Zehntausende Kurden trotzen Erdogan

Die zentrale Kundgebung zum kurdischen Neujahrsfest Newroz in Frankfurt teht im Schatten der im April geplanten Volksabstimmung in der Türkei. Foto: RALPH ORLOWSKI (X00960)
Rund 30.000 Kurden sind in Frankfurt auf die Straße gegangen. Es bleibt friedlich. Das Zeigen von verbotenen Fahnen und Symbolen wird wohl aber Konsequenzen haben.

Von Danijel Majic | Frankfurter Rundschau

Anlässlich des Neujahrsfestes Newroz haben Polizeiangaben zufolge am Samstag rund 30.000 Kurden in der Frankfurter Innenstadt demonstriert (lesen Sie hier das Minutenprotokoll).

Die aus dem gesamten Bundesgebiet angereisten Demonstranten zogen in zwei Zügen von der Bockenheimer Warte und dem Opernplatz aus los, ehe sich beide Züge am Platz der Republik vereinigten.

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Bedford-Strohm verteidigt Kirchenasyl

Justitia Skulptur (CC-by-nc-sa/3.0 by Luc Viatour)

Unter anderem ermitteln die Behörden gegen die Haßfurter Pfarrerin Doris Otminghaus als Hauptverantwortliche für das Kirchenasyl in ihrem Pfarrhaus.

evangelisch.de

Juristische Ermittlungen gegen Pfarrer, die Kirchenasyl gewähren, sind nach Einschätzung des Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, unverhältnismäßig. Das Kirchenasyl sei eine in der Geschichte entwickelte „humanitäre Notlösung, die Raum schafft für nochmalige rechtliche Prüfungen und die Verhinderung besonderer humanitärer Härten“, erklärte Bedford-Strohm am Samstag auf seiner Facebook-Seite. Die Zahl von 57 Kirchenasylen derzeit in Bayern zeige, dass die Gemeinden sehr verantwortungsvoll mit diesem Instrument umgingen, erklärte der bayerische Landesbischof.

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Philosophie: „Wir kommen nicht hinterher“

Artist’s render of the TRAPPIST-1 system. Image: ESO/M.Kornmesser Themenbild
Der Philosoph Thomas Leinkauf über das beunruhigende Leben an der Schwelle zu einer neuen Zeit und die Arbeit „am offenen, pulsierenden Herzen des Wissens“.

Von Arno Widmann | Frankfurter Rundschau

Herr Leinkauf, wann haben Sie zuletzt ein Buch gelesen, das zweitausend Seiten Umfang hat?
Ich habe noch nie ein Buch gelesen, das zweitausend Seiten Umfang hat.

Warum muten Sie uns das zu?
Als ich anfing, das Projekt zu realisieren, war mir nicht klar, dass es einmal diesen Umfang haben würde. Aber das Buch ist so konstruiert, dass man es nicht von der ersten bis zur letzten Seite lesen muss. Querverweise und Indizes gestatten auch eine Benutzung, die auf ein bestimmtes Problem konzentriert ist oder bestimmte Begriffe in ihrem jeweiligen Kontext diskutiert sehen möchte.

Man diskutiert immer wieder bei Figuren jener Zeit – nehmen Sie zum Beispiel Nicolaus Cusanus oder Martin Luther – darüber, ob sie noch Repräsentanten des Mittelalters oder schon der Neuzeit seien.

Es geht Ihnen aber doch gerade ums Ganze der Renaissancephilosophie, nicht um eine Addition der einzelnen Disziplinen.
Man diskutiert immer wieder bei Figuren jener Zeit – nehmen Sie zum Beispiel Nicolaus Cusanus oder Martin Luther – darüber, ob sie noch Repräsentanten des Mittelalters oder schon der Neuzeit seien. Das scheint mir die Situation der Renaissance völlig zu verkennen. Sie markiert eine Schwelle, einen Übergang von einem in einen anderen Raum. Ihre Protagonisten sind in beiden Räumen und somit in keinem von beiden ganz.

