Daten-Religion

Die Menschheit hat schon viele Religionen gehabt, nun kommt der Dataismus. Sagt Yuval Noah Harari in seiner rasanten Prophetie „Homo Deus“.

Von Gustav Seibt | Süddeutsche.de

Dass die Menschheit vor entscheidenden Durchbrüchen stehe, dass sie bald die schlimmsten Krankheiten besiegen, die organische Alterung aufhalten, mechanische Arbeiten überflüssig machen, mit gigantischen elektronischen Rechenleistungen die Gesellschaft steuern und Kriege von blutigen Schlächtereien in technische Entwaffnung verwandeln könne; dass der Mensch selbst optimierbar sei, durch genetische Ummodelung, psychopharmakologische Unterstützung, durch Verbindung von organischer mit künstlicher Intelligenz, dass er gottgleich ins Räderwerk der Natur eingreifen werde – dergleichen liest man öfter. Aber meistens sind es Naturwissenschaftler, Technikutopisten, die solche Hochrechnungen von aktuellen Fortschritten auf die Zukunft vornehmen.

Als Historiker kann man das mit Interesse lesen und sich doch zurücklehnen: Wie viel vergangene Zukunft ist nicht schon den Zeitenbach heruntergegangen! Meist war sie ein kurioser Mix aus partiellem Scharfsinn und vollkommenem Danebenliegen. Das Industriezeitalter imaginierte seine Zukunft industriell, nur umfassender. Die Neuordnung der Welt in global vernetzten Algorithmen sah kaum jemand, bevor sie da war. Noch vor einem Vierteljahrhundert war sie unvorstellbar, obwohl alle Elemente längst bereitlagen.

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Erschreckend: Missbrauch trifft immer mehr auch Neugeborene

Unermüdlicher Kämpfer gegen Pädophilie: Don Fortunato Di Noto – RV
Erschreckende Zahlen zum Kindesmissbrauch kommen an diesem Montag von der Kinderschutz-Vereinigung METER. Die vom sizilianischen Priester Don Fortunato Di Noto gegründete Vereinigung gibt jedes Jahr einen Bericht heraus, in dem das Phänomen des Kindesmissbrauchs und insbesondere die rasant im Wachsen begriffene und via Web verbreitete Pädopornographie in penibler Kleinarbeit weltweit dokumentiert wird.

Radio Vatikan

Erschreckend: Insbesondere im Darknet, also in gesicherten und nur schwer zu knackenden Chatgruppen und passwortgeschützten Seiten, ist eine erhöhte Aktivität festzustellen. Besonders grausam: Der Missbrauch an Neugeborenen hat enorm zugenommen, berichtet uns im Gespräch Don Di Noto, der den Bericht an diesem Montag vorgestellt hat.

„Es gibt wirklich einen immens hohen Prozentsatz an Neugeborenen. Das geht so weit, dass sogar ein Portal eingerichtet worden ist, das Neugeborenen gewidmet ist und in dem Material hochgeladen wird, das abscheulichste Missbrauchsvergehen zeigt. Dieses Material stammt aus der ganzen Welt, das ist also nicht ein Problem, das sich örtlich auf eine Nation oder einen Platz einschränken lässt.“

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Hirnschrittmacher gegen Depression

Die Forscher stimulierten mit Elektroden eine Region im Gehirn, die an der Wahrnehmung von Freude beteiligt ist. Dadurch wurde die Depression bei sieben der acht behandelten Patienten gelindert. © Universitätsklinikum Freiburg
Neue Lebensqualität dank „Hirnschrittmacher“: Schwere Depressionen ließen sich in einer Studie für vier Jahre massiv lindern oder gänzlich aufheben – ohne starke Nebenwirkungen. Dies gelang durch Einsetzen von Elektroden ins Gehirn, die gezielt Hirnbereiche stimulieren. Wenn weitere Studien diese Ergebnise bestätigen, könnte die Tiefe Hirnstimulation künftig den Betroffenen neue Lebensqualität geben, bei denen herkömmliche Behandlungen versagen.

scinexx

Bei Parkinson -Leiden ist die tiefe Hirnstimulation bereits eine anerkannte Behandlungsmethode. Dies wollen Forscher der Bonner Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie um Studienleiter Thomas Schläpfer auch für den Einsatz gegen schwere Depressionen erreichen. Schon 2007 belegten sie in einer Pilotstudie die positive Kurzzeit-Wirkung auf depressive Probanden. Nun liegen erst Ergebnisse einer vierjährigen Langzeitstudie vor, die den Erfolg der Methode weiter untermauern.

