzelriffen bestehende Naturwunder ist akut bedroht: Bereits im Jahr 2012 hatte es durch Sturmschäden, gefräßige Seesterne und die Korallenbleiche die Hälfte seiner Korallen verloren. Im Rekord-Wärmejahr 2016 erlebte das Riff dann die bisher schwerste Katastrophe: Bis zu 90 Prozent der Korallen starben ab.

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Monsanto soll Glyphosat-Studien beeinflusst haben

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Monsanto soll in den USA Studien über sein umstrittenes Pestizid Glyphosat beeinflusst haben. Das geht aus internen Mails hervor.
  • Widersprüchliche Studien zur Unbedenklichkeit von Glyphosat hatten in der Vergangenheit einheitliche Zulassungsregelungen verhindert.
  • Nahezu zeitgleich mit den aufgetauchten Vorwürfen hat die EU-Behörde Echa eine Studie veröffentlicht, derzufolge Glyphosat nicht krebserregend ist.

Von Silvia Liebrich | Süddeutsche.de

Wie gefährlich ist das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für Menschen? Könnte es vielleicht sogar Krebs auslösen? Seit zwei Jahren wird darüber in Wissenschaftskreisen heftig gestritten. An diesem Mittwoch hat die EU-Chemikalienagentur Echa eine mit Spannung erwartete Studie vorlegt. Und ihr Ergebnis ist eindeutig: Die Behörde mit Sitz in Helsinki spricht das Mittel frei vom Krebsverdacht. Sie folgt damit in ihrem Urteil der europäischen Lebensmittelaufsicht Efsa. Damit steigen die Chancen, dass das Pestizid weiterhin in Europa zugelassen bleibt. Viele Landwirte drängen darauf, kein anderes Mittel wird so häufig auf dem Acker versprüht.

Gleichzeitig tauchten in den USA neue Vorwürfe gegen das amerikanische Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen Monsanto auf, welches Glyphosat erfunden hat. Der Konzern mit Sitz in St. Louis ist bis heute einer der größten Hersteller des Pestizids und wird – wenn die Übernahme wie geplant umgesetzt wird – künftig zum deutschen Bayer-Konzern gehören. Monsanto hat auch die meisten Studien in Auftrag gegeben, die für eine Zulassung des Pestizids benötigt werden.

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Brandenburg: Säkularisiertes Kloster wird besiedelt

Klosterkirche St. Mariä Himmelfahrt. Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0/PetrusSilesius
Brandenburgs Kulturministerin Münch führt in Österreich Gespräche über Details der Wiederbesiedlung des Barockklosters Neuzelle an der Oder durch Zisterzienser aus dem Wienerwald

kath.net

Brandenburgs Kulturministerin Martina Münch hat am Mittwoch das Stift Heiligenkreuz besucht um die Wiederbesiedlung des ostdeutschen Klosters Neuzelle durch Mönche der Wienerwald-Abtei zu besprechen. Vor allem sei es darum gegangen, Informationen über das Klosterleben einzuholen und mit der Klosterleitung Details über den geplanten Neustart des direkt an der Oder gelegenen Klosters zu besprechen, teilte der Sprecher der SPD-Politikerin, Stephan Breiding, auf Anfrage von „Kathpress“ mit.

Das vor 200 Jahren säkularisierte Kloster Neuzelle bleibt auch künftig in Besitz einer landeseigenen Stiftung, weshalb nun zu prüfen sei, wie der gemeinsame Weg mit den Mönchen verlaufen könne, sagte Breiding. In den Vorbesprechungen gehe es auch um Fragen der Unterbringung sowie der Alltagsgestaltung der künftigen Bewohner.

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Immer mit der Ruhe, Tayyip!