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„Eliten sind Hauptschuldige am Rechtsruck und Fremdenhass“

Bild von einerPegida-Demo. Twitter
Michael Hartmann, 64, ist Professor für Soziologie und lehrte bis 2014 an der TU Darmstadt. Zu seinen Schwerpunkten gehören Eliteforschung und Managementsoziologie.

Interview Thomas Geisen | Kölner Stadt-Anzeiger

Herr Hartmann, Donald Trump und Martin Schulz, AfD, Linke und Wutbürger, Brexit-Rentner und die jugendliche Podemos in Spanien und auch der niederländische Rechtspopulist Geert Wilders – sie alle eint die Kritik an der Elite, am Establishment. Wer, bitte, sind denn Elite und Establishment?

Die beiden Begriffe sind nicht identisch. Bei Eliten handelt es sich um Personen, die durch ihre Position in der Lage sind, gesellschaftliche Entwicklungen maßgeblich zu beeinflussen, Spitzenleute in Politik, Wirtschaft, Justiz etc.. Establishment bedeutet, dass zwischen diesen Personen eine dauerhafte Verbindung existiert, sie eine relativ feste Gruppe darstellen. Wenn wir einmal in die USA schauen: Trump ist ein Mitglied der Wirtschaftselite, aber da er innerhalb der Wirtschaft ein Außenseiter ist, gehört er nicht zum Establishment. Dort tummeln sich die Bushs, die Clintons, die Rockefellers, die Pritzkers. Trump gehört nicht dazu und kann deshalb gegen das Establishment wettern.

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Vorhölle mit Vergnügungspark

Die nachgebaute Arche Noah in Grant County, Kentucky. bild: arkencounter
Im 27 Millionen Dollar teuren Kreationisten-Museum im US-Bundesstaat Kentucky erklären evangelikale Christen ihren Besuchern die Welt. Jetzt wurde in eine 100 Millionen Dollar teure Arche Noah investiert.

Von Sabine Mezler | General Anzeiger

Der Garten Eden liegt in Kentucky, die Arche Noah auch. Und beide haben dieses Jahr etwas zu feiern: das Paradies im Kreationisten-Museum sein zehnjähriges Bestehen, das biblische Schiff – ein 155 Meter langer, 100 Millionen Dollar teurer Nachbau der Arche – den Beginn des ersten richtigen Geschäftsjahres.

Geschaffen wurden beide Attraktionen, die gern auch als „Disneyland für Darwin-Gegner“ bezeichnet werden, von der AiG, der Evangelisten-Gemeinde „Answers in Genesis“ unter der Führung von Ken Ham. Wie der Name schon sagt, nimmt die Organisation die Bibel wörtlich und findet alle Antworten im ersten Buch Mose. Weshalb sie weder Kosten noch Mühen gescheut hat, um Orte entstehen zu lassen, in denen sie ihre Sicht auf die Welt vermitteln und die Menschen vor den vermeintlichen Irrlehren der Evolutionstheorie bewahren kann.

Am Anfang schuf Ham dazu 2007 das Kreationisten-Museum in Petersburg im US-Bundesstaat Kentucky, um (O-Ton) einen „Gegenpol zu den evolutionsgeschichtlichen Ausstellungen zu bilden, die den Geist gegen die Heilige Schrift und Jesus Christus, den Erschaffer des Universums, verdrehen“.

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Erdogan rechnet mit Einführung der Todesstrafe nach Referendum

Bild: Magazin „The Economist“
Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan rechnet mit der Einführung der Todesstrafe in der Türkei nach dem Verfassungsreferendum Mitte April. Er denke, „dass das Parlament das Notwendige tun“ werde, sagte Erdogan am Samstag im Hinblick auf Forderungen nach einer Wiedereinführung der Todesstrafe. In diesem Fall werde er das Gesetz „ohne Zögern“ unterzeichnen.