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Wie umgehen mit Luthers Judenhass?

Ursula Rudnick, Kirchenbeauftragte für das Judentum und Pastorin Hanna Kreisel-Liebermann verbinden der Luther-Statue in Hannover die Augen. Die Aktion am 9.11.2016 sollte die „Blindheit“ Martin Luthers gegenüber dem Judentum symbolisieren. (picture-alliance / dpa / Julian Stratenschulte)
Der junge Martin Luther wollte die Integration von Juden. Der alte Luther wollte Juden vertreiben und Synagogen niederbrennen. Wie sollen Protestanten heute mit diesem Erbe umgehen? Wie zentral ist die Judenfeindschaft in Luthers Lehre? Fragen, die im Reformationsjubiläum gestellt werden. Auch von Juden, die Luther – trotz allem – Positives abgewinnen können.

Von Christian Röther | Deutschlandfunk

Am Hauptsitz der Evangelischen Kirche in Deutschland wehen die Luther-Fahnen. In dreifacher Ausführung blickt der Reformator auf Herrenhausen herab, einen Stadtteil von Hannover. „Luther 2017“ steht groß auf den Fahnen – und etwas kleiner: „500 Jahre Reformation“. Martin Luther ist das Gesicht der EKD-Kampagne zum Reformationsjubiläum. Der Mann, der die Bibel ins Deutsche übersetzt hat, der die Reformation ins Rollen brachte – und der Juden vertreiben wollte und Synagogen niederbrennen.

„Dass man ihre Synagoge oder Schule mit Feuer anstecke und das, was nicht verbrennen will, mit Erden überhäufe und beschütte, dass kein Mensch ein Stein oder Schlacke davon sehe ewiglich. Und solches soll man tun unserm Herrn und der Christenheit zu Ehren, damit Gott sehe, dass wir Christen seien.“

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Unter Weißen: „Rassismus gibt es überall“

Mohamed Amjahid. Bild: Götz Schleser
Jeder hat rassistische Vorurteile – es kommt darauf an, sie zu erkennen und zu korrigieren, meint der Journalist Mohamed Amjahid

Von Gerrit Wustmann | TELEPOLIS

Wie fühlt es sich an, als nichtweißer Mensch „Unter Weißen“ zu leben, wie geht man mit dem alltäglichen mal mehr, mal weniger subtilen Rassismus um? Wie erkennt man Vorurteile, wie kann man sie korrigieren? Die Geschichte der Ressentiments ist auch eine Frage der Privilegien, also der Stellung eines Menschen in der Gesellschaft, meint der Journalist Mohamed Amjahid, der marokkanische Wurzeln hat und jetzt ein Buch zu dem Thema vorgelegt hat: „Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein“.

Wann hast Du Dich zuletzt bei einem rassistischen Vorurteil ertappt? Und wie hast Du reagiert?
Mohamed Amjahid: Einmal, als ich in den USA war, habe ich an einem Busbahnhof mein Handy aufgeladen. Als der Bus kam, stöpselte ich es aus. Neben mir stand ein junger schwarzer Mann und sagte: Du denkst, dass ich dein Handy klauen will. Ich verneinte und rannte zum Bus. Und fragte mich, warum ich eigentlich so sicher bin, dass ich nichts Derartiges gedacht habe, ob ich nicht unbewusst doch Vorurteile hatte. Das hat mich tagelang umgetrieben. Ich bin überzeugt, dass wir alle solche Ressentiments in uns haben.
Ein anderes Beispiel: Kurz nach der Silvesternacht recherchierte ich in Köln fürs Zeit-Magazin. Ich war in der Taunusstraße in Köln-Kalk. Die Gegend gilt als „Marokkanergetto“. Unter einer S-Bahn-Brücke kam mir ein junger Mann entgegen, der nordafrikanisch aussah. Da hatte ich ein mulmiges Gefühl. Er lief einfach vorbei. Ich hatte vorher all diese Berichte über Silvester gelesen, auch in der Bild, dem Express, das gehörte zu meiner Recherche. Dabei sehe ich selbst ja auch so aus, dieses Gefühl war völlig irrational und unbegründet. Aber Gefühle kann man nicht immer kontrollieren. Deshalb ist es so wichtig, sich selbst immer zu hinterfragen und zu reflektieren.

