Monsanto soll Glyphosat-Studien beeinflusst haben


Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
  • Monsanto soll in den USA Studien über sein umstrittenes Pestizid Glyphosat beeinflusst haben. Das geht aus internen Mails hervor.
  • Widersprüchliche Studien zur Unbedenklichkeit von Glyphosat hatten in der Vergangenheit einheitliche Zulassungsregelungen verhindert.
  • Nahezu zeitgleich mit den aufgetauchten Vorwürfen hat die EU-Behörde Echa eine Studie veröffentlicht, derzufolge Glyphosat nicht krebserregend ist.

Von Silvia Liebrich | Süddeutsche.de

Wie gefährlich ist das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat für Menschen? Könnte es vielleicht sogar Krebs auslösen? Seit zwei Jahren wird darüber in Wissenschaftskreisen heftig gestritten. An diesem Mittwoch hat die EU-Chemikalienagentur Echa eine mit Spannung erwartete Studie vorlegt. Und ihr Ergebnis ist eindeutig: Die Behörde mit Sitz in Helsinki spricht das Mittel frei vom Krebsverdacht. Sie folgt damit in ihrem Urteil der europäischen Lebensmittelaufsicht Efsa. Damit steigen die Chancen, dass das Pestizid weiterhin in Europa zugelassen bleibt. Viele Landwirte drängen darauf, kein anderes Mittel wird so häufig auf dem Acker versprüht.

Gleichzeitig tauchten in den USA neue Vorwürfe gegen das amerikanische Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen Monsanto auf, welches Glyphosat erfunden hat. Der Konzern mit Sitz in St. Louis ist bis heute einer der größten Hersteller des Pestizids und wird – wenn die Übernahme wie geplant umgesetzt wird – künftig zum deutschen Bayer-Konzern gehören. Monsanto hat auch die meisten Studien in Auftrag gegeben, die für eine Zulassung des Pestizids benötigt werden.

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2 Gedanken zu “Monsanto soll Glyphosat-Studien beeinflusst haben

  1. Roberta

    Die Entscheidung der ECHA war abzusehen, denn die Wissenschaftler haben anscheinend auch Interessenskonflikte mit den Glyphosatproduzenten:

    https://blog.campact.de/2017/03/dieses-glyphosat-gutachten-gefaehrdet-unsere-gesundheit-experten-erklaeren-warum/


    Darüber hinaus, hat die ECHA in der kurzen Zeit ebenfalls keine Auswertung der Rohdaten vorgenommen, sondern wie das BfR, einfach die Zusammenfassungen der geheimen Industriestudien der Glyphosathersteller beurteilt, denn um angeblich 1200 Studien zu analysieren, brauchen Wissenschaftler wesentlich länger.

    http://de.euronews.com/2016/06/30/mdb-ebner-zu-glyphosat-risiko-der-krebsgefahr

    
Denn die 17 Krebsexperten des IARC haben insgesamt 1 Jahr lang über 200 publizierte Studien zu Glyphosat ausgewertet, bis sie zu ihrer Abschlussbericht gekommen sind, dass Glyphosat wahrscheinlich krebserregend ist:

    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2015-07/glyphosat-krebs-herbizid-landwirtschaft



    Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass sich Monsanto aktuell in den USA in einem Ermittlungsverfahren vor einem Gericht verantworten, denn nun veröffentlichte interne Emails belegen anscheinend, dass der Glyphosathersteller jahrelang die US Umwelt- und Zulassungsbehörde EPA, sowie einige Wissenschaftler massiv beeinflusst hat – nach dem Motto: Monsanto macht die Studie, Monsanto gibt dem Wissenschaftler, wenn er die Studie unterschreibt:


    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/glyphosat-monsanto-soll-glyphosat-studien-beeinflusst-haben-1.3420577

    Denn auch die EU Kommissionen JMPR und FAO, die Glyphosat auch als harmlos bezeichnen, werden von den Glyphosatherstellern mit großen Spenden finanziell unterstützt wie z.B. die ARD hier berichtet:


    http://www.ardmediathek.de/tv/FAKT/Glyphosat-Gremium-unter-Industrieeinflus/Das-Erste/Video?bcastId=310854&documentId=35696344

    Auch in der Pestizid Kommission des BfR, arbeiten allein 3 der 13 Experten für die Glyphosathersteller BAYER und BASF.

    http://www.bfr.bund.de/de/mitglieder_der_bfr_kommission_fuer_pflanzenschutzmittel_und_ihre_rueckstaende-189320.html

    Das ist so wissenschaftlich, also ob die AUDI und PORSCHE Ingenieure den VW Abgasskandal untersuchen würden.

    
Anscheinend waren diese Maßnahmen aber nötig, denn es ist in knapp 200 Studien belegt, dass Glyphosat Tier und Mensch massiv schädigt. Das Umweltinstitut München hat knapp 100 dieser Studien zusammengestellt, die belegen, dass Roundup und Co Leber- und Nieren schädigt, Darmbakterien und das Immunsystem angreift, Hormone beeinflusst und krebserregend ist:

    
http://www.umweltinstitut.org/images/gen/aktionen/Roundup/Studien-Glyphosat.pdf

    
Die Konsequenz ist, dass nun die EU Bürgerinitiative ein Verbot von Glyphosat öffentlich einfordern, damit dieser gefährliche Lobbyismus der Chemieindustrie auf Kosten der Gesundheit von über 500 Mio. EU Bürgern endlich gestoppt wird:


    https://www.umweltinstitut.org/mitmach-aktionen/europaeische-buergerinitiative-stop-glyphosat.html


    Denn die Chemeikonzerne BASF, Syngenta, Bayer, Dow Chemical…verdienen 2mal an der Glyphosatzulassung: Einmal Milliarden beim Verkauf der Pestizide und nochmal 10mal mehr Milliarden jedes Jahr an den Medikamenten gegen die wissenschaftlich erwiesenen gesundheitlichen Folgen.

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