Die Presse.com

„Die Familien der Märtyrer, die Familien unserer Helden müssen sich keine Sorgen machen“, sagte Erdogan mit Blick auf die Türken, die sich Mitte Juli einem Staatsstreich entgegengestellt und den Präsidenten unterstützt hatten. „Ich glaube, so Gott will, wird das Parlament das Notwendige tun hinsichtlich eurer Forderungen nach der Todesstrafe nach dem 16. April.“

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Rebecca Seidler: Kämpferin gegen Antisemitismus

Der Hauptcampus der Universität Hildesheim am 16.4.2016. (imago / imagebroker / Thomas Robbin)
Bekannt wurde Rebecca Seidler im vergangen Jahr durch ihre Kritik an antisemitischen Inhalten eines Hildesheimer Seminars. Obwohl ihr viel Gegenwind entgegenschlug, erreichte sie, dass das Seminar abgesetzt wurde. Michael Hollenbach hat Rebecca Seidler getroffen.

Von Michael Hollenbach | Deutschlandradio Kultur

Rebecca Seidler ist eine Kämpferin. Die 36-jährige Mutter zwei Kinder hat über Monate nicht locker gelassen, als es um die Kritik an den antisemitischen Inhalten des Hildesheimer Seminars ging. Obwohl sie letztlich Erfolg hatte – das Seminar wurde abgesetzt, die Hochschulpräsidentin musste gehen -, war die Auseinandersetzung für sie doch eher ein trauriges Lehrstück:

„Meine Bilanz ist, dass es augenscheinlich erst mal verheerender war, dass der Vorwurf des Antisemitismus erhoben wurde, statt sich darüber echauffiert wurde, dass zehn Jahre tatsächlich Antisemitismus gelehrt wurde.“

Die Mehrheitsgesellschaft muss den Antisemitismus bekämpfen

Nicht nur von Rechtsaußen wurde sie attackiert. Auch von Hochschul-Kollegen bekam sie zu hören, mit ihrer ständigen Kritik befördere sie doch nur noch mehr den Antisemitismus. Dabei hätte sich Rebecca Seidler gewünscht, dass die Kritik an den judenfeindlichen Inhalten des Hildesheimer Seminars nicht ausgerechnet von ihr hätte kommen müssen:

„Ich glaube, dass die Bekämpfung von Antisemitismus, das ist keine Aufgabe der Juden, sondern der Mehrheitsgesellschaft. Wir Juden können dazu keinen tatsächlichen Beitrag leisten. Wir sind einfach zahlenmäßig viel zu wenige.“

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Gabriel droht türkischen Politikern mit Auftrittsverbot

Nach den jüngsten Verbalattacken aus Ankara hat Außenminister Sigmar Gabriel türkischen Politikern mit einem Auftrittsverbot gedroht, sollten sie sich in der Wortwahl vergreifen.

Frankfurter Rundschau

Die Regierung habe sehr klar zum Ausdruck gebracht, dass sie jederzeit alle notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, wenn sich Ankara nicht an die deutsche Rechtsordnung halte, sagte der scheidende SPD-Chef dem „Spiegel“. Die Absage mehrerer Wahlkampf-Auftritte türkischer Politiker in Deutschland belastet seit Wochen das deutsch-türkische Verhältnis.

„Glyphosat vergiftet die Wissenschaft“

Glyphosat ist nicht der einzige Inhaltsstoff in Pflanzenschutzmitteln, der bedenklich ist. (Foto: Flickr/ Roundup, Monsanto by Mike Mozart CC BY 2.0)
Der Streit über Glyphosat geht in eine neue Runde. Wirtschaftsprofessor Christian Kreiß hält den Fall für ein Musterbeispiel, wie Konzerne Studien manipulieren und Forscher kaufen.

Von Elke Bodderas | DIE WELT

Ghostwriting, bezahlte Studien, gekaufte Forscher: Wissenschaft ist offenbar nicht so neutral und unabhängig, wie man denkt. Das zeigt der aktuelle Fall Monsanto. In Deutschland sind vor allem Pharmakonzerne dafür berüchtigt, Einfluss auf Forscher und Studien zu nehmen. Der Wirtschaftsprofessor Christian Kreiß kennt die Praktiken, er lehrt Finanzierung und Wirtschaftspolitik an der Hochschule Aalen, hat zum Thema manipulierte Studien geforscht und ein Buch („Gekaufte Forschung. Wissenschaft im Dienst der Konzerne“, Europaverlag) über Forscher im Dienste der Konzerne geschrieben.