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Unterschiedlicher Umgang mit sexuellem Missbrauch in Religionsgemeinschaften

Nach den Missbrauchs-Skandalen in der Katholischen Kirche in Irland und den USA wurden seit 2010 auch in Deutschland Sexualdelikte in katholischen Einrichtungen in größerem Umfang bekannt. Im Unterschied zu den Vereinigten Staaten oder Irland ging der Anstoß für eine gesamtgesellschaftliche Debatte über Missbrauchsfälle in der römisch-katholischen Kirche in Deutschland jedoch von dem Leiter einer kirchlichen Institution aus, dem Jesuiten Klaus Mertes, bis 2011 Rektor des Berliner Canisius-Kollegs.

Von Dr. Michael Utsch | EZW

Als eine Folge der Aufarbeitung dunkler Seiten ihrer Geschichte hat die Deutsche Bischofskonferenz 2015 eine Arbeitsgruppe für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes eingerichtet. Zudem wurde eine externe Experten-Kommission mit der wissenschaftlichen Erforschung dieser Verbrechen beauftragt. In Einzelgesprächen mit 150 Opfern und 70 Tätern sowie durch die Sichtung ausgewählter kirchlicher Personalakten wollen die Forscher herausfinden, wie es zu Missbrauchsfällen durch Geistliche und andere kirchliche Mitarbeiter kommen konnte. Das Projekt kostet die Bischofskonferenz knapp eine Million Euro, die Ergebnisse sollen Ende dieses Jahres vorliegen.

2016 wurde darüber hinaus eine Vereinbarung mit dem Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung geschlossen, um Opfer angemessen zu entschädigen und Kinder und Jugendliche in der Kirche wirksamer vor sexualisierter Gewalt zu schützen. Dazu wurden in den Diözesen Stabsstellen für Prävention eingerichtet und die kirchlichen Richtlinien gegen Missbrauch und Gewalt überarbeitet. Künftig müssen alle Mitarbeiter eine Verpflichtungserklärung unterschreiben, mit der sie ihre Mitverantwortung für ein gewaltfreies Miteinander in der Kirche dokumentieren. Auch die Priesterausbildung wird weltweit überarbeitet. Schon seit einigen Jahren durchläuft jeder Priesteramtsanwärter ein psychologisches Auswahlverfahren, bei dem seine Eignung für ein zölibatäres Leben überprüft wird.

Bisherige Studien über sexuellen Missbrauch in Religionsgemeinschaften zeigen, dass streng hierarchische Machtstrukturen das Ausleben von Machtgefühlen von Tätern begünstigen. Die Strukturen und Dynamiken einer geschlossenen Gruppe bieten darüber hinaus einen Schutzraum, der relativ leicht auszunutzen ist. Die Religionsgemeinschaft Jehovas Zeugen hat seit Jahren mit Vorwürfen zu kämpfen, Missbrauchsvorfälle in ihren Reihen zu vertuschen. Besonders gravierend scheinen lange zurück liegende Ereignisse bei Jehovas Zeugen in Australien zu sein.

Auch dort arbeiten staatliche Behörden seit einigen Jahren an der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale in Religionsgemeinschaften. Vor dem staatlichen Untersuchungsausschuss zur Aufklärung des Umgangs mit Missbrauchsfällen hat ein Vertreter der Zeugen Jehovas in Australien die systematische Vernichtung von Dokumenten über den sexuellen Missbrauch Minderjähriger eingeräumt. Andere Fälle sind nur intern behandelt worden, ohne die mutmaßlichen Täter bei der Polizei anzuzeigen.

Durch die Kommission sind viele Skandale innerhalb dieser und anderer Religionsgemeinschaften aus früheren Zeiten ans Licht gekommen. Die katholischen Bischöfe Australiens räumten dabei ein katastrophales Versagen im Umgang mit Verdachtsfällen ein und haben ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Verbesserung auf den Weg gebracht.

