Immer mit der Ruhe, Tayyip!


Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan pöbelt. Er bezeichnet Deutschland und die Niederlande als faschistische Staaten. Er hetzt, er brüllt, er tobt, er droht. Und alle springen drauf an: Medien, Politik, Bürger. Sie tun ihm einen großen Gefallen. Genau das will er. Aufmerksamkeit um jeden Preis. Er braucht das. Denn er ist verzweifelt. Er handelt aus Angst heraus und aus Schwäche.

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Woche für Woche bescheinigen Umfragen aus der Türkei seinem Verfassungsreferendum eine schallende Niederlage. Die Ja-Fraktion macht gerade mal vierzig Prozent der Bevölkerung aus. Das ist viel. Aber es ist viel zu wenig, um zu gewinnen. Er hofft inständig darauf, dass die Opfer-Inszenierung hilft, im eigenen Land noch ein paar Prozent umzustimmen und im Ausland Wähler auf seine Seite zu ziehen.

Der Plan wird nicht aufgehen. Dafür ist die Verzweiflung zu offensichtlich, zu aberwitzig. Wäre die Situation nicht so furchtbar ernst, man könnte kaum noch anders, als ihn auslachen. Im eigenen Land führt er Krieg gegen grundlegende Bürgerrechte, bezeichnet aber andere als Nazis. Sein Wirtschaftsminister droht mit Sanktionen gegen Holland. Seine Anhänger verbrennen eine französische Flagge, weil sie sie mit der holländischen verwechseln. Andere zerquetschen Orangen, weil sie das irgendwie für symbolischen Protest gegen die Niederlande halten. Seine Familienministerin greint, sie wäre in Holland fast gestorben. In Interviews schmäht er alle Nein-Wähler als Terroristen. Kurz: Er ist eine Witzfigur, seine Politik nur noch Realsatire.

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