Die Welt: Die Europäische Chemikalienagentur in Helsinki kommt zu dem Ergebnis, dass Glyphosat nicht krebserregend wirkt. Was halten Sie davon?

Christian Kreiß: Das überrascht und widerspricht dem Urteil der Krebsagentur der Weltgesundheitsorganisation, IARC, die das Mittel sehr wohl als krebserregend einstuft. Wenn man sich den Fall genauer anschaut, sieht man allerdings, woran man ist: Das Unkrautmittel vergiftet die Wissenschaft. Das positive Ergebnis kommt dadurch zustande, dass erstens Studien des Herstellers Monsanto berücksichtigt wurden und dass zweitens der Wirkstoff Glyphosat in den Versuchen stark in Reinform statt in den handelsüblichen Zusammensetzungen verwendet wurde.

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Das Netz und US-Journalisten feiern deutsche Korrespondentin

Im Netz und von Kollegen wurde dpa-Reporterin Kristina Dunz für ihre unerschrockenen Fragen an Donald Trump gefeiert. Bild: DER TAGESSPIEGEL
Lob von den US-Kollegen, ein Schmunzeln von der Kanzlerin: dpa-Korrespondentin Kristina Dunz stellt US-Präsident Trump bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Angela Merkel die „Fake News“-Frage – und erhält die wohl erwartbarste Antwort.

Von Kurt Sagatz | DER TAGESSPIEGEL

„US-Reporter von deutscher Reporterin geschockt, die von Trump wissen will, warum er immer Dinge behauptet, von denen er weiß, dass sie nicht wahr sind“, twittert Brent Goff, der Chef-Nachrichtensprecher der Deutsche Welle News nach der gemeinsamen Pressekonferenz von Donald Trump und Angela Merkel nach dem Antrittsbesuch der Bundeskanzlerin beim US-Präsidenten. „Gute Arbeit der deutschen Presse. Ernsthaft“, lautet der Tweet von CNN-Korrespondent David M. Drucker. Die Rede ist von dpa-Reporterin Kristina Dunz, die bei der Deutschen Presse-Agentur unter anderem für das Kanzleramt zuständig ist, und Angela Merkel bei ihrer Visite in die USA begleitet hat.

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Namibia will Deutschland wegen Völkermordes verklagen

© dpa Angehörige des Volksstamms der Herero vor einem Gericht in New York, das sich mit dem Völkermord an den Volksgruppen der Herero und Nama befasst
Die ehemalige deutsche Kolonie Namibia schließt sich der Klage gegen die Bundesrepublik an. Für den Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts fordert sie eine immense Entschädigung.

Frankfurter Allgemeine

Namibia will die Bundesrepublik wegen des Völkermords an den Herero und Nama verklagen. Das geht aus amtlichen Dokumenten hervor, die von der Zeitung „The Namibian“ und der Nachrichtenagentur AFP eingesehen wurden. Die namibische Regierung fordere mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Entschädigung. Bei Massakern zwischen 1904 und 1908 wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, war damals eine deutsche Kolonie.

Bisher hatte Namibia auf die Forderung von Reparationszahlungen verzichtet. Die Regierung wolle sich nun jedoch einer Klage anschließen, die Vertreter der Herero- und Nama-Stämme Anfang des Jahres in den Vereinigten Staaten eingereicht haben. Ein Team internationaler Anwälte arbeite zudem daran, den Fall der Entschädigungen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen, bestätigte der namibische Justizminister Sacky Shangala gegenüber AFP.

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Deutsche Städte wollen mit Seilbahnen ihre Verkehrs-Probleme lösen

Ihrer Zeit voraus: Schon 1957 beging die Rheinseilbahn in Köln ihre Jungfernfahrt. Sie war damit die erste Kabinenbahn Europas. Heute könnten ihr viele andere Seilbahnen folgen. Foto: dpa
Mit der Seilbahn zur Arbeit gondeln? Solche Projekte werden immer häufiger diskutiert – als umweltfreundliche Ergänzung im öffentlichen Nahverkehr.