Dagegen haben Jehovas Zeugen zwar einige Empfehlungen angenommen, um eine größere Transparenz zu gewährleisten. An der sog. „Zwei-Zeugen-Regel“ wollen sie allerdings weiter festhalten, wie ein Sprecher der Gemeinschaft kürzlich vor der Kommission bestätigte. Diese Regel stammt aus der internen Ethikrichtlinie und sieht vor, dass einem Fehlverhalten, das den Ältesten der Gemeinschaft angezeigt wird, nur dann nachgegangen wird, wenn zwei Zeugen dies belegen können. Auch ein Missbrauchsvorwurf wird also nur dann überprüft, wenn zwei Zeugen dabei waren und dies bestätigen.

Die australischen Richter sind erschüttert darüber, dass die Organisation realitätsfremd an ihren Richtlinien festhält, auch wenn es um Kindesmissbrauch geht, der in der Regel versteckt verübt werde. Sie halten die Richtlinien der Zeugen Jehovas für den Umgang mit sexuellem Missbrauch für völlig unangemessen und unpassend. Die Beibehaltung überholter Richtlinien zeigt, wie wenig Verständnis und Sensibilität bei Jehovas Zeugen für das Wesen dieser zerstörerischen Straftat besteht.

Alarmierende Wetterdaten aus der Arktis

Die Eisdecke auf dem Arktischen Ozean am Nordpol, aufgenommen am 16. August 2015. Foto: Ulf Mauder (dpa)
Klimaforscher melden alarmierende Wetterdaten aus der Arktis: Auf dem Höhepunkt des Winters gab es in der Arktis Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt. Auch andere Wetterextreme bereiten Sorgen.

Frankfurter Rundschau

Klimaforscher haben nach dem neuen Wärmerekord im Jahr 2016 im gerade auf der Nordhalbkugel zu Ende gegangenen Winter weitere alarmierende Wetterdaten aufgezeichnet. Mindestens drei Mal sei es in der Arktis zu so etwas wie Hitzewellen gekommen, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf. Mächtige atlantische Stürme hätten warme, feuchte Luft in die Arktis gebracht. Auf dem Höhepunkt des Winters und der eigentlichen Gefrierperiode habe es Tage mit Temperaturen fast am Schmelzpunkt gegeben. Das habe den polaren Jetstream – einen der Windströme, die sich in großer Höhe um den Planeten ziehen – und damit das Wetter global beeinflusst.

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Filme von US-Atomwaffentests veröffentlicht

The „Baker“ explosion, part of Operation Crossroads, a nuclear weapon test by the United States military at Bikini Atoll, Micronesia, on 25 July 1946. United States Department of Defense/PD
Aus dem „Giftschrank“ geholt: 750 Filmaufnahmen von US-Kernwaffentests sind jetzt erstmals öffentlich zugänglich – und können teilweise auf Youtube betrachtet werden. Nach rund 50 Jahren wurde die Geheimhaltung für die aus der Zeit von 1945 bis 1962 stammenden Filme aufgehoben. Anlass dafür ist die Digitalisierung und Neuanalyse der rund 10.000 bei US-Kernwaffentests aufgenommenen Videos. Sie enthüllt auch, dass viele Filme damals falsch ausgewertet worden sind.

scinexx

Zwischen 1945 und 1962 führten allein die USA 210 atmosphärische Kernwaffentests durch -zunächst in der Wüste von New Mexico, später unter anderem auf dem Bikini-Atoll im Pazifik. Die Explosionen der Atom- und Wasserstoffbomben hinterließen ein bis heute strahlendes Erbe. Denn die freigesetzten radioaktiven Nuklide dieser Tests sind bis heute in der Atmosphäre nachweisbar und viele der ehemaligen Testgebiete im Pazifik sind bis heute unbewohnbar.

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Volker Bouffier: „Herr Erdogan ist in Deutschland nicht erwünscht“

Volker Bouffier (CDU), Ministerpräsident von Hessen, sagt, es sei eine Frage der Selbstachtung, Erdogan als unerwünscht in Deutschland zu betrachten Quelle: dpa
Scharfe Worte gegen Erdogan kommen nun von Hessens Regierungschef. Der türkische Präsident sei in Deutschland ab jetzt unerwünscht, so Bouffier. Das müsse „eine Frage der Selbstachtung“ sein.