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan pöbelt. Er bezeichnet Deutschland und die Niederlande als faschistische Staaten. Er hetzt, er brüllt, er tobt, er droht. Und alle springen drauf an: Medien, Politik, Bürger. Sie tun ihm einen großen Gefallen. Genau das will er. Aufmerksamkeit um jeden Preis. Er braucht das. Denn er ist verzweifelt. Er handelt aus Angst heraus und aus Schwäche.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Woche für Woche bescheinigen Umfragen aus der Türkei seinem Verfassungsreferendum eine schallende Niederlage. Die Ja-Fraktion macht gerade mal vierzig Prozent der Bevölkerung aus. Das ist viel. Aber es ist viel zu wenig, um zu gewinnen. Er hofft inständig darauf, dass die Opfer-Inszenierung hilft, im eigenen Land noch ein paar Prozent umzustimmen und im Ausland Wähler auf seine Seite zu ziehen.

Der Plan wird nicht aufgehen. Dafür ist die Verzweiflung zu offensichtlich, zu aberwitzig. Wäre die Situation nicht so furchtbar ernst, man könnte kaum noch anders, als ihn auslachen. Im eigenen Land führt er Krieg gegen grundlegende Bürgerrechte, bezeichnet aber andere als Nazis. Sein Wirtschaftsminister droht mit Sanktionen gegen Holland. Seine Anhänger verbrennen eine französische Flagge, weil sie sie mit der holländischen verwechseln. Andere zerquetschen Orangen, weil sie das irgendwie für symbolischen Protest gegen die Niederlande halten. Seine Familienministerin greint, sie wäre in Holland fast gestorben. In Interviews schmäht er alle Nein-Wähler als Terroristen. Kurz: Er ist eine Witzfigur, seine Politik nur noch Realsatire.

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Schweizer Missbrauchsskandal: Muss Kapuzinerprovinzial zurücktreten?

Kapuzinerprovinzial Mauro Jöhri könnte seines Amtes enthoben werden. Dies berichtet die „Schweizer Weltwoche“ über den jüngsten Missbrauchsskandal – Der liberale Jöhri gilt bisher als möglicher Übergangsadministrator für Chur

kath.net

Der Kapuzinerchef Mauro Jöhri könnte seines Amtes enthoben werden. Dies berichtet die Schweizer Weltwoche vergangene Woche in einem neuen Beitrag über den jüngsten Missbrauchsskandal bei den Schweizer Kapuziner. Jöhri war 1995 bis 2001 und 2005 bis 2006 Schweizer Provinzial der Kapuziner und damit verantwortlich für den Missbrauchsskandal rund um Pater Joël – kath.net hat berichtet. Bizarr ist allerdings, dass derzeit liberale und auch offizielle kirchliche Medien der Schweiz das Thema eher totschweigen wollen. Der Grund ist einfach: Der als progressiv geltenden Mauro Jöhri gilt laut Medien als möglicher Übergangsadministrator in Chur. Die „Weltwoche“ hat vor einigen Tagen den Ordensgeneral mit der Frage konfrontiert, ob er 2005 seinen Mitbruder in die Schweiz zurückgeholt habe, obwohl dessen Verfehlungen bekannt waren und ob die Glaubenskongregation davon informiert wurde. Jöhris Antwort laut der Zeitung: Man habe den Pater auf Ersuchen des französischen Provinzials in die Schweiz zurückgeholt und ihm jegliche pastorale Tätigkeit untersagt.

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Was treibt Selbstmordattentäter an?

Warum sind manche Menschen dazu bereit, ihr eigenes Leben für die Ziele einer Gruppe zu opfern? © Zabelin/ thinkstock
Schmerzvolle Verbindung: Forscher haben herausgefunden, warum Selbstmordattentäter scheinbar so bereitwillig ihr eigenes Leben opfern. Demnach führen gemeinsame Erfahrungen und vor allem negative Erlebnisse dazu, dass sie eine extreme Form der Gruppenidentität entwickeln: Sie fühlen sich so stark eins mit der Gruppe, dass sie für sie in den Tod gehen. Diese extreme Form der Kooperation könnte für unsere Vorfahren sogar überlebenswichtig gewesen sein.

scinexx

Menschen sind für Evolutionsbiologen ein ganz besonderes Phänomen. Kein anderes Tier ist so hilfsbereit und kennt gegenseitige Unterstützung in solchem Ausmaß wie der Homo sapiens. In bestimmten Ausnahmesituationen nimmt dieser Trieb zur Kooperation mitunter extreme Auswüchse an. Ob die japanischen Kamikazepiloten im Zweiten Weltkrieg oder islamistische Selbstmordattentäter – manche Menschen sind bereit, für andere das ultimative Opfer zu bringen.