Von Anika von Greve-Dierfeld | greenpeace magazin

Wer in Berlin, Konstanz oder Stuttgart lebt, hat in einigen Jahren vielleicht eine dauerhafte Alternative für die Fahrt zum Bahnhof, in die Innenstadt oder zwischen Stadtteilen. „Luftseilbahnen sind technisch ausgereifte Systeme“, sagt die Forscherin Maike Puhe vom Karlsruher Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS). „Jeder kennt sie und in Städten würde das technisch gesehen auch funktionieren.“

Puhe leitet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verkehrswesen (IfV) ein Forschungsprojekt zur „Praxis urbaner Luftseilbahnen“. „Die Akzeptanz solcher Projekte nimmt deutlich an Fahrt auf“, erklärt sie. Stadt- und Verkehrsplaner legten seit einigen Jahren öfter Vorschläge für Seilbahnen als öffentliches Verkehrmittel auf den Tisch.

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Orthodoxe Bischöfe fordern Ende des Lenin-Kultes

Quelle: Lenin-Mausoleum
Russisch-orthodoxe Kirche gedenkt der Ereignisse des Jahres 1917 – Metropolit Hilarion tritt dafür ein, dass Straßennamen, die an sowjetische Funktionäre erinnern, geändert werden sollen

kath.net

Im russischen Kolomenskoje hat am Mittwoch ein Gedenkgottesdienst zum 100. Jahrestag der Abdankung von Zar Nikolaus II., der 1918 erschossen wurde, stattgefunden. Die Liturgie wurde von Patriarch Kyrill I. geleitet. Die Marienikone von Kolomenskoje gilt als Beschützerin Russlands in schwierigen Zeiten; insbesondere im Revolutionsjahr 1917, im anschließenden Bürgerkrieg und in der Zeit der Kirchenverfolgung Lenins und Stalins. Unterdessen fordern russische Bischöfe in der Diaspora vehement die Entfernung des Leichnams Lenins aus dem Mausoleum am Roten Platz in Moskau und dessen Umwidmung.

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Moderne Krankheiten: Zivilisationskrankheiten und ihre Ursachen

Ist Heuschnupfen eine Zivilisationskrankheit? Auffällig ist, dass über sechzig Prozent aller Patienten in Städten leben. © thinkstock.com, DZM
Die moderne Welt hält viele Annehmlichkeiten bereit, kann aber auch Ursache für Krankheiten sein. Lesen Sie mehr zu Zivilisationskrankheiten!

scinexx

Zivilisationskrankheiten: Krankheiten der Moderne

Bequemlichkeit, ein großes Angebot an Nahrungsmitteln und eine gute medizinische Versorgung – die moderne Lebensführung bringt viele Vorteile mit sich. Gleichzeitig kann sie aber auch Ursache verschiedener Krankheiten sein: gemeint sind sogenannte Zivilisationskrankheiten. Welche Faktoren spielen hierbei eine Rolle? Und was sind Beispiele für moderne Zivilisationskrankheiten?

Was sind Zivilisationskrankheiten?

Sogenannte Zivilisationskrankheiten sind Erkrankungen, die in der modernen Zeit gehäuft auftreten. Als Hauptursache für ihr vermehrtes Auftreten gelten die heutigen Lebensumstände. Zwar haben Fortschritte in Forschung und Medizin die Lebensqualität verbessert und dazu beigetragen, dass sich viele Krankheiten besser behandeln lassen, jedoch kann die moderne Lebensweise auch Ursache für Krankheiten sein. Insbesondere folgende Faktoren können die Gesundheit negativ beeinflussen:

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Auftritt von Israel-Hasser hat parlamentarisches Nachspiel

Archivbild: Norman Finkelstein 2014 bei einer Demonstration gegen den Gaza-Krieg vor der israelischen Botschaft in New York. (Foto: imago/ZUMA Press)
Das Hallenser Max-Planck-Institut gab dem umstrittenen US-Politologen Norman Finkelstein ein Podium. Die Grünen haken bei der Bundesregierung nach.