DIE WELT

Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat ein deutliches Zeichen gegen die Ausfälle des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan gefordert.

„Was muss eigentlich noch passieren, bis wir irgendwann mal sagen, jetzt ist es gut?“, fragte Bouffier im Deutschlandfunk. „Der Mann ist nicht willkommen. Wenn er herkommt, wird er bei uns aus meiner Sicht nicht auftreten dürfen, das gefährdet die Sicherheit dieses Landes“, sagte er mit Blick auf einen möglichen Wahlkampfauftritt des türkischen Präsidenten in Deutschland.

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Ruanda/Vatikan: Papst bekennt Mitschuld der Kirche an Genozid

Ein entschlossener Schritt für den Frieden: Papst Franziskus und Paul Kagame – REUTERS
Papst Franziskus hat für das Fehlverhalten von Priestern und Ordensleuten beim Völkermord von Ruanda 1994 um Vergebung gebeten. Das Eingestehen der Schuld soll nach dem Willen des Papstes den Weg zu einer friedlichen Zukunft in dem Land ebnen.

Radio Vatikan

An diesem Montag empfing Franziskus den Präsidenten Ruandas, Paul Kagame, in Privataudienz. Die ungewöhnliche Mitteilung des Heiligen Stuhles im Anschluss an die Begegnung spricht vom „tiefen Schmerz des Papstes, des Heiligen Stuhles und der Kirche wegen des Völkermordes an den Tutsi“, dem damals in nur 100 Tagen etwa 800.000 Menschen zum Opfer fielen.

Franziskus habe den Opfern und allen, die heute noch an den Folgen des dramatischen Gemetzels litten, seine Solidarität versichert.

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Von der postfaktischen zur Post-Fake-Wirklichkeit

Bild: heise.de/tp
Russische bzw. amerikanische Medien sollen auf Rechtmäßigkeit geprüft werden, der russische Sender will nun auch Fake News bekämpfen

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Was die USA mit den Untersuchungen der Geheimdienstausschüsse können und auch in Europa die Regierungen beschäftigt, kann Moskau auch. Lange beschuldigt, mit seinen Staatsmedien und Hackern nicht nur zu versuchen, die öffentliche Meinung beeinflussen, sondern auch direkt in Wahlen einzugreifen, wird nun versucht, den Spieß umzukehren. Ähnlich wie Donald Trump im Weißen Haus sieht man sich im Kreml auch von Fake News und einseitiger Berichterstattung bedrängt, auch wenn es bei Trump um amerikanische Medien geht und für die russische Regierung um ausländische.

Gerade erst hatte man sich im russischen Außenministerium über die antirussische Berichterstattung beschwert, in der die russisch-syrische Offensive auf Aleppo scharf wegen der zivilen Opfer kritisiert wurde, während die westlichen Medien über die in der Mosul-Offensive durch Artilleriebeschuss und Bombardierung getöteten Zivilisten schweigen würden. Man kritisiert die westlichen Geheimdienste, wenn sie über Cyberaktivitäten der Russen berichten und wie unlängst der britische Geheimdienst davor warnen, dass Russland sich in Wahlen einzumischen versuche.

Vergangenen Freitag hat die Duma, das russische Unterhaus, beschlossen, einen Vorschlag aufzugreifen, der von Konstantin Zatulin, Abgeordneter der Kreml-Partei Einiges Russland, eingereicht worden war. Er sieht vor, eine Untersuchung der ausländischen Medienorganisationen zu starten, die in Russland tätig sind. Die Untersuchung soll vom Ausschuss für Informationspolitik, Informationstechnologie und Kommunikation vorgenommen werden.

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Mit Ligusterduft gegen Darmkrebs?

Darmkrebszellen reagieren auf einen Duftstoff aus Ligusterblüten – das könnte neue Therapiewege eröffnen. © Forest und Kim Starr/ CC-by 3.0
Duftstoff hemmt Krebs: Nicht nur unsere Nase, sondern auch Darmkrebszellen tragen Riechsensoren, wie Forscher jetzt entdeckt haben. Diese Andockstellen reagieren auf Troenan, den Duftstoff von Ligusterblüten. Das Spannende daran: Dockt der Duftstoff an den Krebszellen an, hemmt dies ihr Wachstum und viele Tumorzellen sterben sogar, wie die Wissenschaftler im Fachmagazin „PloS ONE“ berichten. Dies könnte eine neue Therapiemöglichkeit gegen Darmkrebs eröffnen.

scinexx

Wer glaubt, Riech-Sinneszellen gibt es nur in unsere Nase, der irrt. Inzwischen weiß man, dass auch an ganz andren Stellen unseres Körpers Riechsensoren sitzen. So haben Forscher verschiedene Riechzellen in den Bronchien, in menschlichen Spermien und in der Prostata entdeckt.