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Sprengstoff-Paket im Bundesfinanzministerium abgefangen

Das Bundesministerium der Finanzen befindet sich in Berlin Mitte nahe des Potsdamer Platzes. Beim routinemäßigen Röntgen fiel Mitarbeitern der Poststelle ein verdächtiger Gegenstand auf. (Foto: imago/Schöning)
  • Beim routinemäßigen Durchleuchten eines Pakets ist Mitarbeitern der Poststelle des Bundesfinanzministeriums am Vormittag ein verdächtiger Gegenstand aufgefallen.
  • Die Berliner Polizei wies später einen Sprengstoff nach, der beim Öffnen zu schweren Verletzungen hätte führen können.
  • Mitarbeiter der Poststelle und umliegender Räume mussten das Gebäude umgehend verlassen.

Süddeutsche.de

In der Poststelle des Bundesfinanzministeriums ist ein gefährliches Paket mit einem explosiven Gemisch entdeckt worden. Das sogenannte Blitzknallgemisch hätte beim Öffnen zu erheblichen Verletzungen führen können, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Das verdächtige Paket war am Vormittag entdeckt worden. Verletzt wurde niemand.

Ob das Paket an Finanzminister Wolfgang Schäuble adressiert war, wollte die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen nicht sagen. Zuvor hatten sowohl die Bild-Zeitung als auch die B.Z berichtet, die Sendung sei direkt an den Minister adressiert gewesen. Das Ministerium wollte sich dazu nicht äußern.

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Kein Scherz: Türken weisen niederländische Kühe aus

Eine Gruppe Holsteiner Kühe aus den Niederlanden wird aus der Türkei zurückgeschickt (Symbolbild) © Picture-Alliance
Nun wird es skurril: Den Streit zwischen der Türkei und den Niederlanden um verhinderte Wahlkampfauftritte bekommen nun auch Kühe zu spüren. Ein türkische Züchterverband schickt Rinder zurück in die Niederlande.

stern.de

Die diplomatische Krise zwischen der Türkei und den Niederlanden wirkt sich jetzt auch auf das Rindvieh aus: Ein türkischer Züchterverband kündigte am Mittwoch an, eine Gruppe niederländischer Kühe aus Protest gegen das Verhalten Den Haags des Landes zu verweisen. „Die erste Gruppe Holsteiner ist verladen worden und wird zurückgeschickt“, sagte Bülent Tunc vom Türkischen Verband der Viehproduzenten.

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James Bond Is Nothing Compared To These Relics From The Cold War’s Past

Image: MOTHERBOARD
The Berlin Spy Museum is a walk through the history of espionage, from the old days of carrier pigeons to password code-cracking and of course, a James Bond-style laser maze.

By Nadja Sayej | MOTHERBOARD

As soon as you walk into The Spy Museum Berlin, you are filmed on thermographic cameras. A live feed is projected on dozens of screens around. It’s an eerie entranceway to the world of espionage, which features intelligence from ancient times to the Cold War and WikiLeaks, proving spies are more than just the fantasy world of James Bond.

The museum features 300 objects that follow the technological evolution and political history of espionage alongside legendary spies and interviews with top agents. „Because the museum is privately funded, we are not obliged to anyone but ourselves,“ said Christoph Ewering, a research assistant at the museum. „We do not side with western of eastern agencies; the exhibition portrays certain modes of operation, but does not judge them. In short, we try to take a neutral and scientific stance.“

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