Von Oliver Das Gupta | Süddeutsche.de

Ende Januar war der der US-Politologe Norman Finkelstein am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung (MPI) in Halle an der Saale zu Gast. Ein Vorgang, der zum Politikum geworden ist. Ein Politikum, das nun auch den Bundestag beschäftigt.

Denn in einer kleinen Anfrage der Grünen-Fraktion an die Bundesregierung, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, wird die Informationspolitik des MPI zu Finkelstein thematisiert. Doch dazu später.

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Pakistan will „Blasphemie“ aus den Sozialen Netzwerken verbannen

Bild: heise.de/tp
Die pakistanische Regierung droht Facebook und Co. mit Verbot, wenn keine Lösung gefunden wird, und will auch die Daten derjenigen haben, die Blasphemisches posten

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

In den westlichen Ländern wollen Regierungen gegen Fake News und Hass im Internet vorgehen. Bundesjustizminister Maas hat gerade einen umstrittenen Gesetzesentwurf vorgelegt, mit dem „Hasskriminalität und strafbare Falschnachrichten “ auf Sozialen Netzwerken bekämpft werden sollen. Die Betreiber sollen unter Androhung von hohen Bußgeldern gezwungen werden, Inhalte, die den „objektiven Tatbestand“ von Strafvorschriften wie Beleidigung, üble Nachrede, Verleumdung, öffentliche Aufforderung zu Straftaten, Volksverhetzung und Bedrohung erfüllen, zu löschen (Juristen halten Maas‘ Gesetz gegen „Fake News und Hate Speech“ für verfassungs- und europarechtswidrig).

Gut dachte sich der pakistanische Ministerpräsident Nawaz Sharif angesichts solcher Vorhaben und ordnete am Dienstag alle Behörden an, gegen Blasphemie vorzugehen. Er beauftragte den Außenminister, sich an die internationalen Organisationen zu wenden, schließlich sei „der heilige Prophet Mohammed der Wohltäter der gesamten Menschheit“.

Der pakistanische Innenminister Chaudhry Nisar Ali Khan und erklärte dann gestern, dass seine Regierung gegen blasphemische Äußerungen in den Sozialen Netzwerken einschreiten wird. Blasphemie versteht er auch als eine Hassbotschaft. Wer Gotteslästerung betreibt, gilt für ihn als Menschenfeind, kein Muslim könne Blasphemie gegen den Propheten dulden, meinte er. Das falle nicht unter Meinungsfreiheit, ebenso wenig wie „Holocaust-Leugnungen in Europa und in den USA“. Allerdings ist sie etwa in den USA nicht strafbar. Die Gefühle der Muslime müssten geachtet werden.

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Fremdenfeindlichkeit macht Ostdeutschland zum Risiko-Standort

Pediga-Proteste in Dresden haben das Image der sächsischen Landeshauptstadt beschädigt Quelle: picture alliance / AA
Die Anzeichen mehren sich, dass sich der Aufholprozess der ostdeutschen Wirtschaft verlangsamt hat. Und Experten warnen, dass ausländerfeindliche Übergriffe die Situation noch verschlechtern könnten.

Von Daniel Eckert | DIE WELT

Deutschland ist gespalten. In mancher Hinsicht wirkt die Ost-West-Teilung bis heute fort. So ist die Ablehnung von Flüchtlingen in den neuen Bundesländern deutlich stärker ausgeprägt als im Westen. Wissenschaftler befürchten, die Bilder und Berichte von ausländerfeindlichen Übergriffen könnten den Osten als Wirtschaftsstandort beschädigen. Der Rückstand zum Westen werde sich vergrößern und zu noch mehr Frustration führen.

„Fremdenfeindlichkeit und relativ schwache wirtschaftliche Entwicklung können sich gegenseitig verstärken“, warnt Oliver Holtemöller, Professor für Volkswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Rechtsextreme Gewalt trete im Osten häufiger auf als im Westen. Das werde in anderen Staaten durchaus wahrgenommen und schmälere die Attraktivität der Region für hoch qualifizierte Bewerber aus dem Ausland.