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Nazi-Methoden zum Begreifen

Konzentrationslager in Sachsenhausen © Mikel Larreategi @ flickr.com (CC 2.0), bearb. MiG
Wer den Nationalsozialismus kennt, muss sich jeden Nazi-Vergleich im Schlagabtausch aktueller politischer Auseinandersetzungen verbieten. Wir Deutsch-Türken leben in diesem Land. Wir sind damit Teil dieser Geschichte.

Von Murat Kayman | MiGAZIN

Das Ermächtigungsgesetz vom 24.03.1933 trug offiziell den Namen „Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich“. Es übertrug faktisch alle gesetzgebende Gewalt auf die Regierung unter Adolf Hitler. Es setzte de facto die Verfassung außer Kraft, ermöglichte es der Exekutive auch legislative Gewalt auszuüben, insbesondere auch verfassungswidrige Gesetze zu erlassen und war damit die Grundlage für die Etablierung und den Ausbau der NS-Diktatur.

Aufgrund der Mehrheitsverhältnisse im Reichstag und der Ablehnung der Gesetzesvorlage durch die SPD-Fraktion waren die Stimmen der Deutschen Zentrumspartei ausschlaggebend. Ihr Ja zur Gesetzesvorlage begründete der Vorsitzende des Zentrums, Ludwig Kaas, mit folgenden Worten:

„Die gegenwärtige Stunde kann für uns nicht im Zeichen der Worte stehen, ihr einziges, ihr beherrschendes Gesetz ist das der raschen, aufbauenden und rettenden Tat. Und diese Tat kann nur geboren werden in der Sammlung.

Die deutsche Zentrumspartei, die den großen Sammlungsgedanken schon seit langem und trotz aller vorübergehenden Enttäuschung mit Nachdruck und Entschiedenheit vertreten hat, setzt sich zu dieser Stunde, wo alle kleinen und engen Erwägungen schweigen müssen, bewusst und aus nationalem Verantwortungsgefühl über alle parteipolitischen und sonstigen Gedanken hinweg. […]

Im Angesicht der brennenden Not, in der Volk und Staat gegenwärtig stehen, im Angesicht der riesenhaften Aufgaben, die der deutsche Wiederaufbau an uns stellt, im Angesicht vor allem der Sturmwolken, die in Deutschland und um Deutschland aufzusteigen beginnen, reichen wir von der deutschen Zentrumspartei in dieser Stunde allen, auch früheren Gegnern, die Hand, um die Fortführung des nationalen Aufstiegswerkes zu sichern.“

Die Abgeordneten der liberalen Deutschen Staatspartei stimmten dem Ermächtigungsgesetz ebenfalls zu. Der Abgeordnete Reinhold Maier begründete die Entscheidung seiner Fraktion mit den Worten:

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Der „Bund für Geistesfreiheit“ will an Karfreitag feiern

Auch andere Gruppen demonstrieren seit Jahren gegen das Tanzverbot am Karfreitag, im Bild etwa Jugendliche, die im Jahr 2012 einem Aufruf der Münchner Grünen gefolgt waren. (Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ lädt am Karfreitag zur „Heidenspaß-Party“.
  • 2016 hat das Bundesverfassungsgericht das generelle Tanzverbot in Bayern an Karfreitag für verfassungswidrig erklärt. Seitdem müssen an den „stillen Tagen“ Ausnahmen möglich sein.
  • Das Kreisverwaltungsreferat will nun prüfen, ob die geplante Party mit den Vorgaben des Feiertagsgesetzes in Einklang steht.

Von Jakob Wetzel | Süddeutsche.de

Vor zehn Jahren ist er untersagt worden, jetzt aber soll dem Tanz am Karfreitag nichts mehr im Wege stehen: Nachdem das Bundesverfassungsgericht entschieden hat, dass ein entscheidender Halbsatz im bayerischen Feiertagsgesetz verfassungswidrig ist, hat der Münchner Ableger des „Bundes für Geistesfreiheit“ (BfG) erneut zur „Heidenspaß-Party“ geladen.

