Laizismus auf dem Vormarsch?


Unternehmerische Freiheit vor individuelle Religionsausübung: Als religiöser Mensch wird man Urteile wie das des Europäischen Gerichtshofs vom Dienstag zunächst mit Bauchschmerzen zur Kenntnis nehmen.

Von Oliver Maksan | Die Tagespost

Da haben die Luxemburger Richter festgestellt, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter, die im Kundenkontakt stehen, zu religiöser Neutralität im Auftreten verpflichten können – wenn es interne Richtlinien gibt, die für alle Religionen und Weltanschauungen gleichermaßen gelten. Kopftücher an einer Ladentheke können also untersagt werden. Mancher mag das Urteil bejubeln, weil es den Islam ein Stück unsichtbarer macht. Andere, auch Christen, sind in Sorge, weil sie darin eine generelle laizistische Tendenz erkennen, die auch sie selbst betreffen könnte. Denn auch ein als Bekenntnis getragenes Kreuz müsste demnach entfernt werden.

Wenn das Urteil auch zweifelsohne eine Einschränkung der individuellen Religionsfreiheit ist, so soll man seine Wirkung dennoch nicht übertreiben. Die Richter haben nur einen kleinen Ausschnitt der Lebenswirklichkeit – eben den Arbeitsplatz – in den Blick genommen. Und sie haben das auf eine für Christen hinnehmbare Weise getan. Die Gleichbehandlung muss garantiert sein. Und der bloße Kundenwunsch, nicht von etwa Kopftuchträgerinnen bedient zu werden, reicht nicht aus für ein Verbot. Eine unmittelbare Diskriminierung von Muslimen besteht also nicht.

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