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Zeitung verunglimpft Merkel als „Frau Hitler“

In der Fotomontage auf der Titelseite verpasste die türkische Zeitung „Günes“ Kanzlerin Merkel einen Hitler-Bart. Foto: Linda Say (dpa)
Eine regierungsnahe türkische Zeitung zeigt Angela Merkel auf der Titelseite mit SS-Uniform und Hakenkreuz. Zudem wird die Kanzlerin als „weiblicher Hitler“ und „hässliche Tante“ bezeichnet.

Frankfurter Rundschau

Angela Merkel als „Frau Hitler“ in Nazi-Uniform – so sieht die türkische Boulevardzeitung „Günes“ die deutsche Kanzlerin. Auf seiner Titelseite druckte das regierungsnahe Blatt am Freitag eine Fotomontage der Bundeskanzlerin mit Hitler-Bart in schwarzer Uniform.

Regierungssprecher Georg Streiter sagte daraufhin lediglich: „Wir beteiligen uns nicht an diesem Wettkampf der Eskalationen. Die Kanzlerin macht das nicht mit.“

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Philosophie: Ernste Frage

Onora O’Neill (2013). Bild: wikimedia.org/CC BY-SA 3.0.

Kann man der britischen Denkerin Onora O’Neill vertrauen? Die Philosophie-Professorin und Kant-Forscherin erhielt den renommierten norwegischen Holberg-Preis für ihre Arbeit über Vertrauen.

Von Jens-Christian Rabe | Süddeutsche.de

Es ist das ewige Schicksal der Philosophie, dass die Welt einfach immer weiter Unsinn denkt, obwohl sie es längst besser wissen könnte – wenn sie auf die Philosophie hörte. Tut die Welt natürlich leider nicht. Preise allerdings verleiht sie Philosophen gern. Gerade eben zum Beispiel erhielt die britische Philosophin, Philosophie-Professorin und Kant-Forscherin Onora O’Neill den renommierten und mit knapp 500 000 Euro dotierten norwegischen Holberg Preis.

O’Neill ist ausdrücklich auch für ihre, der praktischen Philosophie zuzurechnenden, Überlegungen zu Vertrauen und Rechenschaftspflicht im Alltag ausgezeichnet worden. Und zwar in derselben Woche, in der hierzulande der „Global Trust Report 2017“ der Gesellschaft für Konsumforschung vorgestellt wurde. Von O’Neill findet sich nun im Netz ein Video eines feinen kleinen Vortrags aus dem Jahr 2013 mit dem Titel „What we don’t understand about trust“, den man gesehen haben sollte, bevor man die GfK-Studie studiert.

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Conspiracy Theories Are the Reason We Still Have Polio

Image: MOTHERBOARD
The Taliban, Boko Haram and antivaxxers have this one thing in common.

By Ankita Rao | MOTHERBOARD

At a train station in Bareilly, a dusty mid-sized city in the Indian state of Uttar Pradesh, teenage health workers wove through crowded platforms armed with small bottles of polio vaccination drops. They were looking for kids tiny enough to be under five years old, kids without the ink stain on their finger indicating they’d already been vaccinated.

Watching the moms in January convinced me that India’s decades-long campaign against polio is working. Moms don’t let strangers, even ones with official-looking bright yellow aprons, give their kids medicine unless they know it’s both important and legitimate. And now that it’s been six years since India’s last reported cases of poliovirus, which can lead to crippling deformities and paralysis, they know that these oral drops are vital without the pro-vaccination pamphlets or Bollywood actors in television ads saying so.

India announced that it had officially eradicated polio back in 2014 after a 20-year campaign that cost at least $200 million every year it was in effect. The Polio Pulse program was an unexpected success given the country’s population of 1.2 billion and rocky public health record. It was carried out by the government, nonprofit groups, and agencies like the World Health Organization and United Nations, with an effective combination of injectable and oral vaccines. India’s results helped the global number of polio cases drop from 350,000 in 1988 to just 74 in 2015.

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