Unter dem Motto „10 Jahre verboten – jetzt erlaubt!“ sind im Oberangertheater in der Altstadt unter anderem eine Comic-Lesung, eine Filmvorführung, eine Tanz-Einlage und ein Kabarettprogramm vorgesehen. Ob die Party wie angekündigt stattfindet, ist allerdings auch nach der neuen Rechtslage noch unklar.

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Schlacht um Mosul und das Leiden der Zivilisten

Bombardierung von Zielen in Mosul. Bild: NinivehMC
Artilleriebeschuss und Luftangriffe auf die Altstadt lassen die Opferzahlen steigen, aber die Medienberichterstattung unterscheidet sich von der vergleichbaren Aleppo-Offensive

Von Florian Rötzer | TELEPOLIS

Vereinzelt wird Kritik über die Offensive in Mosul (Mossul) laut, seit die irakischen Truppen und schiitischen Milizen, die mittlerweile formal in die Armee integriert wurden, mit der Unterstützung der Amerikaner auf dem Boden, vor allem aber aus der Luft, die Offensive auf die Altstadt begonnen haben (Mosul: Die Befreiung und die hässliche Fratze des Krieges. Dorthin haben sich die IS-Kämpfer zurückgezogen und buchstäblich in einem Labyrinth von Tunnels eingegraben. Und sie sind geschützt durch vermutlich noch einige hunderttausend Zivilisten, die noch nicht fliehen konnten oder dies auch nicht wollten. Die Bewohner sind eingeschlossen oder eingekesselt, nachdem auch die letzte Brücke zerstört wurde, sie erhalten keine Nahrung, Trinkwasser ist nach UN-Angaben knapp oder sie haben in vielen Stadtteilen keinen Zugang dazu, viele, die die Flucht geschafft haben, sind verletzt. Die Menschen fliehen vor dem IS, vor dem Beschuss durch die irakischen Truppen und die US-geführte Koalition und aufgrund von Hunger und Durst.

Aus West-Mosul sind nach Angaben der Vereinten Nationen seit Beginn der Offensive vor 23 Tagen um die 117.000 Menschen geflohen (täglich etwa 5000), aus ganz Mosul sind es bislang um die 250.000. Nach Berichten gibt es in der umstellten Stadt immer weniger Lebensmittel und Trinkwasser. Die Menschen fliehen zunehmend auch deswegen, weil sie zwischen den IS-Kämpfern und den Angriffen auf Mosul unter die Räder kommen.

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Indonesien – Ende eines islamischen Musterstaates

Verschleierte Frau in Jakarta Quelle: AFP
Der weltgrößte muslimische Staat galt lange als Beispiel für Toleranz. Aber es erscheint paradox: Seit das Land eine Demokratie wurde, sind die Islamisten auf dem Vormarsch. Die Fanatiker waren gut vorbereitet.

Von Clemens Ludwig | DIE WELT

Wenn Muslime in Europa, die einen toleranten und liberalen Islam propagieren, gefragt werden, wo es selbigen gibt, lautet die Antwort: Indonesien. Mit seinen 240 Millionen Einwohnern und 85 Prozent Muslimen ist Indonesien der größte islamische Staat – und der einzige, in dem die großen Weltreligionen gleichgestellt sind.

Das beinhaltet den Bau von Gotteshäusern und Religionsunterricht für alle, Glaubenswechsel in jede Richtung, Gesetze ohne Scharia. Und in den Metropolen existiert sogar eine offene Homosexuellenszene.

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Überraschung im Strahlengürtel

© NASA/GSFC, Tom Bridgman Die Van-Allen-Gürtel schützen uns vor Sonnenstürmen und kosmischer Strahlung – sind aber längst noch nicht komplett erforscht.
Fehlende Elektronen: NASA-Raumsonden haben überraschende Daten aus dem inneren Strahlengürtel der Erde geliefert. Demnach gibt es dort entgegen gängiger Lehrmeinung gar keine ultraschnellen, energiereichen Elektronen. Stattdessen sorgten bisher offenbar Störeffekte der dominierenden Protonen für diesen Eindruck. Die neuen Messdaten zeigen zudem erstmals genauer, wie lange die bei Sonnenstürmen eindringenden Teilchen im inneren Van-Allen-Gürtel überleben.

scinexx

Die Van-Allen-Gürtel sind ein wichtiger Teil des planetaren Schutzschilds unserer Erde. Denn sie fangen einen Großteil der harten Strahlung und der energiereichen geladenen Teilchen aus dem Weltraum ab. Gleichzeitig sorgen diese Schutzschilde immer wieder für Überraschungen. So entdeckten Forscher vorübergehend einen dritten Ring, eine zuvor unbekannte Plasmabarriere und seltsame Zebrastreifen.

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Dänemark zitiert türkischen Diplomaten ins Außenministerium

Auch der dänische Premier Lars Lokke Rasmussen hat Kommunikationsbedarf mit der Türkei. – (c) REUTERS (YVES HERMAN)
Dänen mit türkischen Wurzeln seien als Verräter beschimpft und türkischen Behörden gemeldet worden, nachdem sie die türkische Regierung kritisierten.

Die Presse

In einem Streit mit der Türkei um Repressalien gegen dänische Kritiker der Regierung in Ankara hat Dänemark am Montag einen diplomatischen Vertreter des Landes ins Außenministerium zitiert. Zuvor hatte die Zeitung „Berlingske“ am Sonntag berichtet, Dänen mit türkischen Wurzeln seien als Verräter beschimpft worden, nachdem sie die türkische Regierung kritisiert hätten.

Nach Medienberichten sollen andere Bürger mit türkischem Migrationshintergrund sie wegen ihrer öffentlichen Aussagen den türkischen Behörden gemeldet haben. Das dänische Außenministerium stellte in einer Mitteilung am Montag klar, dass es strafbar sei, Informationen über politische Meinungsäußerungen von dänischen Staatsbürgern an die Behörden anderer Länder weiterzugeben.

Der türkische Diplomat erklärte demnach, Kritiker der Regierung würden keinesfalls registriert. Eine Hotline, die für Informationen von Bürgern eingerichtet worden sei, sei nur für Hinweise auf mögliche Terrorverdächtige gedacht.

Anglikanischer Bischof: Vorsicht bei ‚Die Schöne und das Biest’

Eltern hätten die Aufgabe, ihren Kindern bei der Auswahl ihrer Unterhaltungsprogramme Orientierung zu geben. Das gelte besonders in einer sich schnell wandelnden Zeit, schreibt Bischof Rennis Ponniah.

kath.net

Rennis Ponniah, der anglikanische Bischof von Singapur, hat die Priester seines Bistums aufgefordert, ihre Gemeinden auf die homosexuellen Inhalte des Disney-Films „Die Schöne und das Biest“ hinzuweisen.

Der Film kommt im März in die Kinos des südostasiatischen Stadtstaates. Disney-Filme würden in der Regel gute Werte vermitteln, doch die Zeiten änderten sich grundsätzlich, schreibt der Bischof in einem offenen Brief an seinen Klerus. In der Neuverfilmung von „Die Schöne und das Biest“ werde eine Person als homosexuell dargestellt, deren gleichgeschlechtliche Beziehung in einer Nebenhandlung gezeigt werde.

Website That Simulates How Speech Works in Your Mouth Is So Weird and Cool

I can’t stop giggling uncontrollably at this web application. It’s not even the name, „Pink Trombone,“ that’s getting to me. It’s something about manipulating a disembodied mouth to sound as delightfully ridiculous as possible.

By Samantha Cole | MOTHERBOARD

t’s the creation of Neil Thapen, a researcher at the Institute of Mathematics of the Academy of Sciences of the Czech Republic.

The app is built to explore how speech is formed in the throat and mouth, from the sound generated at the glottis to each part of the soft palate, hard palate, lips, tongue and nasal cavity. Depending on where you click or press, the mouth lets out a steady, slightly bored scream, or a nasally babble that almost sounds like words (though I still haven’t been able to make it say anything distinct—motivation to keep trying!). Moving the tongue and pitch around produces vowels, while touching the lips and oral cavity produces consonant.

What are you trying to say, Pink Trombone? Muh-ma-OOwahoooOOOa? Got it.